Amazons Rufus, Online-Streitbeilegung, Parship, Lidl, Shein & Temu, Uber, BBC Studios, beschädigte QR-Codes, Shopping-Apps

Amazons Rufus, Online-Streitbeilegung, Parship, Lidl, Shein & Temu, Uber, BBC Studios, beschädigte QR-Codes, Shopping-Apps

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Amazons Rufus, Online-Streitbeilegung, Parship, Lidl, Shein & Temu, Uber, BBC Studios und weiteren Themen des Tages.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Amazon bringt Rufus auf den Desktop
Amazon bringt seinen KI-Shopping-Assistenten „Rufus“ in Deutschland und Österreich auf Desktop-Computer, berichtet Retail-News.de. Der digitale Berater analysiere Produktdaten, Kundenbewertungen und Community-Fragen, um maßgeschneiderte Empfehlungen zu liefern. Nutzer könnten Rufus nach Produktvergleichen, Kaufberatung oder sogar Geschenkideen fragen. Die Beta-Version stehe allen Kunden ab sofort zur Verfügung – am Desktop über das Rufus-Symbol im Browser, mobil über die Amazon-App.

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Links zur Online-Streitbeilegung müssen entfernt werden
Die EU schaltete gestern ihre Plattform zur Online-Streitbeilegung ab, berichtet Onlinehandler-News.de. Der Grund sei die minimale Nutzung mit europaweit weniger als 200 Fällen jährlich. Online-Händler müssten den OS-Link nun aus Impressum und AGB entfernen, um Abmahnungen zu vermeiden. Das Beibehalten könne als Verbrauchertäuschung gewertet werden. Wer im Rahmen einer Abmahnung wegen fehlender OS-Links bereits eine Unterlassungserklärung unterzeichnet habe, müsse diese von Experten prüfen lassen: Gegebenenfalls müsse sie gekündigt werden.

BGH kippt Parships zwölfwöchige Kündigungsfrist
Der Bundesgerichtshof erklärte am 17. Juli laut VZBV.de Parships automatische Vertragsverlängerung für Sechsmonatsverträge für unwirksam. Die zwölfwöchige Kündigungsfrist vor Vertragsende sei unzumutbar, urteilten die Richter nach einer Klage der Verbraucherzentrale. Betroffen seien Verträge bis Februar 2022. Nutzer könnten nun Geld für erzwungene Vertragsverlängerungen zurückfordern – Teilnehmer der Musterfeststellungsklage sogar rückwirkend bis 2018. Zwölfmonatsverträge blieben vom Urteil unberührt.

Lidl rollt digitale Pfandbons aus
Lidl weitet die digitalen Pfandbons über das bisherige Testgebiet hinaus aus, berichtet Supermarktblog.com. Kunden könnten dann künftig ihre Pfandbeträge über die Lidl-Plus-App per QR-Code-Scanner direkt als Guthaben sammeln. Die Einlösung erfolge automatisch beim nächsten Kassenscan, allerdings nur in der jeweiligen Erstellungsfiliale. Die digitalen Bons seien drei Jahre gültig, würden aber bei Konto-Löschung unwiderruflich verfallen. Eine offizielle Bestätigung eines deutschlandweiten Roll-outs gebe es bislang nicht, der Discounter spreche lediglich von einer erweiterten „Testphase“.


HANDEL INTERNATIONAL

EU testet heimlich Shein- und Temu-Waren auf Sicherheit
EU-Justizkommissar Michael McGrath zeigt sich schockiert über die Gefährlichkeit von Waren chinesischer Online-Plattformen wie Shein und Temu, berichtet Theguardian.com. Eine laufende EU-weite Testkäufer-Operation solle weitere Belege für Gesetzesverstöße sammeln. Besonders erschreckend seien bislang Babyschnuller mit Erstickungsrisiko und Kosmetika mit dem seit 2022 verbotenen Wirkstoff Lillal gewesen. Das EU-Warnsystem „Safety Gate“ verzeichnete 2024 bereits einen Rekord von 4.137 Meldungen gefährlicher Produkte, über ein Drittel davon beträfen Kosmetika.

Österreich: Handelsverband startet Marktplatz-Bündnis
Der Österreichische Handelsverband gründet laut Pressemitteilung einen Marktplatz-Cluster, um regionale Online-Marktplätze zu stärken. Das neue Gütesiegel „Österreichischer Marktplatz“ zeichne heimische Plattformen aus, die vor Ort wirtschaften und Steuern zahlen. Die Initiative solle Händlern den Zugang zu Marktplätzen erleichtern und deren Sichtbarkeit steigern. Hintergrund sei die wachsende Bedeutung der Plattform-Ökonomie: Bereits 96 Prozent aller Online-Shopper hätten mindestens einmal auf einem Online-Marktplatz gekauft. Der Cluster fungiere als Weiterentwicklung der bestehenden Initiative Ecommerceaustria.at.

Uber plant den Einsatz von 20.000 Robotaxis
Uber will in den kommenden sechs Jahren mindestens 20.000 eigene Robotaxis auf Basis von SUVs des Herstellers Lucid einführen, berichtet Manager-Magazin.de. Der Fahrdienst-Vermittler mache damit seinen eigenen Fahrern Konkurrenz. Die autonome Technik liefere das amerikanische Unternehmen Nuro, während Lucid 300 Mio. Dollar für den Umbau der einzusetzenden „Gravity“-Modelle erhalte. Bereits heute seien Waymo-Robotaxis über die Uber-App buchbar, künftig kämen auch Fahrzeuge von Volkswagen und dem chinesischen Anbieter Baidu dazu. Uber hatte nach einem tödlichen Testunfall seine eigene Robotaxi-Entwicklung eingestellt.

USA: Bei 15 Prozent aller Retouren wird betrogen
Bei 685 Mrd. Dollar Gesamtwert aller Warenretouren in den USA gingen 2024 insgesamt 103 Mrd. Dollar auf Retourenbetrug zurück – das entspricht 15 Prozent, zitiert Businessinsider.com eine Studie von Appriss Retail und Deloitte. Über die Hälfte der US-Verbraucher gestehe, schon einmal bei der Rückgabe betrogen zu haben. Der Online-Handel verschärfe das Problem: Zum einen würden Lagerarbeiter Artikel weniger genau prüften als Verkaufspersonal, zum anderen hätten die großen Plattformen durch großzügige Retourenrichtlinien eine Anspruchshaltung geschaffen, die sich kleinere Händler nicht leisten könnten.

BBC eröffnet Shop für Fans seiner Serien
BBC Studios startet laut Lbbonline.com einen globalen E-Commerce-Shop für Fanprodukte. Die Plattform biete exklusive Merchandise von Doctor Who, Bluey, Top Gear und weiteren BBC-Marken – der Launch beginne morgen mit Doctor-Who-Produkten. BBC Studios dominiere bereits als Marktführer die digitale Landschaft Großbritanniens – sowohl bei der Wiedergabezeit auf YouTube als auch beim Nutzer-Engagement auf TikTok. Mit über 150 Kanälen in mehr als 17 Sprachen erreiche das Unternehmen wöchentlich 40 Mio. Menschen.


Was hilft bei beschädigten Strichcodes?
Ein Stück QR-Code abgerissen, ein Kratzer im Barcode: Das ist ärgerlich, aber nicht unbedingt eine Katastrophe. Auch beschädigte und verschmutzte Codes können funktionieren, in gewissem Rahmen ist eine Reparatur möglich, wie Etailment.de schreibt. Außerdem gibt es Workarounds.

Vom Acker ins Internet: Landwirte vermarkten digital
Landwirte setzen zunehmend digitale Vermarktungsplattformen für den Verkauf ihrer Erzeugnisse ein, wie Landundforst.de berichtet. Plattformen wie Farmtrade, Agrarconnect und Cropspot böten neue Absatzwege für Getreide und Kartoffeln. Die Online-Shops und Apps funktionierten wie „Ebay Kleinanzeigen für Landwirte“ und ermöglichten direkten Kontakt zwischen Erzeugern und Händlern. Landwirte könnten überregional vermarkten, bessere Preise erzielen und neue Geschäftskontakte knüpfen. Während Farmtrade und Agrarconnect derzeit kostenlos seien, wickle Cropspot Verträge direkt über die Plattform ab und erhalte eine Provision.

Shopping-Apps: Amazon will viermal mehr Berechtigungen als Temu
Die britische Verbraucherschutzorganisation „Which?“ untersuchte laut Channelx.world 20 populäre Apps und deckte drastische Unterschiede beim Datenhunger auf: Während der chinesische Shopping-Newcomer Temu lediglich zwölf Smartphone-Berechtigungen einfordere, verlange Marktriese Amazon 48 und Aliexpress sogar 50 Zugriffe. Facebook führe die Liste mit 69 Berechtigungen – inklusive präziser Standortdaten – ungeschlagen an. Besonders brisant seien Apps, die Mikrofon- oder Kamerarechte fordern, diese jedoch angeblich nie nutzen würden.

Chinas Weride startet ersten fahrerlosen Bus Südostasiens
Das chinesische Tech-Unternehmen Weride startet in Singapur den ersten vollautonomen Busservice Südostasiens, berichtet Scmp.com. Der fahrerlose Robobus verkehre auf der Insel Sentosa alle zwölf Minuten auf einer 1,2 Kilometer langen Rundstrecke zwischen drei Hotels und einem Einkaufszentrum. Das Fahrzeug verfüge über 360-Grad-Rundumsicht und erkenne Hindernisse bereits auf über 200 Meter Entfernung. Nach einjähriger Testphase mit Zehntausenden transportierten Passagieren und null Unfällen habe Singapurs Verkehrsbehörde den Betrieb ohne Sicherheitsfahrer genehmigt.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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