Social Müdia? Kunden interagieren bei Facebook immer seltener mit Marken

Social Müdia? Kunden interagieren bei Facebook immer seltener mit Marken

Fehlt es am passenden Content, wird es denn Nutzer zuviel oder sind sie das Bombardement mit "Gesprächsangeboten" der Marken auf Facebook schlichtweg überdrüssig? Fest steht: Die Bereitschaft der Nutzer zur Interaktion mit Marken in dem Social Network ist auf ein Rekordtief gesunken. Die Interaktionsrate liegt nur noch bei durchschnittlich 0,6%. 2011 erreichte sie noch 1,5%, 2010 gar traumhafte 4,3%.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Großteil der Interaktionen liegt dabei im Bereich der Lightweight Interactions („Gefällt mir“), Kommentare und Nutzer-Postings treten deutlich seltener auf. Nach der erweiterten Interaktions-Größe „Sprechen darüber“ interagieren im Schnitt immerhin 3,5% der Fans einer Seite mit dieser. Wenn Nutzer mit einer Marke interagieren, tun sie dies – neben Gewinnspielen – vor allem, um auf Neuigkeiten zu reagieren, etwas zu loben oder eine Frage zu stellen.

Kunden wollen Infos und Gewinnspiele

Der Großteil der Marken tritt – wie bereits im Vorjahr – als „Friend Brand“ auf (57%): Sie suchen direkten Dialog, Austausch und Kontakt mit ihren Fans. Gleichzeitig ist ein deutlicher Anstieg der Marken zu beobachten, die auf Facebook als Sender auftreten und ihre Fans eher einseitig mit Informationen versorgen (33%, 2011: 12%). Ein leichter Rückgang ist bei den Service Brands festzustellen (6%, 2011: 13%). Dabei entspricht der Anstieg der Sender Brands den Erwartungen der Nutzer.

Im Panel äußern die befragten Nutzer in erster Linie den Wunsch nach Informationen (84%), gefolgt von Gewinnspielen (65%) und Produktproben (47%) sowie Unterhaltung (42%).

Und da lassen sich die Gründe für die Gründe der schwachen Interaktionsrate vermutlich eher finden. Nutzer scheinen von den Marken in erster Linie eben nicht dialog-orientierte Angebote zu erwarten und sind zufrieden, wenn sie mit Infos und Goodies versorgt werden. Hinzu kommt, dass der starke Anstieg der Fanzahlen der Marken mit der Interaktionsrate korreliert. Will heißen: jetzt gewinnen Marken eben auch jene Fans, die eher im "Lean back"-Modus sind und das Angebot nur passiv wahrnehmen.

Facebook stärkt das Markenimage

Martina Vollbehr, Geschäftsführerin pilot Hamburg, hat angesichts der schwachen Interaktionsrate zudem noch ein Trostpflaster parat: „Auch bei niedriger Interaktion haben die Marken-Fans bei Facebook eine stärkere emotionale Bindung zu ihren Marken als Nicht-Markenfans zu ihren Top-Marken."

Fans auf Facebook bewerten Marken signifikant sympathischer (+24%), vertrauenswürdiger (+14%) und moderner (+8%) als Nicht-Markenfans ihre Top-Marken bewerten.

Facebook zeige sich heute als Reichweitenmedium, in dem Fans von ihren Marken informiert werden wollen, so Matthias Bonjer, Geschäftsführer Zucker.Kommunikation. Weil Dialog und Austausch nicht zwingend im Vordergrund stehen müsse, seien die Marken mehr denn je gefordert, differenziertere Kommunikationskonzepte zu entwickeln.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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