
Start-ups, digitale Wallets, Mytheresa, Selbständige, Shöpping, Temu, Indien, Meta, Shopware, Buybay, Galaxus, Mended, Microsoft
Aktuelle E-Commerce-News: Start-ups, digitale Wallets, Mytheresa, Selbständige, Shöpping, Temu, Indien, Meta, Shopware und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
31 Prozent der deutschen Start-ups überlegen ins Ausland zu gehen
45 Prozent der von Bitkom befragten 172 Tech-Start-ups geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, Kredite zu bekommen; 31 Prozent erwägen, ins Ausland zu gehen, weil es in Deutschland zu wenig Wagniskapital gibt. 79 Prozent stellen fest, dass Investoren zurückhaltender geworden sind, obwohl 60 Prozent im kommenden Jahr frisches Geld einsammeln müssen, im Schnitt 2,7 Mio. Euro. Wird das gelingen? 42 Prozent halten dies für „sehr wahrscheinlich“, 37 Prozent für „eher wahrscheinlich“ und 17 Prozent für „eher unwahrscheinlich“ oder „sehr unwahrscheinlich“.
E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren. Mehr
Warum Händler digitale Wallets nicht ignorieren können
Im E-Commerce ist Paypal in Deutschland inzwischen umsatzstärkstes Zahlungsmittel, aber auch im stationären Handel steigt der Anteil der Wallet-Zahlungen. Wie sich die digitale Geldbörse auf die Konversionsraten im Onlinehandel auswirkt und worauf Händler bei der Integration achten sollten, erklärt Felix Huhn vom Zahlungsdienstleister Unzer in einem Etailment-Gastbeitrag.
Mytheresa wächst gegen den Trend
Mitten in der Krise des Luxusmode-Onlinehandels meldet die Münchner Plattform Mytheresa einen Umsatz von 233,9 Mio. Euro, ein Plus von 17,6 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2023. Gleichzeitig stieg das Brutto-Warenvolumen um 14,7 Prozent auf 252,2 Mio. Euro und das bereinigte Ebitda um 183,8 Prozent auf 9,2 Mio. Euro. Der Verlust konnte laut Fashionunited.de auf drei Millionen Euro reduziert werden, 41,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Mytheresa bietet seinen Shop auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Chinesisch, Koreanisch und Spanisch an und liefert in über 130 Länder.
3,2 Mio. Menschen in der „Stillen Reserve“
3,2 Mio. Menschen in Deutschland wollen arbeiten, stehen dem Arbeitsmarkt aber nicht zur Verfügung. Sie bilden die so genannte „Stille Reserve“. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, suchen davon 372.000 eine Beschäftigung, können aber aufgrund von Betreuungspflichten kurzfristig keine Arbeit aufnehmen; 945.000 suchen keine Arbeit, weil sie glauben, keine passende Stelle zu finden und 1,85 Mio. wollen arbeiten, suchen aber derzeit nicht. 58 Prozent der „Stillen Reserve“ verfügen über ein mittleres oder hohes Qualifikationsniveau. Gleichzeitig gibt es laut Wiwo.de 540.000 offene Stellen für Fachkräfte, die nicht besetzt werden können.
Selbständige etwas optimistischer
Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex für Selbständige hat sich im April auf minus 13,8 Punkte verbessert, nachdem er im März noch bei minus 15,6 Punkten gelegen hatte. Die Unzufriedenheit hat leicht abgenommen und auch die Aussichten werden etwas positiver bewertet. Am Auftragsmangel ändert sich jedoch wenig: Im April waren immer noch 44 Prozent davon betroffen, nach 47,9 Prozent im März.
Bald in Deutschland: Shöpping fürs Shopping
Der Online-Marktplatz der Österreichischen Post, Shöpping, erweitert im vierten Quartal dieses Jahres sein Angebot nach Norden und ermöglicht seinen Händlern, ihre Waren und Produkte auch an deutsche Kunden zu verkaufen. „Unsere heimischen Händler können ihr Absatzgebiet verzehnfachen und damit ihren Umsatz deutlich steigern“, meint Shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic laut Pressemitteilung. Umgekehrt akquiriert das Unternehmen verstärkt Händler aus der EU (und damit zwangsläufig auch aus Deutschland), um das Sortiment zu erweitern und den Kunden mehr Auswahl zu bieten. Es lebe das DÖF!
HANDEL INTERNATIONAL
BEUC beschwert sich über Temu
Nachdem der Verbraucherzentrale Bundesverband in dieser Woche Temu vom Haken gelassen hat (Morning Briefing berichtete), reicht nun die europäische Verbraucherschutzvereinigung BEUC Beschwerde bei der EU-Kommission ein, wie Lebensmittelzeitung.net meldet. Die Vorwürfe bleiben ähnlich: „Auf dem Online-Marktplatz wimmelt es von manipulativen Techniken, mit denen Verbraucher dazu gedrängt werden sollen, mehr Geld auf der Plattform auszugeben“. Zudem müssten Käufer, die ihr Konto schließen wollen, einen „Hindernisparcours“ durchlaufen. Auch lasse die Plattform ihre Kunden im Unklaren darüber, wer der Verkäufer einer Ware ist.
Indien regelt Onlinebewertung mit neuem Gesetz
Die indische Regierung hat mit dem neuen Standardkodex IS 19000:2022 gesetzliche Regelungen für Onlinebewertungen eingeführt. Verfasser von Bewertungen müssen zukünftig eindeutig identifizierbar sein und Plattformen müssen in Berichten nachweisen, wie sie die neuen Richtlinien einhalten. Das Gesetz ist eine Reaktion auf die steigende Anzahl an Verbraucherbeschwerden bei der „National Consumer Helpline“: Während 2018 noch 95.270 Beschwerden über gefälschte Bewertungen erfasst wurden, waren es 2023 stattliche 444.034, meldet Etinsights.com.
EU eröffnet weiteres Verfahren gegen Meta
Die Europäische Kommission hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie ein weiteres Verfahren gegen Meta eröffnet hat, das speziell dem Schutz von Minderjährigen dienen soll. Insbesondere Facebook und Instagram wird vorgeworfen, die Schwächen und Unerfahrenheit von Minderjährigen auszunutzen, um Suchtverhalten und den „Rabbit-Hole-Effekt“ (Zitat) zu erzeugen. Darüber hinaus sollen die eingesetzten Instrumente zur Altersüberwachung überprüft werden, die möglicherweise nicht geeignet, verhältnismäßig und wirksam sind. Sollten sich die erhobenen Vorwürfe bestätigen, stellen sie Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste dar.
TRENDS & TECH
Shopware erweitert 3D- und KI-Funktionen
Shopware hat auf seinem „Shopware Community Day“ angekündigt, die Funktionen des „AI Copilot“ zu erweitern: Künftig können Nutzer per Texteingabe Hintergründe für freigestellte Produktfotos generieren. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, erhält auch das integrierte Spatial-Commerce-Konzept mit dem „3D-Scene-Editor“ eine Erweiterung, um Hintergründe für die 3D-Modelle von Produkten zu generieren. Darüber hinaus will sich Shopware verstärkt um seine B2B-Kunden kümmern, die bereits 60 Prozent der Kundschaft ausmachen. Dazu dient der neue „Sales Agent“, der alle Aktivitäten der Vertriebsmitarbeiter an einer Stelle gebündelt darstellen und verwalten kann.
Buybay stellt Recommerce-Software „Yougrade“ vor
Der niederländische Recommerce-Spezialist Buybay stellt Händlern und Herstellern mit „Yougrade“ ein Software-as-a-Service-Angebot zur Verfügung, das die Rückführung von Retouren in die Kreislaufwirtschaft erleichtern soll, berichtet Ecommercenews.eu. Yougrade hilft vor Ort zu entscheiden, ob die zurückgegebenen Produkte über die eigenen Vertriebskanäle, über C2C-Marktplätze oder über das Buybay-Netzwerk von über 1.000 B2B-Verkäufern verkauft werden sollen. Die Software berücksichtigt dabei auch etwaige Reparatur- und Recyclingmöglichkeiten.
Galaxus: KI listet Vor- und Nachteile von Produkten auf
Laut Pressemitteilung lässt Galaxus seine KI die Bewertungen zu einem Produkt auswerten und präsentiert sie den Kunden in jeweils bis zu drei Schlagworten als Vor- und Nachteile über den Bewertungen. Ein Klick auf eines der Stichworte listet dann die entsprechenden Kurzrezensionen auf. Im von Galaxus verwendeten Bildbeispiel erscheint bei der Playstation PS5 bei den Vorteilen „leise“ und bei den Nachteilen „laut“ – dies ist aber kein Fehler, sondern spiegelt in diesem Fall die Diskussion der Nutzer wider.
Künstliche Intelligenzen würden die Grünen wählen
Nach einem Experiment von Felix Beinhard, der die Fragen des Wahl-O-Mats der Bundeszentrale für politische Bildung einzeln an ChatGPT, Gemini, Claude 3, Perplexitiy, Meta AI, Microsoft Copilot und Grok verfütterte, würden künstliche Intelligenzen bei der Europawahl die Grünen, nicht aber die Linken, wählen. Es folgen Volt Deutschland und die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, während CDU, CSU und FDP nur im Mittelfeld landen. Alle Chatbots wählen die AfD mit großem Abstand auf den letzten Platz. Welchen Einfluss die Trainingsdaten oder bereits installierte Prompt-Injections aufgrund rassistischer oder menschenverachtender Aussagen der Chatbots haben, lässt sich technisch nicht überprüfen.
NACHHALTIGKEIT
Armedangels holt Mended nach Deutschland
Die niederländische Online-Plattform für die Reparatur von Kleidung, Mended, hat ihre Aktivitäten durch eine Partnerschaft mit Armedangels auf Deutschland ausgeweitet, berichtet Fashionunited.de. Mended agiert vor allem als B2B-Plattform, etwa für die niederländischen Marken Kings of Indigo oder Mud Jeans. Aber auch Endkunden können online eine Reparatur buchen und erhalten ein Versandetikett, um ihr beschädigtes Kleidungsstück nach 10 Tagen repariert vor der Tür zu finden. Dieses Angebot dient dem Unternehmen, das langfristig in ganz Europa aktiv sein will, laut Mitgründerin Agnes Weber aber eher zur Datenerhebung.
Emissionen von Microsoft seit 2020 um 30 Prozent gestiegen
Microsoft hat sich ehrgeizige Umweltziele für 2030 gesetzt und will bis dahin „kohlenstoffnegativ“ sein und keinen Abfall mehr produzieren. Tatsächlich sind die direkten CO2-Emissionen seit 2020 um 6,3 Prozent gesunken. Allerdings sind die Werte in der Lieferkette um 30,9 Prozent gestiegen, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens (Seite 5/88). Das liegt vor allem am Bau neuer Rechenzentren wegen des KI-Booms – die Herstellung von Stahl oder Beton ist kohlenstoffintensiv. Laut Businessinsider.de hat Microsoft deswegen angekündigt, „einige große Zulieferer“ zu verpflichten, bis 2030 ausschließlich „kohlenstofffreien“ Strom zu verwenden.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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