Netzagentur, Wellsana, Movinga, Lieferkettengesetz, Metatexte, Ebay, Alibaba, Shopify, Social SEO, Starbucks, Google, Volt Storage

Netzagentur, Wellsana, Movinga, Lieferkettengesetz, Metatexte, Ebay, Alibaba, Shopify, Social SEO, Starbucks, Google, Volt Storage

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Netzagentur, Wellsana, Movinga, Lieferkettengesetz, Metatexte, Ebay, Alibaba, Shopify und weiteren Themen des Tages.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Netzagentur lässt 64 Mio. Geräte vom Markt nehmen
Laut Pressemitteilung hat die Bundesnetzagentur im Jahr 2023 mehr als 2.400 risikobehaftete oder nicht zugelassene Produkte von Verkaufsplattformen im Onlinehandel entfernen lassen, was mehr als 64 Mio. nun unverkäufliche Geräte betraf. So wurden beispielsweise 260 fehlerhafte Stromsparboxen gelöscht, von denen mehr als 47 Mio. Stück verkauft werden sollten. Im Jahr 2022 waren nur 13 Mio. Produkte betroffen – allerdings tauchten insbesondere in Drittstaatenangeboten einige bereits von etablierten Plattformen gelöschte Produkte wieder auf.

Göde übernimmt Wellsana
Die Göde-Gruppe übernimmt zum 1. Februar mit Wellsana die zweite Marke aus dem Portfolio der insolventen Klingel-Gruppe, meldet Neuhandeln.de. Mit den Besitzer wechseln auch die Domain und das Warenlager von Wellsana, die für Klingel Gesundheitsprodukte vermarktet hatte. Göde wiederum vertreibt unter der Marke „Auranatura“ Nahrungsergänzungsmittel an eine ähnliche Zielgruppe und kann sich damit im boomenden Wellnessmarkt breiter aufstellen.

Movinga meldet Insolvenz an
Wenige Tage nach der offiziellen Fusion der Berliner Online-Umzugsplattform Movinga mit dem britischen Konkurrenten Shift hat das Unternehmen beim Amtsgericht Berlin einen Insolvenzantrag gestellt, berichtet Businessinsider.de. Zwar erklärte Jacob Corlett, CEO von Shift, dass man mit der Insolvenz in Eigenverwaltung einen eingeleiteten Restrukturierungsprozess beschleunigen wolle, doch wurden die Nutzerkonten der 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Slack deaktiviert und sie müssen vorerst keine Aufgaben mehr erledigen. Der offiziell weiterlaufende Geschäftsbetrieb scheint gestört, auf Reddit beschweren sich Kunden über stornierte Umzugsdienste.

EU-Lieferkettengesetz könnte an Deutschland scheitern
Das viel diskutierte EU-Lieferkettengesetz könnte an Deutschland scheitern, nachdem aus Regierungskreisen bekannt wurde, dass weder das Bundesjustizministerium noch das Bundesfinanzministerium die Pläne mittragen wollen, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Zwar hatten sich die Unterhändler der EU-Staaten im Dezember auf einen Kompromiss geeinigt, doch eine Enthaltung Deutschlands könnte dazu führen, dass ein endgültiger Entwurf im Europaparlament keine Mehrheit findet. Vor allem deutsche Wirtschaftsverbände laufen Sturm gegen das Gesetz, weil es – anders als das bestehende deutsche Lieferkettengesetz – bereits für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gelten soll und nicht wie bisher erst ab 1.000 Beschäftigten.

Haftung wegen abgekürztem Webseitentitel in den Suchergebnissen
Aufgrund der Verkürzung des Webseitentitels in den Suchergebnissen von Google wurde eine Heilpraktikerin vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen irreführender Werbung verurteilt, so Onlinehaendler-News.de. Der Metatext der Website lautete: „Systematischer Coach + Psychotherapeutin (HeilprG)“, der Zusatz „HeilprG“ – also „nach dem Heilpraktikergesetz“ – wurde aber von Google nicht angezeigt. Psychotherapeut ist eine geschützte Berufsbezeichnung, Heilpraktiker müssten eigentlich entweder mit „Heilpraktiker für Psychotherapie“ oder „Heilpraktiker (Psychotherapie)“ firmieren. Abgesehen davon war für das Gericht vor allem unstrittig, dass die Angeklagte mit der Verkürzung durch Google hätte rechnen müssen und deswegen haftbar sei. (Anm. d. Red.: Korrekt wäre im Übrigen „systemischer Coach“, nicht „systematischer Coach“.)


HANDEL INTERNATIONAL

Ebay zahlt wegen Verkauf von Pillenpressen 59 Mio. Dollar
Der Verkauf von Maschinen zur Herstellung von Arzneimitteln, so genannten Pillenpressen, ist nach amerikanischem Recht meldepflichtig, was Ebay laut Heise.de bisher unterlassen hat. Mit Pillenpressen können in den falschen Händen Tabletten oder Kapseln gefälscht werden, die äußerlich kaum von Originalmedikamenten zu unterscheiden sind – ein besonders drängendes Problem in der aktuellen Opioid-Krise. Ebay hat sich nun in einer Vereinbarung mit dem Justizministerium verpflichtet, künftige Verkäufe ordnungsgemäß an die Drogenbekämpfungsbehörde zu melden und zusätzlich eine einmalige Geldbuße von 59 Mio. Dollar zu zahlen.

Alibaba plant offenbar seine Kaufhaussparte zu verkaufen
Nach Informationen von Bloomberg plant Alibaba den Verkauf seiner Kaufhaussparte InTime, die mehr als 100 Geschäfte und Einkaufszentren umfasst, berichtet Investing.com. Gespräche mit möglichen Interessenten hätten bereits 2023 begonnen, erst im vergangenen Monat habe es Verhandlungen mit einem Interessenten gegeben. Die Übernahme hatte das Unternehmen 2017 vermutlich bis zu vier Milliarden Dollar gekostet. Alibaba arbeitet intensiv an seiner Umstrukturierung und will seine stationäre Präsenz möglicherweise ganz aufgeben.


Shopify stellt KI-unterstützte Suchfunktion zur Verfügung
Das kanadische E-Commerce-Softwareunternehmen Shopify hat bei seiner halbjährlichen Präsentation mehr als 100 Neuerungen vorgestellt, berichtet Fashionunited.com. Nutzer der kostenlosen Search & Discovery App können nun auf die „Semantic Search“ zugreifen, um in ihren Shops eine Suchfunktion anzubieten, die über die Analyse von Schlüsselwörtern hinausgeht und mithilfe von künstlicher Intelligenz versucht, die Absichten der Käufer zu verstehen. So können Kunden beispielsweise fragen: „Was könnte ich bei eisigen Temperaturen zum Skifahren benötigen?“, und bekämen dann im Shop vorrätige Artikel vorgeschlagen, die nicht unbedingt mit „Eis“ oder „Skifahren“ verschlagwortet sind - zum Beispiel lange Unterwäsche, Sonnencreme oder einen Go-Pro-Selfie-Stick.

„Social SEO“: Wie es funktioniert und warum es sinnvoll ist
Als „Social SEO“ werden Maßnahmen bezeichnet, die in den Sozialen Netzwerken Empfehlungen für eine Website aufbauen und so die Suchmaschinenbewertung verbessern sollen. Thomas Bausenwein, Gründer der Digitalagentur Feinripp Studios und seit Januar 2024 Mitglied des Etailment-Expertenrates, erklärt in einem Gastbeitrag, wie Social SEO funktioniert und warum es gleich aus mehreren Gründen sinnvoll ist, Suchmaschinenoptimierung und Social Media aufeinander abzustimmen.

Mehr als ein Drittel der europäischen Unternehmen verwenden KI
Laut einem von Amazon Web Services in Auftrag gegebenen Bericht nutzen mehr als ein Drittel der europäischen Unternehmen bereits KI, berichtet Reuters.com. Im Jahr 2021 hatte sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, dass bis 2030 80 Prozent der Bevölkerung grundlegende digitale Kompetenzen erwerben, 5G-Verbindungen flächendeckend verfügbar sind und 75 Prozent der europäischen Unternehmen Cloud-Dienste nutzen. Im Jahr 2022 schien kein wichtiger Meilenstein erreichbar zu sein, da nur ein Viertel der Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzte. Das änderte sich 2023 dramatisch.

USA: 30 Prozent der Bestellungen bei Starbucks mobil
Starbucks gab bekannt, dass im Jahr 2023 mehr als 30 Prozent aller Bestellungen in den USA über die App des Unternehmens getätigt wurden, so Geekwire.com. Diese bietet den Kunden alle Funktionen, um den Wunschkaffee zusammenzuklicken, informiert über den Zeitpunkt der Fertigstellung und dient auch zur Bezahlung. Angesichts der Tatsache, dass nur 40 Prozent der 7.000 Filialen über mobile Bestellmöglichkeiten verfügen, dürfte der Anteil in diesen Filialen noch deutlich höher liegen. Tatsächlich bestehen Pläne, Filialen einzurichten, die nur noch der Abholung von Onlinebestellungen dienen sollen.

75 Prozent durchsuchen mehrere Marktplätze vor dem Kauf
Drei Viertel der in einer Studie von Rithum befragten Verbraucher recherchieren auf drei Marktplätzen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen, so Channelx.world. Das größte Vertrauen erfährt dabei mit 42 Prozent immer noch Amazon, während D2C-Webseiten von Marken nur von 34 Prozent getraut wird und andere private Marktplätze mit 21 Prozent halb so vertrauenserweckend wirken wie Amazon. Darüber hinaus sind 51 Prozent der Verbraucher bereit, ihren Kauf abzubrechen, sobald sie vermuten, dass der Preis entweder bei der Konkurrenz oder zu einem späteren Zeitpunkt günstiger sein könnte – ein Hinweis für den Erfolg von Preisvergleichs-Plattformen.


NACHHALTIGKEIT

Google unterzeichnet bei zwei niederländischen Windparks
Google hat sich im Rahmen eines Stromabnahmevertrags mit Crosswind & Ecowende Consortia verpflichtet, jährlich 478 Megawatt Strom aus zwei neuen Windparks vor der niederländischen Küste zu beziehen, berichtet Reuters.com. Das Unternehmen kündigte auch kleinere Verträge für erneuerbare Energien in Italien, Polen und Belgien an, gab aber keine Details zu den Deals bekannt. Projektentwickler für erneuerbare Energien binden ihre Stromproduktion zunehmend an langfristige Verträge, um ihren Investoren Einnahmesicherheit zu bieten, während Unternehmen ihre Versorgung sichern wollen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. So will auch Google bis spätestens 2030 rund um die Uhr mit CO2-freier Energie arbeiten.

Volt Storage liefert Batterien für Meereswasser-Entsalzungsanlagen
Das deutsche Start-up Volt Storage hat laut Pressemitteilung eine strategische Zusammenarbeit mit Acwa Power, einem saudi-arabischen Wasserentsalzungsunternehmen, vereinbart. Die von Volt Storage entwickelten Batterien basieren nicht auf Lithium, sondern auf Eisen und Salz. Dadurch sind sie nicht brennbar und eignen sich besser für Regionen mit hohen Temperaturen – genau dort, wo auch der Bedarf an Trinkwasser hoch ist. Acwa Power will mit dieser Technologie seine Meerwasserentsalzungsanlagen im Nahen Osten und in Afrika komplett von fossilen Brennstoffen auf saubere Energie umstellen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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