
"Man muss sich die Hände schmutzig machen"
Der Karstadt-Investor Beny Steinmetz ist ein israelischer Diamanten-Milliardär. Bescheiden ist er nicht, aber gibt auch nicht gerne Interviews.
Björn BöerChefredakteurFamilienbetrieb Diamantenhandel
Schon der Vater des am 2. April 1956 in Netanja geborenen Steinmetz betrieb einen Diamanten-Handel. Als junger Mann baute Steinmetz dann von Antwerpen aus eines der wichtigsten Unternehmen der Branche, die Steinmetz Diamonds Group, auf. Zudem investierte er später weltweit in Rohstofflagerstätten, erwarb Minen, kaufte Immobilien, stieg in das Gas- und Erdölgeschäft sowie in die Investmentbranche ein. Das Imperium wachse "immer weiter", heißt es auf der Webseite.
Verschachteltes Firmenimperium
Unumstritten ist der inzwischen mit seiner Familie in Genf lebende Steinmetz allerdings nicht. Er spreche nur selten mit der Presse und sein Firmenimperium sei derart verschachtelt, dass es nur schwer überschaubar sei, schrieb der "New Yorker" im Juli. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda Ende Oktober berichtete, wurde Steinmetz von der Genfer Justiz vernommen, was sein Anwalt auch bestätigt habe. Hintergund: Bei der Erlangung des Schürfrechts seiner Bergbaugruppe BSG (Beny Steinmetz Group) Resources im westafrikanischen Guinea soll Korruption im Spiel gewesen sein.
In einem seiner seltenen Interviews deutete er im Gespräch mit der "Financial Times" 2012 an, dass bei Investitionen in instabilen und wenig entwickelten Ländern zum Teil mit harten Bandagen gekämpft werde: "BSGR geht diese Chancen aggressiv an. Man muss da ganz praktisch vorgehen. Es ist nicht einfach. Und man muss sich die Hände schmutzig machen."

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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