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Aktuelle E-Commerce-News: Motatos, Exporte, Plomo o Plata, K5, Microsoft, Shein, Forever 21, Getir, Scotch & Soda, Apple und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Start-ups: Motatos: Online-Supermarkt für gerettete Lebensmittel
FMCG-Artikel aus Überproduktion, Saisonwaren und Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums zu „retten“ und wieder in den Umlauf zu bringen, hat sich das schwedische Unternehmen Motatos zur Aufgabe gemacht. Wie das Start-up Nachhaltigkeit und Profit verbinden will, erklärt Deutschland-Geschäftsführer Alexander Holzknecht im Etailment-Interview.
Exporterwartungen sinken
Nachdem sich, wie gestern gemeldet, überraschend das Geschäftsklima abkühlt, folgen heute auch bei den Ifo-Exporterwartungen schlechte Nachrichten: Sie fallen im Juni auf minus 1,0 Punkte, nachdem sie im Mai mit plus 0,2 noch positiv waren. Der Schlingerkurs setzt sich fort, auch Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, sieht keine klare Richtung, betont aber Wachstumspotenzial.
Plomo o Plata ist wieder da
Plomo o Plata aus Würzburg setzt für seinen Relaunch auf ein Print-on-Demand-Modell für B2B und D2C, das ausschließlich über die Unternehmenswebsite zugänglich ist, berichtet Textilwirtschaft.de. Das neue Sortiment umfasst derzeit 500 Styles und besteht hauptsächlich aus Seidentüchern, die in Italien produziert werden. Händler erhalten einen speziellen Zugang und können mit einer 2,5-fachen Marge kalkulieren. So liegen die Preise für Profis zwischen 22 und 62,50 Euro und für Endkunden zwischen 55 und 125 Euro.
EM 2024
Halb Deutschland nutzt EM-Ticker
45 Prozent der Deutschen nutzen Online-Ticker, um sich über den aktuellen Spielstand bei der EM zu informieren, rund ein Viertel lässt sich Push-Nachrichten schicken. Wie eine Bitkom-Umfrage zeigt, schaut jeder Zehnte die Spiele mobil und 21 Prozent chatten während der Partie mit anderen Amateur-Bundestrainern. Kein Wunder also, dass 39 Prozent das eine oder andere Tor verpassen.
HANDEL INTERNATIONAL
K5: „Chinesen werden Logistiker übernehmen“
In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird eine chinesische Plattform einen europäischen Paketlogistiker übernehmen – diese Hypothese stellte Jochen Krisch, Herausgeber von „Exciting Commerce“, gestern auf der von ihm organisierten Konferenz K5 in Berlin auf. In China habe fast jede Plattform ihren eigenen Logistiker für die letzte Meile: „Dort sieht man die Zukunft“. In Europa fehle diese eigene Infrastruktur.
EU lässt bei Microsoft Teams nicht locker
Microsoft drohen weiterhin EU-Strafen wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung durch die Bündelung von Teams mit Office-Programmen, berichtet Zeit.de. Die EU-Kommission sieht darin einen Vertriebsvorteil für Teams gegenüber Konkurrenten wie Slack, dessen Mutterkonzern Salesforce die ursprüngliche Beschwerde eingereicht hatte. Microsoft hat zwar angekündigt, das Office-Paket ohne Teams günstiger anzubieten, doch das geht der Kommission nicht weit genug. Sie betont jedoch, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handelt und die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist.
Österreichs Handel fordert Kontrolle von Shein und Temu
Rainer Trefelik, Handelsobmann der Wirtschaftskammer Österreich, fordert strengere Kontrollen für chinesische Onlinehändler wie Temu und Shein, berichtet Nachrichten.at. Die WKÖ vertritt die Interessen von rund 540.000 Mitgliedsunternehmen. Trefelik betont die Notwendigkeit der Aufklärung, so entsprächen beispielsweise 95 Prozent der aus China importierten Spielwaren nicht europäischen Standards. Die EU wird aufgefordert, für faire Bedingungen zwischen chinesischen Plattformen und österreichischen Händlern zu sorgen.
Shein will in London an die Börse
Wie schon länger vermutet, hat Online-Modehändler Shein laut Fashionunited.com seinen Börsengang in London beantragt, nachdem er eine Absage aus New York erhielt. Die Bedenken der amerikanischen Gesetzgeber bezogen sich offiziell auf Steuervermeidung und mögliche Zwangsarbeit, aber sind auch den Handelskonflikten zwischen China und den USA geschuldet. Zwar hatte Shein 2021 seinen Hauptsitz nach Singapur verlegt, die Produktion erfolgt aber trotzdem größtenteils in China.
Forever 21 bittet Vermieter um Minderung
Forever 21 kämpft weiterhin mit finanziellen Problemen und hat einige seiner Vermieter gebeten, die Miete zu halbieren. Die Fast-Fashion-Marke ist durch die Konkurrenz von Shein unter Druck geraten, und selbst vorübergehende Partnerschaften mit dem Konkurrenten, wie Pop-up-Stores und eine gemeinsame Kollektion, haben keine langfristigen positiven Auswirkungen gehabt. Jamie Salter, CEO von Authentic Brands, sagte laut Fortune.com im Januar, dass die Übernahme von Forever 21 „wahrscheinlich der größte Fehler war, den ich je gemacht habe“.
Getir wird aufgespalten
Der türkische Lieferdienst Getir erhält eine weitere Investition von 250 Mio. Dollar von seinem Hauptinvestor Mubadal, einem Staatsfonds aus Abu Dhabi, berichtet Tech.eu. Das Unternehmen wird in zwei getrennte Geschäftsbereiche aufgeteilt: einen Lebensmittellieferdienst in der Türkei, der von Mubadala kontrolliert wird, und ein unabhängiges Unternehmen für alle anderen Vermögenswerte, das von den Getir-Gründern geleitet wird.
MVM übernimmt Swipewipe
Der französische App-Entwickler MWM übernimmt die Foto-App „Swipewipe“, die dank Tiktok besonders bei der Generation Z beliebt ist, berichtet Techcrunch.com. Swipewipe macht das Aufräumen der Bilderflut auf dem Smartphone zum Vergnügen und wurde bereits 5 Millionen Mal heruntergeladen. Das Unternehmen schätzt alleine den iOS-Umsatz für 2024 auf 10 Mio. Euro. MWM wiederum hat „Edjing Mix“ entwickelt, die am häufigsten heruntergeladene DJ-App und sich durch 50 Mio. Euro Risikokapital auch zum Publisher gemausert.
Scotch & Soda bleibt online
Nach dem gescheiterten Versuch, das Geschäft von Scotch & Soda in den Niederlanden nach der Insolvenz wiederzubeleben, hat sich mit United Legwear & Apparel Europe zumindest ein Abnehmer für den Onlinehandel der Marke gefunden. Wie Textilwirtschaft.de berichtet, plant der Markeninhaber Blue Alliance für das stationäre Geschäft, „seine Ressourcen auf die Standorte zu konzentrieren, die das größte Potenzial für Wachstum und Kundenbindung bieten“.
TRENDS & TECH
Apples „Tap to Pay“ jetzt auch in Deutschland
Apple hat seine mobile Bezahllösung „Tap To Pay“ in Deutschland gestartet, berichtet Onlinehaendler-News.de. Damit können Händler Zahlungen direkt über das iPhone annehmen. Die Technologie nutzt NFC und unterstützt kontaktloses Bezahlen sowie die PIN-Eingabe. Zahlungsdienstleister wie Adyen, SumUp und Nexi bieten kompatible Apps an, weitere sollen folgen. Derzeit werden Kreditkarten von American Express, Mastercard und Visa akzeptiert, Girocard soll von der Sparkassen-Finanzgruppe noch in diesem Jahr integriert werden.
Metas KI-Kennzeichnung funktioniert nicht
Laut Heise.de hat Meta Probleme mit der KI-Kennzeichnung von Fotos auf ihren Plattformen: Viele echte Bilder werden fälschlicherweise als KI-generiert gekennzeichnet, während tatsächlich KI-generierte Inhalte oft unerkannt bleiben. Meta nutzt die Standards der C2PA (Coalition for Content Provenance and Authenticity) und IPTC (International Press Telecommunications Council) und wollte eigentlich vor allem Bilder mit dem Label „Made with AI“ kennzeichnen, die diese Information bereits in den Metadaten tragen.
Albert Heijn macht Rezeptvorschläge
Die niederländische Supermarktkette Albert Heijn hat eine neue Funktion namens „Scan & Kook“ in ihre Kunden-App integriert, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Diese nutzt künstliche Intelligenz, um anhand von Fotos des Kühlschrankinhalts oder von Produkten im Laden personalisierte Rezeptvorschläge zu erstellen. Ziel sei es, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und den Einkaufsprozess zu vereinfachen.
Luxemburger lassen das meiste Geld im Einzelhandel
Laut einer aktuellen GfK-Studie gibt der durchschnittliche Europäer pro Jahr 6.517 Euro im Einzelhandel aus. Die Kaufkraft ist in Luxemburg mit 12.067 Euro am höchsten und in Rumänien mit 2.986 Euro am niedrigsten. Auf Rang zwei folgt mit 11.617 Euro die Schweiz, auf Rang acht Österreich mit 8.041 Euro; Deutschland liegt mit 6.667 Euro im Mittelfeld, nämlich auf Platz 13 von 25. Insgesamt verfügen die untersuchten Länder über ein Ausgabepotenzial von 3,4 Billionen Euro.
NACHHALTIGKEIT
Die Hälfte der Verbraucher kauft nachhaltig
Laut dem aktuellen „Konsummonitor Nachhaltigkeit“ des HDE kauft fast die Hälfte der Verbraucher nachhaltig ein, ein Anstieg um 9 Prozent zum Vorjahr. Für Nachhaltigkeitskäufer sind Langlebigkeit und Qualität der Produkte besonders wichtig; das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt jedoch für alle Verbraucher der wichtigste Faktor. Über 40 Prozent der 1.500 Befragten ziehen beim Kauf von Fahrrädern, Schränken, Gartenmöbeln oder Kinderkleidung Gebrauchtkäufe in Betracht, bei Kleidungsstücken, Technik oder Möbeln soll es aberweiterhin lieber etwas Neues sein.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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