Otto, Smart Commerce, Olymp, Wolt, Markta, Kaufkraft, Zahlungsbetrug, Personalisierung, Festnetzpreise, Offliner, Siemens Energy

Otto, Smart Commerce, Olymp, Wolt, Markta, Kaufkraft, Zahlungsbetrug, Personalisierung, Festnetzpreise, Offliner, Siemens Energy

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Otto, Smart Commerce, Olymp, Wolt, Markta, Kaufkraft, Zahlungsbetrug, Personalisierung und weiteren Themen des Tages.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
8 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Otto meldet acht Prozent Umsatzrückgang
Otto schloss das Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 4,2 Mrd. Euro ab, ein Minus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab. Im gleichen Jahr konnten 2,9 Mio. neue Kunden aktiviert werden, ein Plus von drei Prozent. Besonders gewachsen ist der Marktplatz, der bereits für ein Drittel des Umsatzes verantwortlich ist. Die Zahl der Drittanbieter stieg auf 6.500, ein Plus von 33 Prozent. Noch schneller entwickelte sich nur das Werbegeschäft des Unternehmens mit einem Anstieg von 39 Prozent. Seit 2020 vermarktet Otto gesponserte Produktanzeigen und Display-Werbung für eigene und externe Onlineshops sowie digitale Plakatwerbung.

Deutsche Onlinekäufe beginnen bei Google
Der Onlinekauf beginnt für 53,3 Prozent der deutschen Verbraucher bei einer Suchmaschine und für 49,6 Prozent bei einem Online-Marktplatz, so das Ergebnis einer Befragung von 5.000 Konsumenten durch Ebay-Ads und Civey. Es folgen Preisvergleichsplattformen mit 29,6 Prozent und die Online-Shops der Hersteller mit 28,8 Prozent. Trotz des Trends zum Social Commerce spielen Online-Foren mit 2,2 Prozent und soziale Medien wie Instagram oder Tiktok mit nur 1,7 Prozent noch kaum eine Rolle beim Start des digitalen Einkaufsbummels.

Deutschland für Deutsche nur mittelmäßig attraktiv
Deutsche Firmen bewerten laut einer Umfrage des Ifo-Instituts den Wirtschaftsstandort Deutschland mit mittelmäßigen 61,3 von 100 Punkten. Österreich halten sie mit 72,4 Punkten und die Schweiz mit 72,6 Punkten für deutlich attraktiver. Auch die USA mit 74,7 Punkten, Kanada mit 67,3 Punkten und Frankreich mit 66,8 Punkten scheinen mehr Vorzüge zu bieten als der heimatliche Standort. Folgerichtig diagnostizieren 78 Prozent der Befragten, dass Deutschland in den letzten zehn Jahren an Attraktivität eingebüßt hat und 48 Prozent rechnen sogar mit einer weiteren Verschlechterung.

Smart Commerce wächst 19 Prozent
Die Smart Commerce aus Jena, die E-Commerce-Plattformen plant, baut und betreibt, konnte ihren Umsatz im Jahr 2023 um 19 Prozent auf 12,3 Mio. Euro steigern, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Dieses Wachstum entspricht der Rate der letzten fünf Jahre; seit der Gründung im Jahr 2012 arbeitet man profitabel. Im Mai 2023 wurde die Stuttgarter Digitalagentur Deepr übernommen, zu deren Kunden Bosch, Mercedes-Benz, die Funke Mediengruppe oder Caramba gehören.

Olymp startet generalüberholten Onlineshop
Das Modeunternehmen Olymp aus Bietigheim-Bissingen hat seinen Online-Auftritt neu ausgerichtet, berichtet Fashionunited.de. Ziel sei es, das Nutzererlebnis durch die Integration von Inspirationselementen und großformatigen Motiven emotionaler zu gestalten. Verbesserte Filterfunktionen sollen die Nutzung erleichtern. Unter der Haube arbeitet eine moderne, stabile Headless-Architektur, die personalisierte oder KI-generierte Kaufempfehlungen unterstützt. Der Shop soll so in Zukunft zum zentralen Medium der gesamten Markenkommunikation werden.

Wolt rollt jetzt auch in Rostock
Der finnische Essenslieferant Wolt hat sein Angebot laut Pressemitteilung jetzt auch in Rostock ausgerollt, nachdem in diesem Jahr bereits Gelsenkirchen, Osnabrück und Saarbrücken neu auf die Landkarte kamen. Ab sofort können sich Rostocker unter anderem Gerichte von Best Kebab Döner, Helga’s Kitchen, FoodBro’s Rostock, Kartoffelkogge, Lunchbox Eatfresher sowie von bekannten Fast-Food-Ketten nach Hause liefern lassen.


HANDEL INTERNATIONAL

Markta sperrt Onlineshop zu
Der digitale Supermarkt Markta, der saisonale Produkte von 200 Bauernhöfen und Familienbetrieben aus Österreich anbietet, hat auf seiner Webseite angekündigt, den Onlineshop zu „pausieren“. Grund dafür sind laut Kurier.at „Inflation, gestiegene Personalkosten und der Wettbewerbsdruck im Online-Handel“, aber auch die Notwendigkeit, Logistik und IT-Infrastruktur neu aufzustellen. Die stationäre Filiale in der Wiener Alser Straße bleibt während der Pause geöffnet.

2,9 Prozent mehr Insolvenzen in der Schweiz
Die Zahl der Insolvenzen in der Schweiz ist mit 15.447 zum dritten Mal in Folge gestiegen – im Jahr 2023 um 2,9 Prozent, berichtet Handelszeitung.ch. Im Jahr 2021 war die Zunahme mit 9,1 Prozent und im Jahr 2022 mit 6,6 Prozent allerdings deutlich höher. Der finanzielle Schaden ist demnach um 12 Prozent auf zwei Mrd. Franken gesunken, während gleichzeitig die Zahl der Zahlungsbefehle um 11 Prozent auf drei Millionen zugenommen hat.

Kaufkraft der Österreicher steigt 6,7 Prozent
Die Kaufkraft der Österreicher ist dieses Jahr um 6,7 Prozent höher als im Vorjahr, während die der Schweizer um 3,2 Prozent und die der Deutschen nur um 2,9 Prozent gewachsen ist, so die neue Kaufkraftstudie der GfK. In harter Währung ausgedrückt können Bürger in Deutschland in diesem Jahr 27.848 Euro, in Österreich 29.266 Euro und in der Schweiz 52.566 Euro für Lebenshaltung, Versicherungen, Miete, Gas, Strom und Bekleidung ausgeben. Ob die gestiegene Kaufkraft tatsächlich bedeutet, dass die Verbraucher mehr Geld locker machen können, hängt von der Preisentwicklung in diesem Jahr ab.


Deutscher Einzelhandel verliert 23 Mrd. Euro durch Zahlungsbetrug
Im Jahr 2023 verlor der deutsche Einzelhandel 23 Mrd. Euro durch Zahlungsbetrug, global lag der Verlust bei 396 Mrd. Euro, so eine Studie der Fintech-Plattform Adyen, die 38.000 Verbraucher und 13.000 Unternehmen befragte. 45 Prozent aller Unternehmen weltweit wurden Opfer von Betrug, Cyberangriffen oder Datenlecks, ein Anstieg um ein Drittel im Vergleich zu 2022. Aber auch 35 Prozent der Verbraucher haben so Geld verloren, in Deutschland waren es durchschnittlich 811 Euro pro Kopf, ein Zuwachs von 244 Prozent. 24 Prozent der Verbraucher weltweit kaufen deshalb lieber bei Unternehmen mit höheren Sicherheitsstandards, in Deutschland begrüßen beispielsweise 26 Prozent die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Personalisierung durch KI benötigt Vertrauen
Personalisierung durch künstliche Intelligenz steigert im Onlinehandel laut einer Studie von Twilio den Gewinn: 55 Prozent der Befragten waren bereit für ein maßgeschneidertes Kauferlebnis mehr Geld auszugeben, 48 Prozent gaben an, aus diesem Grund wiederholt bei einem Unternehmen eingekauft zu haben. Allerdings braucht auch die KI dazu die Daten des Kunden. Zwar glauben 91 Prozent der Anbieter, sie würden transparent darstellen, wie die KI die Daten verwendet, allerdings empfinden dies nur 48 Prozent der Kunden so. Dabei schenkt gut die Hälfte der Befragten Marken, die offen kommunizieren welche Daten sie erheben und wie sie gesichert werden, mehr Vertrauen.

Drei Millionen Deutsche sind offline
Fünf Prozent der Deutschen, das sind 3,1 Mio. Bürger, waren nach eigenen Angaben noch nie online, zitiert Heise.de das Statistische Bundesamt. Besonders hoch ist der Anteil mit 15 Prozent bei den 65- bis 74-Jährigen, aber auch zwei Prozent der 16- bis 49-Jährigen gehören zu den Offlinern. Bundesweit ist ihre Zahl bereits von 5,52 Prozent im Jahr 2022 auf 5,06 Prozent gesunken, aber Schleswig-Holstein sticht im Vergleich der Bundesländer heraus: Hier stieg der Anteil von 5,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 8,49 Prozent. Zum Vergleich: In Europa sind durchschnittlich neun Prozent offline, in den USA sind es 13 Prozent und weltweit hat fast ein Drittel – 2,6 Mrd. Menschen – keinen Zugang zum Internet.

Festnetz-Internet verteuert sich
22 von 38 Tarifen für Neuzugänge im Festnetz haben sich laut eines Preisvergleichs von Verivox verteuert. O2 Telefónica erhöht bei 91 Prozent seiner Tarifangebote die Preise um fünf Euro pro Monat, Vodafone bei 75 Prozent. Die Telekom hebt die Hälfte ihrer Tarife um drei Euro an. 1&1 hält die Preise im Vergleich stabil, hat jedoch im Mai 2023 zahlreiche Sondertarife und Rabatte gestrichen und dadurch bereits die Preise für DSL-Kunden erhöht. Von Verivox wurden speziell die Tarife für Verträge mit einer branchentypischen Laufzeit von zwei Jahren verglichen, ohne Hardware, Einmalkosten oder Aktionsvorteile.

Einzelhandel verstärkt Ziel von Botnets und Infostealern
Im Einzelhandel hat sich Microsoft Onedrive als beliebteste Cloud-Anwendung durchgesetzt; 18 Prozent der Nutzer laden täglich Daten dort hoch, 22 Prozent laden davon herunter, so ein Bericht von Netskope Threat Labs. Daher kommen auch 47 Prozent der Malware-Downloads aus der Cloud, da so Sicherheits-Tools wie Domain-Blocklisten umgangen werden können. Hier gerät der Einzelhandel besonders ins Visier von Botnets, die auf Internet-of-Things-Geräte, Drucker oder Router abzielen, sowie von Infostealern, die vertrauliche Informationen wie Kontokennwörter oder Finanzdaten abgreifen.

Büros werden doch papierloser
82 Prozent der deutschen Büros drucken weniger als noch vor fünf Jahren und etwa die Hälfte davon sogar deutlich weniger, so eine Umfrage des Bitkom unter 604 Unternehmen in Deutschland. 13 Prozent haben ihren Papierverbrauch nicht verändert und zwei Prozent drucken sogar mehr als zuvor aus. Als Grund dafür, dass das versprochene papierlose Büro immer noch nicht Wirklichkeit ist, nannten 48 Prozent die Sicherung der Inhalte, damit diese digital und analog vorliegen, während 42 Prozent angaben, sie druckten, „weil sie es so gewohnt sind“. Immerhin: Die Antwortmöglichkeit, dass „der wirtschaftliche Nutzen bei einer Umstellung auf rein digitales Arbeiten unklar ist“, wählten null Prozent.


NACHHALTIGKEIT

Wärmerevolution in Mülheim bleibt aus
Das Projekt "Mülheim Heat" von Siemens Energy, das eine neue, CO2-neutrale Wärmetechnologie entwickeln sollte, wird laut WAZ.de eingestellt. Geplant war eine thermische Speicherlösung, mit der erneuerbare Energie mittels geschmolzener Salze über Tage gespeichert werden kann, um sie Industriebetrieben als Wärme (bis 500 Grad Celsius) oder Kälte (bis minus 70 Grad Celsius) wieder zur Verfügung zu stellen. Da vor Ort jedoch nicht die Abnahmemengen realisiert werden konnten, die einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichten, wird die nächste Umsetzung des Konzepts voraussichtlich in einem anderen europäischen Land oder den USA stattfinden.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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