
Save Strike, Homeoffice, Wolt, Ebay-Ads, Meta, Aliexpress, Ingrid, American Apparel, Soziale Medien, Instaffo, Otto Group
Aktuelle E-Commerce-News zu Save Strike, Homeoffice, Wolt, Ebay-Ads, Meta, Aliexpress, Ingrid, American Apparel und weiteren Themen des Tages im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Deutsche Unternehmen halten EU-Lieferkettengesetz für umsetzbar
78 Prozent der deutschen Unternehmen halten die Umsetzung des kürzlich beschlossenen EU-Lieferkettengesetzes für realistisch, auch wenn 80 Prozent dies als Herausforderung sehen, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Nur 21 Prozent sehen in der Neuregelung in erster Linie ein Risiko, drei Viertel der Unternehmen erwarten langfristig sogar Mehreinnahmen durch europaweit einheitliche Regeln. Auch hat die Mehrheit bereits Schritte zur Umsetzung des Lieferkettengesetzes eingeleitet.
Start-up Save Strike: die App „Save now buy later“
Das junge Berliner Unternehmen Save Strike will nichts weniger als eine neue Herangehensweise an das Online-Shopping etablieren. Seine App erstellt zentrale Wunschlisten und bietet alternative Zahlungsmodelle mit Sparplänen und Tools zur Erreichung von Sparzielen. Wie Save Strike das Ansparen auf einen Wunschartikel zum Spiel machen und Verbrauchern bewusstere Kaufentscheidungen ermöglichen will, erklärt Mitgründer Konrad Krappen im Etailment-Interview.
Homeoffice = 12 Prozent weniger Büros
Seit zwei Jahren arbeiten rund 25 Prozent der Beschäftigten regelmäßig von zu Hause aus, was laut einer Studie des Ifo-Instituts in den Standorten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf die Nachfrage nach Büroflächen bis 2030 um 12 Prozent senken wird. Laut Immobilienberater Colliers, Mitautor der Studie, ist die Leerstandsquote von drei Prozent vor der Pandemie bereits auf über sechs Prozent gestiegen. Aufgrund der durchschnittlichen Laufzeit von Büromietverträgen von sieben Jahren tritt die Entwicklung zeitverzögert ein.
Wolt startet in Osnabrück
Nachdem vor knapp einer Woche der Start des finnischen Quick-Commerce-Anbieters Wolt in Darmstadt bekannt gegeben wurde, folgt laut Pressemitteilung nun Osnabrück. Zu den 40 Partnern aus Gastronomie und Einzelhandel zählen hier nicht nur die bekannten Fast-Food-Anbieter, sondern auch lokale Anbieter wie Da Stefano, Zum Drehspieß, China Garden, Die Laterne, Burger Biene, Asia Koch, Baywalk Sushi & Café oder die Q1 VFL-Fan-Tankstelle, Blume 2000, die MediPark Apotheke und der Kiosk am Neumarkt. Das Liefergebiet umfasst neben der Innenstadt auch Schinkel, Schölerberg, Weststadt und Westerberg.
Reiseplanung und Handwerkeln gegen die Krisenstimmung
Laut einer Umfrage von Ebay-Ads wenden sich die deutschen Verbraucher in der Krisenstimmung verstärkt privaten Hobbys zu. 32 Prozent planen Reisen, 31 Prozent beginnen handwerkliche Projekte, 22 Prozent werden sportlicher, 18 Prozent künstlerischer und 17 Prozent lernen eine Fremdsprache. Das zeigt sich auch bei Ebay, wo sich die Nachfrage nach Möbelbausätzen, Gartenbewässerung und Gelstiften verdoppelt hat und die nach Sportarmbändern, Origami-Papier und Autodiagnosegeräten um ein Drittel gestiegen ist. Ein neuer Hobbytrend scheint das Entlüften von Bremsen zu sein, die Nachfrage nach der dafür benötigten Ausrüstung hat sich versechsfacht.
HANDEL INTERNATIONAL
Meta könnte seine Abo-Gebühren auf 60 Prozent reduzieren
Bei einer Anhörung vor der EU-Kommission hat Meta-Anwalt Tim Lamb vorgeschlagen, die Abo-Gebühren für die werbefreien Angebote von Facebook und Instagram von 9,99 Euro auf 5,99 Euro pro Monat zu senken, um Bedenken von Daten- und Verbraucherschützern auszuräumen. „Das ist bei weitem das untere Ende dessen, was eine vernünftige Person für Dienste dieser Qualität zahlen sollte“, zitiert Reuters.com den Anwalt. Die Abo-Regelung war im November eingeführt worden, um dem Digital Markets Act (DMA) der EU zu entsprechen.
Aliexpress startet Live-Streaming in Großbritannien
Der chinesische Marktplatz AliExpress hat in Zusammenarbeit mit Vogue Business einen neuen Livestreaming E-Commerce-Service in Großbritannien gestartet, berichtet Fashionunited.com. Ab dieser Woche kann man Models, Schauspielern und TV-Persönlichkeiten wie den ehemaligen Love Island-Kandidatinnen Kady McDermott und Olivia Attwood zusehen, wie sie in erster Linie Mode an den Mann und die Frau bringen. Alle teilnehmenden Influencer erhalten eine Provision und können im Rahmen eines Wettbewerbs ihre eigene Modekollektion entwerfen.
Ingrid will das Problem der letzten Meile lösen
Das schwedische Start-up Ingrid hat in einer Finanzierungsrunde 21 Mio. Euro eingesammelt, weil es Investoren davon überzeugen konnte, das Problem der letzten Meile für den Online-Handel zu lösen, berichtet Techcrunch.com. Die API von Ingrid verwaltet die Lieferdienste eines Online-Shops und ermöglicht es dessen Kunden, den gewünschten Lieferservice, die Liefergeschwindigkeit und den Preis auszuwählen. Der Dienst kümmert sich dann um die Verfolgung der Bestellung bis zum Kunden und hilft bei Bedarf auch beim Retourenprozess. Das Unternehmen hat 250 Kunden in 180 Ländern und wickelt für diese derzeit rund 40 Millionen Lieferungen pro Jahr ab.
Onlinehandel in den Niederlanden auf dem Niveau von 2021
In den Niederlanden lag der Online-Umsatz 2023 bei 34,7 Mrd. Euro und damit drei Prozent höher als im Vorjahr, berichtet Ecommercenews.eu. Im Jahr 2022 allerdings war der Umsatz auf 33,3 Mrd. Euro gesunken, so dass nun wieder das Niveau von 2021 erreicht ist. Die Ausgaben für Produkte haben sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 jedoch nicht verändert, das Plus resultiert aus der Reiselust der Niederländer, die sich in den Onlinehandel verlagert. Pauschalreisen wurden um 21 Prozent mehr gebucht, Flugtickets und Unterkünfte um 15 Prozent.
American Apparel launcht in Australien und Neuseeland
Die Modemarke American Apparel aus Los Angeles, die ihre Produkte seit 2016 ausschließlich über den Onlinehandel verkauft, startet nun eine eigene Website für Australien und Neuseeland, auf der die gesamte Kollektion verfügbar ist, berichtet Fashionunited.com. Bisher waren die Produkte in Down Under nur über Online-Angebote von Drittanbietern oder über die Website der Muttergesellschaft Gildan Brands erhältlich.
TRENDS & TECH
59 Prozent der Europäer nutzen soziale Netzwerke
Der Anteil der EU-Bürger, die sich an sozialen Netzwerken beteiligen (indem sie ein Nutzerprofil anlegen oder Nachrichten und Beiträge veröffentlichen), liegt laut Eurostat im Durchschnitt bei 59 Prozent. Am höchsten ist der Anteil in Dänemark (91 Prozent), Zypern (83 Prozent) und Ungarn (81 Prozent), am niedrigsten in Frankreich (44 Prozent), Deutschland (49 Prozent) und Italien (53 Prozent). Regional betrachtet ist die Nutzung in Deutschland besonders gering in Sachsen-Anhalt (35 Prozent), Brandenburg (36 Prozent), Thüringen (38 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (40 Prozent).
Instaffo sichert sich zehn Mio. Euro
Die Recruiting-Plattform Instaffo, die sich auf die Bereiche Tech und Sales spezialisiert hat, konnte sich ein Investment in Höhe von zehn Millionen Euro von Crosslantic Capital sichern. Gegen den Trend, der Konkurrenten wie Taledo, 4scotty oder Expertlead in die Insolvenz getrieben hat, ist Instaffo laut Businessinsider.de sogar um 70 Prozent gewachsen. Die Kunden kommen nicht nur aus der Start-up-Szene, auch RTL, GLS, Generali, HelloFresh und MyPoster finden auf der Plattform Fachkräfte. Für Bewerber ist das Profil kostenlos, Unternehmen zahlen bei erfolgreicher Vermittlung 15 Prozent des jeweiligen Bruttojahresgehalts.
NACHHALTIGKEIT
Otto Group will bis 2045 Netto-Null-CO2
Die Otto Group hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und diese von der Klimaschutzinitiative „Science Based Targets Initiative“ überprüfen lassen, um die Wissenschaftlichkeit und die Kohärenz mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens sicherzustellen. Bis 2031 sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2021 um 42 Prozent reduziert und bis 2045 Netto-Null CO2-Emissionen erreicht werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Von 2006 bis 2020 hatte das Unternehmen seine Emissionen bereits halbiert, von 2018 bis 2023 um weitere 20 Prozent gesenkt. Die Klimaziele umfassen die gesamte Lieferkette aller Unternehmensbereiche, einschließlich des Online-Marktplatzes.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge