
Machtkampf um Praktiker entbrannt
Der Großaktionär Maseltov will auf der kommenden Hauptversammlung der Praktiker AG einen neuen Aufsichtsrat wählen lassen. Auch für das Managementteam soll ein konkreter Vorschlag präsentiert werden.
Zehn Prozent der Praktiker AG gehören der Investmentgesellschaft, als deren Sprecherin Isabella de Krassny auftritt, die wiederum Fondsmanagerin und Prokuristin bei der österreichischen Privatbank Semper Constantia ist. Die Bank hält über verschiedene Fonds weitere fünf Prozent an der Praktiker AG, hatte sich jüngst jedoch von diesem Engagement distanziert.
Repositionierung mit personellem Neuanfang
"Der strategischen Repositionierung des Unternehmens muss ein glaubhafter Neustart im Aufsichtsrat folgen", lässt sich de Krassny in der Pressemitteilung zitieren. Maseltov stehe hinter den im Änderungsantrag ausgeführten Vorschlägen für die Neubesetzung des Aufsichtsrats, die aus dem bestehenden Aktionariat an die Gesellschaft herangetragen worden seien, betont das Unternehmen.
De Krassny selbst will im Aufsichtsrat an die Stelle von Dr. Kay Hafner treten, der derzeit als Vorstandschef für den neuen Sanierungskurs verantwortlich ist. Auch der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Kersten von Schenck soll abgelöst werden.
Ob es für Hafner nach den Vorstellungen der Großaktionärin eine Zukunft im Unternehmen geben soll, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. "Wir haben konkrete Vorstellungen bezüglich eines Managementteams und werden auch das im Rahmen der nächsten HV präsentieren. Nachdem es hier jahrelang keine geeignete Führung gab, ist es nun an der Zeit, dass wir hier die besten verfügbaren Profis an Bord holen", wird de Krassny von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.
Bislang hatte die Fondsmanagerin betont, dass neue Sanierungskonzept mit einer Zwei-Marken-Strategie und dem Schwerpunkt auf Max Bahr mitzutragen. Auch in der gestrigen Pressemitteilung betont Maseltov: "Wir unterstützten das Unternehmen und den Vorstand in seinen Bemühungen die Finanzierung unter der Gewährleistung der Aktionärsinteressen sicherzustellen".
Laut Reuters will de Krassny "zahlreiche Gespräche mit frustrierten Aktionären" geführt haben, um sich in der Hauptversammlung eine Mehrheit für den Aufsichtsratwechsel zu sichern. Sie selbst könne aber nicht sagen, wie viele Anteile ihre Gesprächspartner repräsentierten. Am 4. Juli wird es daher offenbar zu einer Kampfabstimmung über die weitere Zukunft der angeschlagenen Baumarktkette kommen.