
Warum Google Shopping eine große Chance ist
Felix Kuehl redet nicht um den heißen Brei herum: Für kleinere Händler gibt es im digitalen Marketing keine Abkürzung zum Erfolg. Aber immerhin gibt es einen Weg. Der Country Manager DACH von ChannelAdvisor skizziert die Strecke im Interview.
Felix Kuehl: Auf kompetente Partner setzen, oder sich zumindest endlich mit der Materie auseinandersetzen.
Welche Feature sollte man besonders nutzen?
Felix Kuehl: Automatische Gebotsstrategien, vor allem im Bereich Google Shopping, werden durch Machine Learning und Google’s Hoheit über Historische Daten der Nutzer, immer stärker und effizienter. Zudem zeigen neue Anzeigetypen wie mobil orientierte Showcase Ads großes Potenzial.
Gibt es andere schnelle, effektive und kostengünstige Lösungen, mit denen auch kleinere Händler wettbewerbsfähig bleiben können?
Felix Kuehl: Nein. There is no shortcut to success.
Auch Google Shopping wird immer größer. Doch viele Händler zögern. Welche Chancen lassen sie sich entgehen?
Felix Kuehl: Hier kommt es natürlich auch immer auf die Nische, bzw. Das Produktportfolio an. Grundsätzlich sehen wir aber eine klare Tendenz in Richtung Google Shopping. Ein typischer Online Retailer-Schnitt liegt hier bei etwa 70:30 Shopping zu Search.
Was wird aus dem neuen Format Google Shopping Actions? Lohnt es, sich darauf vorzubereiten?
Felix Kuehl: Definitiv. Als Synergieeffekt zu den bisherigen Shopping Ads, vor allem da GSA-Anzeigen auch im gleichen Bereich neben Shopping Ads angezeigt werden, sollte hier nicht verschlafen werden. Vor allem für Händler ohne eigenen Customer Service ist Google Shopping Actions eine große Chance, da Customer Service und Bestellabwicklung von Google übernommen wird.
Allerdings werden Marktplätze auch mehr und mehr zu Suchmaschinen. Allen voran Amazon. Daher müssen Händler auch auf Marktplätzen überzeugend werben und überzeugend präsent sein. Was sind hier die Hygienefaktoren?
Felix Kuehl: Allem voran sollte eine klare digitale Marketingstrategie entwickelt werden, die sich wie ein roter Faden durch alle Vertriebskanäle zieht. Ein Image/Stilbruch wäre hier nicht nur finanziell, sondern auch in der Kundenakquisition fatal.
Wo beginnt dann die Kür?
Die Marktplätze haben die Werbemöglichkeiten zunehmend verfeinert. Was geht da noch „per Hand“?
Felix Kuehl: Vor allem das Beurteilen von Werbe-Keywords und deren Performance ist nicht zwangsweise komplett zu automatisieren. Nichts desto Trotz bewegen wir uns immer weiter von der manuellen Optimierung in Richtung Automatisierung. Vor allem auch um unsere Fachkräfte eher auf strategischer Ebene agieren lassen zu können.
Welche Schnittstellen muss man mitbringen, bzw wie muss man sich technisch darauf vorbereiten?
Felix Kuehl: Insbesondere im Bereich Google Shopping wird es immer wichtiger, Produktdaten zeitnah anpassen und einspielen zu können. Als klares notwendiges Schnittstellenbeispiel gilt hier die Google Content API zu nutzen.
Die Marketing Automation nimmt Marketern viel Arbeit ab. Wo kann dies auch für den Mittelstand sinnvoll sein?
Felix Kuehl (lacht): Es nimmt auch den Marketern im Mittelstand die Arbeit ab.
Gerade auf Marktplätzen und auch bei Google Shopping kommt es am Ende häufig auf den Preis an. Ist Dynamic Pricing mit Re-Pricern heute Pflicht?
Felix Kuehl: Ja und Nein. Das kommt auf die Brand, die Marketingstrategie, die Wettbewerbslage und viele zusätzliche Faktoren an. Vor allem aber auch die Preisparitätsfrage stellt sich für Händler, die sowohl auf Google Shopping, als auch auf Amazon setzen.
Welche Technologien und Services werden 2020 eine wichtigere Rolle spielen? Wofür sollte man Budget reservieren?
Felix Kuehl: Der immer weiter ansteigende Mobile First-Trend sollte nicht vernachlässigt werden. Aber auch Voice Search wird eine immer zunehmende Rolle spielen.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge