Home24, Delivery Hero, AGB, Softwareone, Alibaba, JD Health, Shein, Atos, Apple + Brighter AI, Deepfakes, KI-Start-ups, New Balance

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Aktuelle E-Commerce-News: Home24, Delivery Hero, AGB, Softwareone, Alibaba, JD Health, Shein, Atos, Apple + Brighter AI und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Deutsche Exporte und Importe 2023 gesunken
Die deutschen Exporte sind im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1562,1 Mrd. Euro gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Besonders drastisch war der Rückgang im Dezember mit einem Minus von 4,6 Prozent. Der Rückgang betraf in diesem Monat alle wichtigen Märkte: Die Ausfuhren in die Europäische Union sanken um 5,5 Prozent, in die Vereinigten Staaten um ebenfalls 5,5 Prozent, nach Großbritannien um 4,3 Prozent und nach China um 7,9 Prozent. Auch die Importe sanken um 9,7 Prozent auf 1352,5 Mrd. Euro.

Verbraucherstimmung im Februar stabilisiert
Das Stimmungsbild der Verbraucher hat sich nach dem Einbruch im Januar nicht weiter verschlechtert, sondern stabilisiert sich auf niedrigem Niveau, wie der HDE-Konsumklimaindex zeigt. Unter dem Eindruck der Konjunkturprognosen, die für dieses Jahr ein leichtes Wachstum erwarten, haben sich sowohl die Anschaffungsneigung als auch die Erwartungen an das eigene Einkommen leicht erhöht, allerdings gilt dies auch für die Sparneigung, so dass vom privaten Konsum keine Wachstumsimpulse zu erwarten sind.

Drittanbieter bescheren Home24 100 Mio. Euro Umsatz
Drittanbieter haben auf dem Berliner Online-Möbelmarktplatz Home24 im vergangenen Jahr einen Umsatz von 100 Millionen Euro erzielt, berichtet Ecommercenews.eu. Das Unternehmen, das 2009 noch unter dem Namen FP Commerce gestartet war, hat den Marktplatz erst 2022 mit rund hundert Händlern gelauncht und konnte so sein Angebot auf über 250.000 Produkte erweitern, ohne eigene Lagerkapazitäten ausbauen zu müssen. In Europa ist Home24 in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Italien aktiv.

Delivery Hero erreicht Gewinnschwelle
Delivery Hero hat seine vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal 2023 vorgestellt, wonach der Berliner Essenslieferdienst seinen Umsatz um 15,7 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro steigern konnte, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Der Bruttowarenwert stieg dabei um 6,8 Prozent auf 47,6 Mrd. Euro. In der zweiten Jahreshälfte konnte zudem die Gewinnschwelle erreicht werden, der operative Gewinn für 2023 wird bei über 250 Mio. Euro liegen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr seine Strategie geändert und setzt nun auf Profitabilität statt auf schnelles Wachstum.

Jeder Vierte liest online nie die AGB
Ein Viertel aller Internetnutzer gab in einer Bitkom-Umfrage an, Geschäftsbedingungen niemals zu lesen, die große Mehrheit von 63 Prozent liest oder überfliegt sie gelegentlich und nur 11 Prozent lesen sie immer. 80 Prozent sind der Meinung, dass AGB zu kompliziert geschrieben sind, 74 Prozent halten sie für zu ausführlich, weshalb 85 Prozent darauf vertrauen, dass Geschäftsbedingungen in Deutschland einem gewissen Sicherheitsstandard entsprechen. Offline, also z.B. in Geschäften, lesen drei Viertel der Befragten die AGB nie und nur wackere zwei Prozent immer.


HANDEL INTERNATIONAL

Softwareone: Gründer wollen Verwaltungsrat entmachten
Die Gründeraktionäre des Schweizer IT-Dienstleisters Softwareone, die knapp 30 Prozent der Aktien halten, verlangen eine Generalversammlung, um den Verwaltungsrat auszuwechseln, berichtet Handelszeitung.ch. Vorausgegangen war die Ablehnung eines Übernahmeangebots der amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital – Morning Briefing berichtete – ohne dass die Offerte den Aktionären vorgelegt worden war. Die unverbindliche Wertindikation des Angebots lag bei 18,80 Franken pro Aktie und war bereits der dritte Anlauf von Bain Capital.

Alibaba möchte offenbar Freshippo und RT-Mart verkaufen
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters plant Alibaba den Verkauf des Lebensmittelunternehmens Freshippo und des Einzelhändlers RT-Mart aus seinem Unternehmensportfolio. Dazu würden derzeit Gespräche mit potenziellen Investoren geführt, ähnlich wie bereits bei der eigenen Kaufhaussparte Intime. Der Verkaufsplan würde in die neue Strategie von Alibaba unter CEO Eddie Wu passen, der sich offenbar stärker auf das profitable E-Commerce-Kerngeschäft konzentrieren und verlustbringende Einheiten abstoßen will.

JD Health stellt seinen „Family Doctor“ vor
JD Health, die Gesundheitstochter von JD.com, hat in ihrer App ab sofort einen „Family Doctor“-Service speziell auch für ältere Menschen eingeführt, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab. Das neue „Hausarzt“-Dienstleistungspaket kann von bis zu acht Familienmitgliedern gemeinsam genutzt werden und bietet rund um die Uhr unbegrenzt medizinische Online-Beratung mit sofortiger Antwort eines Allgemeinmediziners sowie fachärztliche Beratung innerhalb von 48 Stunden. Darüber hinaus können Termine gebucht oder Medikamente gekauft werden. In China fehlen noch 350.000 Allgemeinmediziner für eine flächendeckende Versorgung, gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung schnell an.

Shein weiter vor urheberrechtlichen Problemen
Die chinesische Fast-Fashion-Plattform steht weiterhin wegen billiger Nachahmungen vor rechtlichen Problemen, berichtet Fashionunited.com. Anscheinend ist es beispielsweise innerhalb von zwei Jahren nun zu einem zweiten gerichtlichen Vergleich mit dem Sonnenbrillenhersteller Oakley gekommen, der das Unternehmen in der Klageschrift als „wiederholter Fälscher“ bezeichnet hatte. Laut Financial Times ist die Gesamtzahl der Urheberrechtsklagen auf über 100 gestiegen, obwohl Shein versichert hatte, in Systeme zur Erkennung von Urheberrechtsverletzungen in seiner Lieferkette investiert zu haben.

Atos sagt Kapitalerhöhung ab
Der französische IT-Dienstleister Atos hat die geplante 720 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung abgesagt und verhandelt mit seinen Banken über eine Umschuldung seiner Verbindlichkeiten. Laut Reuters.com haben die Investmentbanken BNP Paribas und JPMorgan, die die Emission garantieren sollten, wohl einen Rückzieher gemacht. Das Unternehmen muss bis Mai 2025 rund 2,25 Mrd. Euro refinanzieren, davon 1,5 Mrd. bis Januar 2025. Die Gespräche über den Verkauf der Cybersicherheitsfirma BDS an Airbus und der Beratungssparte Tech Foundation an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky stocken. Atos beschäftigt weltweit rund 110.000 Mitarbeiter und erwartet für 2022 einen Umsatz von 11,3 Mrd. Euro in den Kerngeschäftsfeldern Zahlungsverkehr, Systemintegration und Outsourcing.


Apple will offenbar Berliner KI-Start-up Brighter AI kaufen
Nach Insider-Informationen von 9to5mac.com plant Apple offenbar, das Berliner KI-Start-up Brighter AI zu kaufen. Grund dafür sei, dass mit dem neuen Headset Vision Pro unbemerkt Videos aufgenommen werden können – ein Datenschutzproblem, das 2015 zum vorzeitigen Ende von Google Glass geführt hatte. Während es derzeit – etwa bei Apple Maps – Standard ist, Gesichter oder Autokennzeichen bis zur Unkenntlichkeit zu verwischen, kann Brighter AI diese dank seiner KI-Technologie „Deep Natural Anonymization“ in Echtzeit durch zufällig generierte anonyme Gesichter oder Autokennzeichen ersetzen.

Firma verliert durch Deepfake-Videos 25 Mio. Dollar
Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung eines multinationalen Unternehmens in Hongkong überwies 25 Mio. Dollar auf fünf Konten von Betrügern, nachdem er in einer Zoom-Konferenz mit Außenstehenden diese Anweisung von seinen Vorgesetzten und dem CFO erhalten hatte. Wie die Polizei laut Smcp.com mitteilte, handelte es sich bei allen zugeschalteten Personen um Deepfakes, die auf der Grundlage von öffentlich zugänglichem Videomaterial erstellt wurden; eine Interaktion mit dem betrogenen Mitarbeiter wurde vermieden.

KI-Start-ups im Einsatz gegen Staus
Start-ups wie Citydata, Ximedes oder Mobimeo bieten Großstädten die Möglichkeit, ihr Verkehrsmanagement, ihre Routen- und Ladeplanung sowie ihre Stadtplanung mithilfe von künstlicher Intelligenz zu verbessern, berichtet Businessinsider.de. In Pittsburgh beispielsweise hat der Einsatz von KI-gesteuerten Verkehrssignalen, die ohne Verzögerung auf die aktuelle Verkehrssituation reagieren können, die Leerlaufzeiten der Autos um 40 Prozent und die durchschnittliche Fahrzeit um 26 Prozent reduziert. Aus diesem Grund hat die EU bereits das Programm AI4Cities ins Leben gerufen.


NACHHALTIGKEIT

New Balance mit eigenem Second-Hand-Shop online
Der US-amerikanische Sportartikelhersteller New Balance hat unter dem Namen „Reconsidered“ einen Online-Shop für gebrauchte Sportschuhe seiner Marke eröffnet, wie Fashionunited.com berichtet. Kunden können ihre New Balance-Schuhe per Post einsenden oder in einer Filiale abgeben und erhalten dafür einen Gutschein für den nächsten Einkauf. Reconsidered ist derzeit nur für Kunden in den USA verfügbar und wird in der ersten Testphase in acht Einzelhandelsgeschäften angeboten.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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