Konsumklima, Flaconi, Export, Delticom, Farfetch, Boohoo, FTC + KI, Lieferkettengesetz, Instacart, Apple, Kimchi, Newegg

Konsumklima, Flaconi, Export, Delticom, Farfetch, Boohoo, FTC + KI, Lieferkettengesetz, Instacart, Apple, Kimchi, Newegg

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Konsumklima, Flaconi, Export, Delticom, Farfetch, Boohoo, FTC + KI, Lieferkettengesetz und weiteren Themen des Tages.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Verbraucherstimmung spürbar eingetrübt
Das Konsumklima in Deutschland ist laut GfK im Januar von -25,4 auf -29,7 Punkte gefallen und hat damit den schlechtesten Wert seit März 2023 erreicht. Sowohl die Erwartungen an das eigene Einkommen als auch die Bereitschaft, Anschaffungen zu tätigen, sind deutlich gesunken, während die Sparneigung der Verbraucher um 6,7 Punkte auf 14 Punkte gestiegen ist – ein Wert, der zuletzt im August 2008 während der weltweiten Finanzkrise erreicht wurde.

Flaconi schreibt schwarze Zahlen
Die Online-Parfümerie Flaconi, eine Tochter von ProSiebenSat1, schreibt nach Informationen von Lebensmittelzeitung.net inzwischen auf Ebitda-Ebene schwarze Zahlen. Mit einer neuen Führungsmannschaft will das Unternehmen das Auslandsgeschäft ausbauen und mehr Umsatz über die App generieren. Um profitabel zu bleiben, soll die rabattgetriebene Preisstrategie gedeckelt werden. Das Unternehmen sollte 2021 von Zalando übernommen werden, die Verhandlungen scheiterten jedoch.

Exportunternehmen wenig optimistisch
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich laut Pressemitteilung des Ifo-Instituts deutlich verschlechtert, der Indexwert fiel von -7,1 auf -8,4 Punkte. Ursache sind Zweifel in wichtigen Kernbranchen wie dem Fahrzeugbau, dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung oder der Elektrotechnik – optimistisch blicken hingegen die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Möbelhersteller in das neue Geschäftsjahr.

Delticom übertrifft Prognosen
Der Hannoveraner Online-Reifenhändler Delticom hat sein Ebitda im vergangenen Jahr um 43,7 Prozent auf 21,6 Millionen Euro gesteigert, berichtet IT-Times.de. Die prognostizierte Spanne lag zwischen 14 Millionen und 18,9 Millionen Euro. Gründe für die erfreuliche Entwicklung seien zum einen das gute Winterreifengeschäft und zum anderen interne Optimierungen der Plattform. Delticom bietet über 40.000 Reifenmodelle über 348 Online-Shops in 67 Ländern an und erreicht damit 19 Millionen Kunden.


HANDEL INTERNATIONAL

Aktionäre wollen Übernahme von Farfetch verhindern
Eine Aktionärsgruppe mit einem Gesamtvermögen von über einer Billion US-Dollar, die mehr als 50 Prozent der Wandelanleihen von Farfetch hält, hat Rechts- und Finanzberater eingeschaltet, um eine Übernahme durch Coupang zu verhindern, berichtet Wallstreet-Online.de. Es wurden Bedenken angemeldet, wodurch der ehemalige Marktführer mit einer Liquidität von 800 Mio. Dollar im August zu einem Notverkauf vier Monate später getrieben worden war. Besonders verärgert hat die Gruppe die Transaktionsunterstützungsvereinbarung mit Coupang, Greenoaks und anderen, die es unmöglich macht, alternative wertmaximierende Angebote zu unterbreiten.

Boohoo kündigt nach Skandal einem Lieferanten
Als Reaktion auf den durch eine Sendung des BBC ausgelösten Skandal, hat Boohoos CEO John Lyttle in einem Brief an den Umweltprüfungsausschuss EAC erklärt, die Beziehungen zu einem Lieferanten abgebrochen und „erhebliche Verbesserungen innerhalb seiner Lieferkette“ erreicht zu haben. Wie Fashionunited.com erläutert, berichtete die Dokumentation „Boohoos gebrochene Versprechen“ von absichtlichen Falsch-Etikettierungen am Standort Thurmaston Lane und dem zunehmenden Druck auf die Bekleidungslieferanten durch das Modeunternehmen.

FTC ermittelt gegen große KI-Partnerschaften
Die amerikanische Handelsaufsichtsbehörde FTC hat laut Theguardian.com eine Untersuchung der Investitionen und Partnerschaften einiger der größten Unternehmen im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz eingeleitet. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, Amazon, Anthropic, Microsoft und OpenAI wurden aufgefordert, Informationen über die Art ihrer Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, um Bedenken über wettbewerbswidriges Verhalten auszuräumen. Die Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI ist gut bekannt, aber auch Amazon und Google haben kürzlich gemeinsam milliardenschwere Deals mit dem KI-Start-up Anthropic abgeschlossen.

Lieferkettengesetz laut Unternehmen durchaus realisierbar
Entgegen den Befürchtungen einiger Wirtschaftsverbände sehen sich drei Viertel der Unternehmen für die Umsetzung des Lieferkettengesetzes „gut aufgestellt“, 78 Prozent rechnen nur mit leichten bis moderaten Kostensteigerungen, berichtet Tagesspiegel.de. Das habe eine Umfrage von Inverto, einer Tochter der Boston Consulting Group, unter deutschen und französischen Unternehmen ergeben. Mittel- bis langfristig erwarten drei Viertel der Unternehmen sogar Mehreinnahmen durch europaweit einheitliche Regeln, weil transparente Lieferketten einen Wettbewerbsvorteil darstellten und der EU-Binnenmarkt durch das Gesetz vor Marktteilnehmern geschützt werde, die die Umwelt schädigen könnten.


Instacart will den Einkauf zum Spiel machen
Instacart will das Einkaufserlebnis durch spielerische Elemente auf den Touchscreens seiner intelligenten Einkaufswagen bereichern, berichtet Businessinsider.com. Angezeigt werden sollen Werbeangebote und Rabattaktionen, die durch das Lösen kleiner Spiele freigeschaltet werden können. David McIntosh, General Manager von Instacarts Connected Stores Division, sagt: „Letztendlich wollen wir Pokemon Go erreichen.“ Instacart erwirtschaftet mittlerweile ein Viertel seines Umsatzes mit Werbung und versucht, den Verkauf von In-Store- und Online-Technologie an Einzelhändler zu steigern.

Apple reguliert alternative App-Anbieter
Ab März 2024 wird es – ausschließlich in Europa – möglich sein, Apps für mobile Endgeräte von Apple auch über alternative Quellen außerhalb des App Stores zu beziehen, berichtet Maclife.de. Auch alternative Bezahlmethoden sind erlaubt. Damit beugt sich das Unternehmen dem europäischen Gesetz über digitale Märkte (DMA), führt aber auch neue Regeln für die Anbieter von Apps ein. Diese müssen durch automatisierte Kontrollen und menschliche Prüfung authentifiziert werden und dürfen nur von autorisierten Marktplatzhändlern stammen. Apps im App Store, die alternative Zahlungsmethoden verwenden, werden gekennzeichnet und müssen einen neuen Überprüfungsprozess durchlaufen, um sicherzustellen, dass Entwickler korrekte Informationen über Transaktionen mit alternativen Zahlungsdienstleistern bereitstellen.

KI kann Kimchi kontrollieren
Das Kimchi World Institute in Korea hat laut Smcp.com bekannt gegeben, dass es eine künstliche Intelligenz entwickelt hat, die die Qualität von Kimchi genauso gut oder besser beurteilen kann als Menschen. Die künstliche Intelligenz wurde mit 270.000 Datensätzen von RGB- und Hyperspektralbildern von Kimchi während der Fermentation gefüttert und ermöglicht eine detaillierte Bewertung der Lebensmittelqualität in jeder Phase der Reifung. Kimchi ist eine koreanische Spezialität, die durch Milchsäuregärung aus Chinakohl und Rettich hergestellt wird und sich zu einem Exportschlager entwickelt hat.


NACHHALTIGKEIT

Newegg führt jetzt auch Refurbisheds
Der amerikanische Online-Elektronikhändler Newegg bietet ab sofort online unter „Newegg Refreshed“ generalüberholte Gebrauchtgeräte an, berichtet Businessinsider.com. Angeboten werden Smartphones, Tablets, Grafikkarten, Desktop-PCs, Monitore, Laptops, Staubsauger, Kopfhörer und Smartwatches. Newegg prüft, reinigt und testet die Artikel, bevor sie zum Verkauf angeboten werden, und bietet eine 90-tägige Testphase an. Auch Produkte von Apple werden gelistet: In deren eigenem Refurbished-Shop werden beispielsweise Iphones nur bis zum Modell 12 verkauft, während bei Newegg auch neuere Versionen wie das Iphone 15 zu finden sind.

Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.