3D-Illustration zu Quick-Commerce, Konsumkraft und digitalem Euro im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Mediamarkt + Wolt, Werbeflyer, Konsumkraft, Digitaler Euro, Sonnencreme, Uber Eats, Flipkart, Marks & Spencer, Agentic Commerce

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr

HANDEL NATIONAL

Mediamarkt liefert jetzt per Wolt
Der Lieferdienst Wolt liefert laut Pressemitteilung jetzt auch rund 2.000 Artikel aus dem Sortiment von Mediamarkt-Saturn in 35 Minuten an die Haustür. Der Start erfolge in elf Filialen in Berlin, Frankfurt, Hannover, Köln und München, weitere sollten folgen. Wolt reihe somit auch Elektronik neben Blumen, Tierbedarf und Apothekenware in sein wachsendes Portfolio ein.

Werbeflyer sind keine Ware: Teilsieg für die Deutsche Post
Die Deutsche Post hat vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück einen Teilsieg gegen die Zentrale Stelle Verpackungsregister erstritten, meldet Haendlerbund.de. Die Behörde habe Briefumschläge mit Werbeflyern und Antwortbögen als lizenzpflichtige Verkaufsverpackungen eingestuft, weil deren Inhalt den Absatz von Dienstleistungen anbahne. Das Gericht widersprach: Systembeteiligungspflichtig sei nur, was Ware enthalte. Reine Mitteilungen zählten nicht dazu.

Die Kaufkraft ist zurück, das Vertrauen nicht
Der Privatkonsum schwächelt, weil sich viele Menschen trotz erholter Realeinkommen ärmer fühlen, als sie sind, so eine Analyse des IMK der Hans-Böckler-Stiftung. Die inflationsbedingten Verluste seien im Schnitt schon 2024 ausgeglichen gewesen, doch 59 Prozent der rund 7.000 Befragten empfänden ihre Kaufkraft Ende 2025 immer noch als geringer. Schuld sei vor allem der Preissprung bei Alltagsgütern: Wohnenergie beispielsweise würde seit 2020 gut 47 Prozent mehr kosten. Die Folge dieser Fehlwahrnehmung seien Konsumverzicht und wachsendes Misstrauen gegenüber der Bundesregierung.

Nur jede dritte Insolvenz findet ein gutes Ende
Nur noch knapp jede dritte insolvente Großfirma konnte 2025 saniert oder verkauft werden, meldet Textilwirtschaft.de. Binnen fünf Jahren sei die Rettungsquote von 57 auf 32,1 Prozent gefallen, häufig, weil es schlicht an tragfähigen Geschäftsmodellen fehle. Besonders unrettbar habe sich der Handel erwiesen, der Autohandel bilde mit nur 6,1 Prozent sogar das Schlusslicht. An der Spitze lägen das Gesundheitswesen mit 50 und die Logistik mit 42,1 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL


Der digitale Euro ist beschlossen
Das EU-Parlament hat für die Einführung eines digitalen Euro gestimmt, meldet N-tv.de. Die Abgeordneten hätten in Straßburg einen Rechtsrahmen beschlossen, die endgültige Entscheidung liege danach bei der EZB. Das Zahlungsmittel solle als App funktionieren und sowohl online wie offline nutzbar sein. Umstritten seien noch die Händlergebühren, ein Höchstbetrag für die Wallet und die notwendigen Datenschutzmaßnahmen. Angepeilt sei der Start im Jahr 2029.

Temu, Shein, Aliexpress: Sonnencremes fallen im Test durch
Neun von zehn Sonnencremes, die in Frankreich über Temu, Shein und Aliexpress gekauft wurden, fielen bei einer Untersuchung der größten französischen Verbraucherschutzorganisation durch, berichtet 24matins.de. Die Produkte hielten entweder den beworbenen UV-Schutz nicht ein oder trügen fehlerhafte Etiketten. Häufig hätten Angaben zu Inhalt und Anwendungssicherheit gefehlt; drei der Produkte enthielten gar in der EU verbotene Stoffe.

Uber Eats Switzerland wird zur Postanbieterin
Uber Eats Switzerland gilt laut Urteil des Bundesverwaltungsgerichts neu als Postanbieterin und untersteht damit der Meldepflicht der Postkommission PostCom, wie Tagesanzeiger.ch berichtet. Entscheidend sei, dass der Dienst nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Kosmetik und Waren des täglichen Bedarfs ausliefere, denn solche Sendungen gälten als Pakete. Reine Essenslieferungen hätten Richter früher noch als Warentransport eingestuft. Uber Eats halte dagegen, dass man keine für Postdienste typische Sortierung betreibe.

Flipkart erlässt Modehändlern die Gebühr
Die indische Walmart-Tochter Flipkart verzichtet auf dem Marktplatz künftig bei sämtlichen Modeartikeln auf Verkäufergebühren, meldet Medianama.com. Rund 90.000 Händler behielten damit höhere Margen, während die Sätze in anderen Kategorien weiter zwischen drei und 25 Prozent lägen. Konkurrent Meesho habe schon 2021 gänzlich auf Gebühren verzichtet und konnte seitdem rund 37 Prozent des indischen Bestellvolumens auf sich ziehen.

Luxus-Schuhmarke Herbert Levine startet Online-Shop
Die New Yorker Luxus-Schuhmarke Herbert Levine startet, ein Jahr nach ihrem Relaunch, einen eigenen Online-Shop, meldet WWD.com. Der digitale Flagship-Store markiere den Auftakt einer breiteren Direktvertriebsstrategie. Diese solle das Großhandelsgeschäft mit Partnern wie Mytheresa, Net-a-Porter und Harrods ergänzen, es aber nicht ersetzen.

Marks & Spencer verkauft im niederländischen Amazon
Marks & Spencer bringt seine Mode ab sofort auch über Amazon in die Niederlande, meldet Drapersonline.com. Damit erweitere der britische Händler die im Februar gestartete Partnerschaft, die bislang Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien umfasse. Der Umsatz mit M&S-Mode sei in den vergangenen sechs Monaten um 46 Prozent gestiegen. Der Markenshop biete 1.000 Artikel für Damen, Herren und Kinder; zu den Bestsellern zählten Damen-Denim, Baby-Basics und BHs.


Agentic Commerce bleibt Zukunftsmusik
Der vollständig autonome Online-Einkauf durch KI-Agenten bleibt Zukunftsmusik, zitiert Carpathia.ch eine Studie der Universität St. Gallen. Zwar hätten 55 Prozent der befragten DACH-Konsumenten von KI-Agenten gehört, doch nur 15 Prozent nutzten sie zur Unterstützung und gerade einmal fünf Prozent für selbstständige Käufe. Bislang bremsten vor allem die Angst vor Fehlkäufen (56 Prozent) und vor Datenmissbrauch (52 Prozent) die Anwendung. Doch machte fast der Hälfte das Online-Shopping einfach Spaß – warum sollte man Spaß delegieren?

Waymo verpetzt eigene Fahrgäste
Im kalifornischen San Mateo hat die Innenüberwachung eines Waymo-Robotaxis festgestellt, dass die Fahrgäste nicht nur Alkohol tranken, sondern auch aus den Fenstern mit Waffen auf Passanten geschossen hätten, berichtet Fastcompany.com. Daraufhin informierte es die Polizei und blieb verschlossen stehen, bis die Beamten eintrafen. Die Waffen hätten sich als harmlose „Orbeez Guns“ entpuppt, die Munition wären weiche Wasserperlen gewesen und die Fahrgäste harmlose Teenager. Big Brother drives you.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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