Mieter drängen immer stärker in die 1A-Lagen

Mieter drängen immer stärker in die 1A-Lagen

Der Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien ist leicht rückläufig. Und es gibt einen immer größere Nachfrage nach Spitzenlagen. Aber auch die Stadtteile werden attraktiver.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Insgesamt seien auf dem deutschen Markt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1.122 Mietvertragsabschlüsse gemeldet worden, schreibt CBRE. An den 1A-Lagen gibt es dabei ein steigendes Interesse. 292 Vermietungen (26 Prozent Marktanteil) betreffen dieses Segment - das ist ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. "Der Handel expandiert selektiv", sagt Karsten Burbach, Head of Retail bei CBRE. "Der Fokus auf die Top-Innenstadtlagen ist dabei ungebrochen."

Es wird eng in den Spitzenlagen

Weil das ungebremste Interesse nach Objekten in Spitzenlagen nur immer schwer befriedigt werden kann, weichen offenbar viele Mieter in Stadtteillagen aus. Hier stieg jedenfalls die Nachfrage um 17 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Für CBRE sei dieser Trend getragen von Lebensmitteleinzelhandel, der die Nahversorgung ausbaue. Folglich würden diese Lagen, vor allem in Großstädten, für Expansionen immer interessanter.

Der Vermietungsmarkt wird stark getragen von niederländischen vertikalen Händlern. So haben Textilfilialisten wie Scotch&Soda, Mexx und Rituals im ersten Halbjahr 24 Objekte angemietet. Insgesamt seien 22 neue nationale und internationale Formate auf den Vermietungsmarkt gekommen, der von den Branchen Bekleidung, Lebensmittel und Gastronomie beherrscht wird. Allerdings gab es eine Veränderung: Lag der Marktanteil der Bekleidung im ersten Halbjahr 2011 bei 37,3 Prozent, liegt er 2012 nur noch bei nur 28 Prozent (minus 9,3 Prozentpunkte).

Weniger neue Center, weniger neue Vermietungen

Ein starkes Wachstum erfuhren die Lebensmittelhändler mit einem Zuwachs von 8,5 Prozentpunkten im Halbjahresvergleich auf 18,7 Prozent. Der Rückgang des Bekleidungshandels am Gesamtvermietungsaufkommen ist in der ersten Linie durch die geringe Neubauaktivität von Shopping-Centern begründet.

Der durchschnittliche Flächenanteil an Bekleidung im Branchenmix eines Shopping-Centers liegt erfahrungsgemäß bei etwa 60 Prozent. Kommen weniger Objekte dieser Art auf den Markt, fehlt vielen Konzepten die Möglichkeit zur Expansion. Die Vermietungen bei Centern sanken von 45 auf 23 Prozent der Gesamtmenge.

Berlin, Berlin...

Berlin bleibt die Stadt mit der höchsten Nachfrage bei den Mietern. Im ersten Halbjahr zählte CBRE in der Hauptstadt 88 neue Vermietungen. Dahinter folgen Hamburg mit 71 und Frankfurt am Main mit 41 neuen Abschlüssen.

Erstmalig unter den Top 10 der aktivsten Mietmärkte rangiert Bonn mit neuen 20 Mietvertragsabschlüssen. Diese hohe Vermietungsaktivität zeigt, dass der Handel auch Flächen außerhalb der deutschen Metropolen aufnimmt, sobald die passenden Flächen am Markt verfügbar sind. So gibt es in der ehemaligen Hauptstadt jetzt auch einen Hollister-Laden aus dem Haus Abercrombie & Fitch.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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