Milchstreit: Handel mit sauberer Weste

Milchstreit: Handel mit sauberer Weste

Nach einer Anhörung im Bundeskartellamt sieht sich die Handelsbranche von den Vorwürfen entlastet, sie würde die Milchpreise einseitig diktieren.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Der HDE-Hauptgeschäftsführer äußerte sich zufrieden über den Verlauf der Anhörung und sagte, dass die Behörde den Argumenten des Handels "genau zugehört" habe.

Ein weiterer Beteiligter an dem Gespräch sagte gegenüber derhandel.de, die Diskussion sei sachlich verlaufen. Auch die anwesenden Vertreter des Bauernverbandes, die sich in der Vergangenheit sehr leicht echauffiert hätten, seien diesmal ruhig geblieben.

"Wir sind nicht der Sündenbock"

"Der Einzelhandel ist nicht der Sündenbock für die Strukturprobleme der Milchbranche", hatte Genth nach der Anhörung gesagt. "Es gibt keine generelle einseitige Nachfragemacht des Lebensmittelhandels."

Lediglich 14 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch kämen als Frisch- oder H-Milch in die Regale des Handels. Nur 40 Prozent der in heimischen Molkereien hergestellten Produkte würden hier verkauft. Die Molkereien hätten also auch andere Absatzkanäle als den deutschen Handel, betonte der HDE-Chef.

Dass es sowohl bei Landwirten als auch bei den Molkereien große Überkapazitäten gibt, könne der Handelsbranche nicht angelastet werden, so Genth.

Mehrere große Discounter und Supermarktketten haben in den vergangenen Wochen die Milchpreise erhöht.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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