3D-Illustration zu Lieferdiensten, Lebensmittelhandel, Digitalisierung und internationalem E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Lieferando, Wolt, Lidl, Digitalisierung, Prettylittlething, Onbuy, Niederlande, Mexiko, B2B- und D2C-Unternehmen, Cookiebanner

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Lieferando, Wolt, Lidl, Digitalisierung, Prettylittlething, Onbuy, Niederlande, Mexiko und weiteren Themen des Tages.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Lieferando kooperiert mit Pluxee
Pluxee kooperiert laut Pressemitteilung als erstes Employee-Benefits-Unternehmen mit Lieferando und ermöglicht steuerfreie Nutzung der „Benefits Card“ bei knapp 45.000 Partnern. Das Prinzip: Arbeitgeber laden monatlich bis zu 50 Euro steuerfrei auf Karten ihrer Mitarbeiter, die diese normalerweise nur in Restaurants und Geschäften vor Ort nutzen konnten. Nun funktioniere auch die Haustürlieferung über Lieferando.

Wolt kooperiert mit Alba Berlin
Der Lieferdienst Wolt wird laut Pressemitteilung ab der Saison 2025/26 Premiumpartner des Berliner Basketballvereins Alba Berlin. Die erste große Sportpartnerschaft des Unternehmens in Deutschland umfasse sowohl das Männer- als auch das Frauenteam und bringe vielfältige Aktivierungen in beide Arenen mit sich. Neben LED-Banden und Promotions im Zuschauerbereich seien auch Ticketaktionen geplant.

Lidl-Plus-App: Persönliche Daten sind kein Kaufpreis
Das Oberlandesgericht Stuttgart wies eine Klage der Verbraucherzentralen gegen die Lidl-Plus-App ab, berichtet ZDFheute.de. Die Verbraucherschützer hätten argumentiert, die App sei nicht kostenlos, da Kunden mit persönlichen Daten bezahlten. Das Gericht entschied jedoch, Daten stellten juristisch keinen Preis dar. Deutsche und europäische Gesetze verstünden einen Preis ausschließlich als Geldbetrag, nicht als anderweitige Gegenleistung. Der Begriff „kostenlos“ bringe lediglich zum Ausdruck, dass Verbraucher kein Geld entrichten müssten.

Verwaltungsdigitalisierung enttäuscht 90 Prozent
Deutsche Kommunen bieten zwar 343 von 579 Verwaltungsleistungen digital an, doch nur 165 seien tatsächlich flächendeckend verfügbar, so eine Bitkom-Analyse. 230 Dienste blieben komplett analog. Bei den häufig nachgefragten Fokusleistungen glänzten lediglich Bürgergeld und Einbürgerung mit deutschlandweiter Verfügbarkeit. 90 Prozent der befragten Bürger fordern mehr Tempo bei der Digitalisierung. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kritisiert das ständige Neuerfinden des digitalen Rads, statt funktionierende Lösungen flächendeckend anzubieten.


HANDEL INTERNATIONAL

Frankreich verhängt 1,3 Mio. Euro Strafe gegen Prettylittlething
Frankreich verhängt wegen irreführender Rabatt-Praktiken eine Strafe von 1,3 Mio. Euro gegen den Online-Modehändler Prettylittlething, berichtet Marketscreener.com. Die Verbraucherschutzbehörde DGCCRF habe festgestellt, dass das zu Debenhams gehörende Unternehmen Kunden auf der französischen Website über tatsächliche Rabatte getäuscht habe. Debenhams erwäge bereits einen Verkauf der Fast-Fashion-Marke nach einem Umsatzeinbruch von 23 Prozent und einem Vorsteuerverlust von 84,1 Mio. Pfund.

Onbuy expandiert in zwölf EU-Märkte
Der britische Online-Marktplatz Onbuy startet seine Expansion in zwölf europäische Märkte und öffnet die Händlerregistrierung auch in Deutschland, wie Homeofdirectcommerce.com berichtet. Das Unternehmen positioniere sich dabei als profitablere Alternative zu den US-Giganten Amazon und Ebay. Bereits die Beta-Phase habe 308 Prozent Umsatzwachstum bei einer monatlichen Wachstumsrate von über 40 Prozent erzielt. Onbuy wolle bis Ende des Jahres in 20 Ländern aktiv sein.

Niederländischer E-Commerce stagniert
Der niederländische Online-Handel erreichte im ersten Halbjahr ein Volumen von 17 Mrd. Euro und schrumpfte damit um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr, meldet Ecommercenews.eu. Warenkäufe legten dennoch um drei Prozent zu, gespart hätten die Niederländer bei Dienstleistungen, die sieben Prozent Verlust erlitten. Chinesische Online-Shops machten 30 Prozent aller Auslandskäufe aus und überholten damit USA und Großbritannien, die deutliche Marktanteile verloren. Smartphones generierten 40 Prozent aller Transaktionen, erreichten aber nur 79 Euro Warenkorbwert gegenüber 122 Euro bei Laptop-Käufen.

Mexikanische KMU mit 90 Prozent mehr Online-Transaktionen
Mode und Beauty dominieren mit knapp 40 Prozent die Online-Verkäufe kleiner und mittlerer Unternehmen in Mexiko, berichtet Mexicobusiness.news. Kleidung und Accessoires machten dabei 20 Prozent aus, Beauty- und Hautpflegeprodukte 17 Prozent. Zwischen August 2024 und August 2025 hätten die KMU ihre Transaktionen um 90 Prozent und den Umsatz um 86 Prozent gesteigert. Gleichzeitig gewannen sie 45 Prozent mehr Neukunden. Der durchschnittliche Warenkorbwert sank jedoch um zwei Prozent auf umgerechnet 67 Euro – ein Zeichen für häufigere, kleinere Käufe zu konkurrenzfähigen Preisen.

EU-Kommission zwingt Tech-Riesen zur Betrugs-Auskunft
Die EU-Kommission zwingt Apple, Google, Microsoft und Booking.com zur Offenlegung ihrer Anti-Betrugs-Maßnahmen, meldet Tagesschau.de. Die Unternehmen müssten erläutern, wie sie Nutzer vor gefälschten Bank-Apps, Investment-Betrug und betrügerischen Anzeigen schützten. Besonders App Store, Google Play und Bings Online-Marktplatz stünden im Fokus der Brüsseler Behörde. Gegen die chinesischen Marktplätze Temu und Aliexpress liefen bereits entsprechende Verfahren.


B2B-Unternehmen kommunizieren Klasse statt Masse
Die Kommunikation von B2B-Unternehmen in sozialen Medien wandelt sich von der Masse zur Klasse, so die „Social Media B2B-Studie“ von Althaller Communication. Statt in möglichst vielen Kanälen präsent zu sein, konzentriere man sich auf messbare Leads und Kundenbindung – so hätten die meisten Plattformen deutlich an Nutzung verloren, Linkedin bleibe unangefochten Nummer eins. Bezahlte Kampagnen würden zum Mittel, um Sichtbarkeit zu generieren, wobei besonders die Vermittlung von Kompetenz und Expertise im Vordergrund stehe. Die größte Hürde sei der Aufwand bei der Produktion entsprechender Inhalte; Abhilfe versprächen KI-Tools oder Agenturen.

D2C-Unternehmen sind nicht von Marktplätzen abhängig
Online-Händler sollten ihre zunehmende Abhängigkeit von Marktplätzen überdenken, warnt CEO James Rigg von Trojan Electronics laut Channelx.world. Marktplätze seien Vertriebskanäle und nicht das Geschäftsmodell. Plötzliche Gebührenerhöhungen könnten Margen vernichten, veränderte Geschäftsbedingungen jahrelang gepflegte Listings löschen. Online-Händler sollten durch umfassende Produktinformationen und Nutzungsempfehlungen auf der eigenen Website dafür sorgen, dass Kunden sie bei der ersten Google-Suche finden. Zur langfristigen Bindung dienten flexible Abo-Modelle, exklusive Markenerlebnisse und personalisierte Empfehlungen. Das sei das Direct-to-Consumer-Kerngeschäft, das Marktplätze nicht replizieren könnten.

Brüssel will Cookiebanner-Flut eindämmen
Die EU-Kommission plant laut Informationen von Politico.eu eine Reform der Datenschutz-Richtlinie von 2009, um die allgegenwärtigen Cookie-Banner in den Griff zu kriegen. Das aktuelle System führe dazu, dass Nutzer automatisch wegklicken würden, ohne ihre Entscheidung zu durchdenken. Brüssel erwäge deswegen mehr Ausnahmen für technisch notwendige Cookies sowie die Verwendung einmaliger Browser-Einstellungen. Die Werbebranche dränge darauf, die Cookie-Regeln in die flexiblere DSGVO zu integrieren, während Datenschützer vor verstecktem Tracking warnen.

KI wird schneller angenommen als Smartphones
Die KI-Adaption kletterte in den USA von 9,2 Prozent im zweiten auf 9,7 Prozent im dritten Quartal und strebt auf die zehn Prozent zu, berichtet News18.com. Dafür habe die Künstliche Intelligenz nur drei Jahre gebraucht, während der E-Commerce sich 24 Jahre mühen musste. Smartphones hätten fünf Jahre bis zur Zehn-Prozent-Marke benötigt und nach noch einmal fünf Jahren 68 Prozent Nutzung erreicht. Allgemein zeige das KI-Ökosystem bereits Reifezeichen wie fortgeschrittene Reasoning-Modelle und robuste Finanzierungstrends.

Jugendliche scrollen – mehr als sie wollen
Jugendliche verbringen mehr Zeit mit sozialen Medien als sie wollen, zitiert Heise.de eine Vodafone-Studie. 73 Prozent der 1.046 Befragten wollten ihren Konsum einschränken; 56 Prozent scheiterten dabei. 42 Prozent verbrachten drei bis vier Stunden, 19 Prozent fünf bis sieben Stunden und acht Prozent mehr als sieben Stunden täglich auf den Plattformen. Der Grund sei für 95 Prozent die schlichte Unterhaltung, für 85 Prozent der Austausch mit Freunden. Das Problembewusstsein ist vorhanden: 65 Prozent würden vom Lernen abgehalten, 45 Prozent klagten über Konzentrationsprobleme.

Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.