Mobilfunkanbieter setzen auf Geschäftskunden

Mobilfunkanbieter setzen auf Geschäftskunden

Eine neue Analyse von Frost & Sullivan erwartet beim Mobilfunk einen Anstieg der Teilnehmerzahl bei den Geschäftskunden. Sie zeichnen sich durch geringeren Akquisitionsaufwand, höhere durchschnittliche Umsätze und große Kundentreue aus.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Seit dem Jahr 2000 sieht sich der Mobilfunkmarkt mit rückläufigem Wachstum, zunehmender Sättigung und sinkenden Einnahmen pro Teilnehmer konfrontiert. Hinzu kommen die Schulden durch UMTS-Lizenzerwerb und -Netzaufbau sowie eine Verschärfung des Wettbewerbs durch die Anbieter virtueller Netze und Neueinsteiger mit UMTS-Lizenzen.

In dieser Situation setzen die Mobilfunkgesellschaften verstärkt auf den lukrativen Bereich der Geschäftskunden, der sich durch geringeren Akquisitionsaufwand, höhere durchschnittliche Umsätze und große Kundentreue auszeichnet. Allerdings zeigen sich laut Frost & Sullivan viele Unternehmen aufgrund mangelnder Kenntnis und enttäuschten Erwartungen bislang eher zurückhaltend. Jetzt hoffen Netzbetreiber und Lösungsanbieter darauf, dass die potenziellen Kunden die Möglichkeiten der mobilen Datenkommunikation realistischer einschätzen und diese Option zunehmend akzeptieren. Dazu dürfte vor allem die Einführung von GPRS beitragen, durch die ein viel größeres Spektrum von Datendiensten verbesserter Qualität realisierbar wird.

Im Jahr 2000 waren nur 9,4% der Mobilfunkteilnehmer Geschäftskunden, die aber für knapp 16% der Gesamtumsätze (Sprach- und Datenverkehr) verantwortlich zeichneten. Dieses Verhältnis soll im Jahr 2006 sogar noch extremer ausfallen: Knapp 12% der Teilnehmer sollen Geschäftskunden sein und für 23% der Gesamteinnahmen sorgen.

Die größten Chancen hinsichtlich der Nutzerzahlen bieten nach Ben Donnelly, Research Analyst bei Frost & Sullivan, horizontale Anwendungen wie E-Mail und Personal Information Management (PIM), Sales Force Automation (SFA) und Field Service Management (FSM). Für den Unternehmensmarkt sind komplexe Datenanwendungen und -dienste erforderlich, zu deren Bereitstellung die Netzbetreiber mit Anbietern von Unternehmenssoftware wie Microsoft, Oracle, Siebel und SAP zusammenarbeiten müssen. Dabei besteht nach Angaben von Frost & Sullivan die Gefahr, die Kontrolle über das gesamte Geschäft an die großen Softwareanbieter zu verlieren. Allerdings müssen auch diese Unternehmen sich einem Wettbewerb mit kleineren, auf Mobilfunk spezialisierten Softwareanbietern stellen. Diese verfügen über eine genauere Kenntnis des Marktes, ein flexibles Service-Portfolio und Spezialwissen für die Entwicklung von Mobilfunk-Lösungen. Sie wiederum müssen für ihren Erfolg Markenbewusstsein und Fähigkeiten zur Systemintegration entwickeln. Die Anbieter von IT-Lösungen besitzen nur wenig Erfahrung im Mobilfunkbereich und sind erst seit kurzem mit entsprechenden Lösungen auf dem Markt. Nach Meinung der Analysten von Frost & Sullivan können sie von Partnerschaften mit den Mobilfunkbetreibern profitieren und eventuell Spezialanbieter übernehmen.

Die Studie "Frost & Sullivan's Analysis Of The European Enterprise Wireless Data Services Market" (Report 3975) ist zum Preis von 5.000 Euro bei der untenstehenden Adresse erhältlich. (ST)


KONTAKT:

Frost & Sullivan
Klemensstrasse 9
60487 Frankfurt am Main
Tel. 069-7703311
Fax 069-234566
Internet: www.frost.com

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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