
Too Good To Go, Linkedin, Apple, Domino’s, Stripe + Lemon Squeezy, Pornhub, Composable Commerce, SeaarchGPT, WTO, Cloud-Ausfälle
Aktuelle E-Commerce-News: Too Good To Go, Linkedin, Apple, Domino’s, Stripe + Lemon Squeezy, Pornhub, Composable Commerce und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Exporterwartungen leicht gesunken
Die Exporterwartungen der deutschen Industrie sind laut Ifo-Institut im Juli leicht gesunken. Der Index sank von minus 1,3 auf minus 1,7 Punkte. Während die Hersteller von Elektronik, Getränken und Möbeln mit Zuwächsen rechnen, erwarten die Automobil- und die Metallindustrie Einbußen. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, sieht wenig Anzeichen für eine baldige deutliche Verbesserung der Lage.
Too Good To Go liefert Überraschungsboxen
Too Good To Go erweitert sein Angebot um einen Lebensmittel-Lieferservice für Überraschungsboxen mit Markenprodukten, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die App bietet Waren mit Verpackungsfehlern oder kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums bis zu 50 Prozent unter dem regulären Verkaufspreis an. Das Angebot ist derzeit noch begrenzt, soll aber in Zukunft ausgebaut werden.
„Immun Water“ ist irreführende Werbeaussage
Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat laut Pressemitteilung erfolgreich gegen irreführende Werbeaussagen des Getränks „Hohes C Immun Water“ geklagt. Das Produkt erwecke durch die Namensgebung den Eindruck, dass der Genuss unmittelbar mit einer Stärkung des Immunsystems verbunden sei. Solche gesundheitsbezogenen Angaben sind jedoch nur nach Prüfung und Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zulässig.
HANDEL INTERNATIONAL
Linkedin wegen überhöhter Werbekosten verklagt
Linkedin zahlt 6,625 Mio. Dollar, um eine Sammelklage wegen angeblich überhöhter Werbekosten beizulegen, berichtet Reuters.com. Die Werbetreibenden warfen Linkedin vor, Videoaufrufe zu zählen, auch wenn die Videos nicht tatsächlich im sichtbaren Bereich des Bildschirms abgespielt wurden. Das Unternehmen bestreitet zwar ein Fehlverhalten, verpflichtet sich aber zu einer externen Überprüfung seiner Werbemetriken. Die Einigung betrifft US-Werbekunden von Januar 2015 bis Mai 2023 und bedarf noch der gerichtlichen Genehmigung.
Apple verliert Marktanteile in China
Der Marktanteil von Apple in China sank auf 15,5 Prozent, während der Umsatz um acht Prozent zurückging. Damit fällt das Unternehmen aus den Top 5 der Smartphone-Hersteller, obwohl die Zahl der verkauften iPhones sogar leicht gestiegen ist. Laut Businessinsider.de gewannen stattdessen chinesische Konkurrenten wie Vivo, Huawei und Xiaomi an Boden.
Domino’s Kunden holen ihre Pizzen ab
Domino’s verzeichnet einen Aufschwung im Abholgeschäft, vermutlich wegen steigender Lieferkosten, berichtet Businessinsider.com. Im zweiten Quartal stieg der vergleichbare Umsatz im Abholgeschäft um 7,9 Prozent, im Liefergeschäft nur um 2,7 Prozent. Domino’s forcierte das Abholgeschäft durch die Eröffnung neuer Filialen, um die Wege für die Kunden zu verkürzen.
Stripe übernimmt Lemon Squeezy
Stripe übernimmt den Zahlungsabwickler Lemon Squeezy für eine nicht genannte Summe, berichtet Techcrunch.com. Als registrierter Händler berechnet und zahlt Lemon Squeezy die weltweite Umsatzsteuer für digitale Produkte und übernimmt die rechtliche Abwicklung und Gebühren in jedem Land. Bereits neun Monate nach dem Start erwirtschaftete das Unternehmen auf diese Weise einen Jahresumsatz von einer Million Dollar. Nach den Akquisitionen von Supaglue und Okay ist dies die dritte Übernahme von Stripe seit 2023.
Pornhub will Werbernamen nicht offenlegen
Aylo, die Muttergesellschaft von Pornhub, hat laut Euractiv.com beim Europäischen Gerichtshof Berufung gegen die Offenlegung der Nutzernamen ihrer Werbetreibenden eingelegt, wie sie für die Einstufung als „sehr große Online-Plattform“ nach dem Digital Services Act erforderlich ist. Das Unternehmen argumentiert mit dem Schutz von Sexarbeitern und Schauspielern. Gleichzeitig bestreitet es die VLOP-Einstufung, da die Zahl der Nutzer unter 45 Millionen pro Monat liege.
TRENDS & TECH
Composable Commerce: Warum es mehr braucht als einen flexiblen Tech-Stack
MACH, Best of Breed, Headless, APIs oder PBCs: Im E-Commerce haben diese Begriffe seit Jahren einen festen Platz. Doch für die erfolgreiche Umsetzung einer Composable-Commerce-Strategie braucht es mehr als einen anpassungsfähigen Tech-Stack. In einem Etailment-Gastbeitrag erklärt Dr. Philipp Hoberg vom IT-Berater Valantic, warum Composable-Commerce-Strategien scheitern und was es braucht, um die Potenziale wirklich nutzen zu können.
Bund kürzt Gigabitförderung
Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr kürzt die Gigabitförderung für 2024 um eine Mrd. Euro auf nur noch zwei Mrd. Euro, berichtet Heise.de. Trotz der Kürzung sichert Staatssekretär Stefan Schnorr die Fortsetzung der Breitbandförderung zu, betont aber den Fokus auf die Gebiete mit dem größten Nachholbedarf. Der Bundesverband Breitbandkommunikation sieht die Kürzung als Chance für einen gezielteren Mitteleinsatz.
SearchGPT verändert das Online-Marketing
SearchGPT, die neue KI-Suchmaschine von OpenAI, könnte das Online-Marketing grundlegend verändern, berichtet T3N.com. Statt mehrerer Links liefert sie eine einzige Antwort auf Suchanfragen, was die Sichtbarkeit von Websites dramatisch verändert. Experten wie Markus Caspari von Dentsu sehen darin einen möglichen „Gamechanger“ für die Branche, auch wenn Googles Marktposition zunächst stabil bleiben dürfte. Für Vermarkter bleibt die Erstellung von qualitativ hochwertigen, relevanten und gut strukturierten Inhalten entscheidend, um auch in der KI-gestützten Suche erfolgreich zu sein.
150-Euro-Grenze wird abgeschafft
Die Europäische Kommission plant eine Verschärfung der Mehrwertsteuerregeln für Importe im Online-Handel, berichtet Vatcalc.com. Damit soll vor allem Steuerbetrug durch absichtlich zu niedrig deklarierte Warensendungen verhindert werden, wie er beispielsweise bei Temu vermutet wird. Dazu soll die 150-Euro-Grenze für vereinfachte Anmeldeverfahren abgeschafft werden. Die neuen Regeln sollen 2028 im Rahmen einer umfassenden Zollreform in Kraft treten.
WTO legt Regeln für den digitalen Handel fest
Die Welthandelsorganisation hat sich auf erste globale Regeln für den digitalen Handel geeinigt, berichtet Heise.de. 91 Staaten einigten sich unter anderem auf ein Verbot von Zöllen auf digital gehandelte Waren und Dienstleistungen sowie auf Maßnahmen zur Förderung des grenzüberschreitenden E-Commerce. Die EU, deren digitaler Handel ein Volumen von 1,3 Bio. Euro hat, begrüßt das Abkommen und will Entwicklungsländer bei der Umsetzung unterstützen.
39 Prozent der Unternehmen von Cloud-Ausfällen betroffen
Cloud-Ausfälle betrafen im vergangenen Jahr 39 Prozent der deutschen Unternehmen, wie eine Bitkom-Umfrage unter 603 Unternehmen zeigt. Als Reaktion haben fast alle betroffenen Unternehmen einen Notfallplan erstellt, 48 Prozent haben ihre Cloud-Verträge neu verhandelt und 37 Prozent setzen auf eine Multi-Cloud-Strategie. Trotz der Ausfälle betont Bitkom-Experte Lukas Klingholz, dass Cloud-Anbieter in der Regel eine höhere Ausfallsicherheit bieten als interne IT-Abteilungen.
NACHHALTIGKEIT
Verbraucher wollen nachhaltigen Paketversand
60 Prozent der deutschen Online-Shopper legen großen Wert auf Nachhaltigkeit beim Paketversand, zitiert Computerworld.ch eine Studie von Parcellab. Vier von zehn Befragten sind bereit, für umweltfreundliche Versandoptionen höhere Kosten in Kauf zu nehmen, aber auch recycelbare Verpackungen und die Reduzierung von Verpackungsmüll sind den Konsumenten wichtig. Auch bei Retouren wünschen sie sich mehr Nachhaltigkeit, sind allerdings nicht bereit, dafür mehr zu bezahlen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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