Media-Saturn übernimmt Redcoon komplett / Reiner Heckel geht von Bord

Media-Saturn übernimmt Redcoon komplett / Reiner Heckel geht von Bord

Es holperte zuletzt gehörig bei Redcoon, nun herrschen zumindest personell klare Verhältnisse: Reiner Heckel, Mitgründer und CEO des Unternehmens, scheidet aus und verkauft seine Anteile an dem Unternehmen. Der Mehrheitseigner, die Media-Saturn-Unternehmensgruppe, hatte sich die Option gesichert, auch den verbleibenden 10-Prozent-Anteil zu übernehmen und stockt nun auf 100 Prozent auf.

KJKlaus JankeRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Es rumorte zuletzt gehörig bei Redcoon, nun herrschen zumindest personell klare Verhältnisse: Reiner Heckel, Mitgründer und CEO des Unternehmens, scheidet aus und verkauft seine Anteile an dem Unternehmen. Der Mehrheitseigner, die Media-Saturn-Unternehmensgruppe, hatte sich die Option gesichert, auch den verbleibenden 10-Prozent-Anteil zu übernehmen und stockt nun auf 100 Prozent auf.

Die Chef-Position soll möglichst schnell neu besetzt werden. Für den Übergang übernimmt ab sofort Martin Wild, Vice President Online Media-Saturn-Holding, die CEO-Aufgaben. Er bildet gemeinsam mit CFO Axel Grimm und CPO Andreas Oerter die Geschäftsführung.

Laut „LZ“ vermuten Insider, dass die Chemie zwischen Heckel und Media-Saturn einfach nicht gestimmt habe. Redcoon wurde immer enger an Media-Saturn gebunden, Heckel bekam mit Oerter einen Co-Geschäftsführer zur Seite gestellt. Zudem blieb zuletzt der Erfolg aus: Statt der angepeilten 500 Millionen Euro stagnierte der Umsatz 2012 bei 432 Millionen Euro. Seit Herbst 2012 beleben die teuren Werbekampagnen zwar das Geschäft, belasten aber das Ergebnis. Zudem stießen die „Busen“-Spots mit den vier It-Girls nicht nur auf Begeisterung.

Media Saturn hatte das Unternehmen 2011 für 100 Millionen Euro übernommen, um endlich den Einstieg ins E-Commerce-Geschäft zu schaffen. Aber die Integration verlief nicht ohne Probleme: Redcoon macht den angestammten Marken Media-Markt und Saturn unangenehme Konkurrenz, Lieferanten versuchen, den Online-Billigheimer zu übergehen. Daher wird immer wieder über einen Redcoon-Verkauf spekuliert. Horst Norberg, CEO Media-Saturn-Holding, betont allerdings: "Redcoon ist als unsere dritte Vertriebsmarke bereits heute ein fester Bestandteil unserer Unternehmensgruppe, der sich sehr gut entwickelt und mit dem wir noch vieles vorhaben."

#BL+4767#10 Jahre Redcoon – die wichtigsten Stationen



2003: Das Unternehmen wird in Aschaffenburg von Reiner Heckel und einigen anderen Teilhabern gegründet und ist in Deutschland, Österreich und Spanien aktiv. Das Angebot besteht zunächst aus ausgewählten TV- und HiFi-Artikeln. Später kommen Foto, Haushaltsgeräte, Computer, Smartphones, Werkzeuge, Garten- und Fitnessgeräte hinzu.

2004-2006: Redcoon startet in Portugal, den Niederlanden und Belgien

2008: Redcoon startet in Polen und Italien

2009-2010: Redcoon startet in Dänemark und Frankreich



2011: Reiner Heckel verkauft 90 Prozent der Anteile an die Media Saturn Holding, die Redcoon übernimmt. Neben 36.000 Elektronikartikeln kommen eine Million Buchtitel ins Sortiment. Der Onlineshop für Deutschland und Österreich wird relauncht. Das Weihnachtsgeschäft setzt neue Maßstäbe: Mit 3 Millionen Euro Tagesumsatz ist der 15. Dezember der erfolgreichste Tag der Firmengeschichte.

2012: Die berühmt-berüchtigte „So viel Billig gab’s noch nie!“ mit den freizügigen It-Girls Gina-Lisa Lohfink, Micaela Schäfer, Jordan Carver und Sandra Lang startet. In Erfurt wird ein neues Logistikzentrum eröffnet.

2013: Redcoon beschäftigt rund 650 Mitarbeiter in zehn Ländern. Das Angebot umfasst mittlerweile 50.000 Elektronikartikel und eine Million Bücher. Das zehnjährige Jubiläum wird mit einer großen Kampagne gefeiert.
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Geschrieben vonKlaus Janke

Redakteur

Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.

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