
Weihnachts-Sparen, Returnradar, DHL, DSGVO, Walmart, Indien, Mercado Libre, Youtube, Cross-Border-Handel, KI-Fakes auf Tiktok
Aktuelle E-Commerce-News zu Weihnachts-Sparen, Returnradar, DHL, DSGVO, Walmart, Indien, Mercado Libre, Youtube und weiteren Themen des Tages im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Erfolgsfaktor Payment: Mehr Kosteneffizienz und Unabhängigkeit mit der richtigen Zahlungslösung
Der deutsche Handel steht unter Druck: Steigende Energiekosten, Inflation, Personalmangel und volatile Lieferketten belasten die Margen. Zuverlässige und planbare Kostenstrukturen sind wichtiger denn je. Gleichzeitig wachsen die Abhängigkeiten von internationalen Konzernen – auch bei kritischen Infrastrukturen wie Zahlungssystemen. Umso relevanter ist es für den Handel, sich nun mit der eigenen Bezahlinfrastruktur und den damit verbundenen Kosten und Abhängigkeiten zu beschäftigen.
HANDEL NATIONAL
Frohe Weihnachten trotz Sparmaßnahmen
82 Prozent der Deutschen wollen sich das Weihnachtsfest trotz Krisen nicht verderben lassen – die Durchschnittsausgaben steigen laut einer Umfrage von Nielseniq.com auf 366 Euro pro Kopf. Allerdings wollten die meisten sparen, der Durchschnitt wachse, weil die Ausgabenfreudigeren ihre Budgets noch deutlicher erhöhten. Gespart werde gezielt: 57 Prozent planten weniger Restaurant- oder Kinobesuche, fast die Hälfte wechsle von Markenprodukten zu Handelsmarken, jeder Dritte plane, zu Weihnachten Second-Hand- oder aufbereitete Produkte zu verschenken. Auf der anderen Seite: Ganze 40 Prozent hätten angegeben, ihre Ausgaben noch gar nicht beziffern zu können.
Zwei Freunde auf dem Weg zum weltweiten Erfolg: Wie das Unternehmen Blockhütte zum ‚Rising Star‘ wurde und welche Rolle Amazon Ads dabei spielt„W
ir waren im selben Kindergarten“, erzählt Nils Hack, Mitbegründer von Blockhütte. Was mit zwei besten Freunden, einer gemeinsamen Vision für nachhaltige Lunchboxen und einer Investition von 3.000 € begann, hat sich zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 6 Millionen € entwickelt. Ihre Geschichte ist nur eine von vielen faszinierenden Erfolgsgeschichten, die in der innovativen Doku-Serie „Rising Stars by Amazon Ads“ vorgestellt werden, die die wahren Geschichten hinter aufstrebenden Marken aus Europa erzählt.
Returnradar macht Rücksenderegeln im Shop transparent
Returnradar präsentiert ein kostenloses Trust-Badge, das Retourenfristen, Kosten und Versandoptionen im Shop sichtbar macht, berichtet das Unternehmen. Die Informationen würden redaktionell geprüft und aus öffentlichen Quellen zusammengetragen – ohne Sternebewertungen oder Tracking-Skripte. Händler könnten das statische HTML-Element direkt im Checkout oder auf Produktseiten platzieren. Rücksenderegeln gehörten seit Jahren zu den meistgesuchten Kaufkriterien, während klassische Bewertungssysteme wegen Moderationsaufwand und rechtlichen Unsicherheiten gemieden würden. Das Badge setze auf nüchterne Fakten statt subjektiver Urteile und erfülle hohe Datenschutzanforderungen.
Black Week verdoppelt DHLs Tagesvolumen
DHL hat am Dienstag nach dem Cyber Monday in Deutschland 12,4 Mio. Pakete sortiert – ein neuer Rekord, meldet Retail-News.de. Das seien beinahe doppelt so viele wie an einem durchschnittlichen Tag mit 6,7 Mio. Sendungen. Die Black Week habe beim Unternehmen auch weltweit für Spitzenwerte gesorgt: DHL Ecommerce verzeichnete in 19 Ländern bis zu 14 Mio. bearbeitete Pakete täglich, 60 Prozent über dem Normalbetrieb. DHL Express meldete zwischen Thanksgiving und Cyber Monday ein Plus von 20 Prozent.
DSGVO unter Druck: Mehrheit der Unternehmen fordert Lockerung
Fast vier von fünf Unternehmen drängen auf eine Reform der Datenschutz-Grundverordnung, so eine aktuelle Bitkom-Befragung. Die Belastung wachse stetig: 97 Prozent bezeichneten den Aufwand mittlerweile als sehr oder eher hoch, 69 Prozent berichteten von einer weiteren Zunahme im vergangenen Jahr. Besonders kritisch bewerten die Befragten die Auswirkungen auf Künstliche Intelligenz – 69 Prozent sähen das KI-Training erschwert, 63 Prozent befürchteten eine Abwanderung der KI-Entwicklung aus Europa. Die Unternehmen forderten vor allem reduzierte Dokumentationspflichten und klarere Vorgaben.
HANDEL INTERNATIONAL
Walmart bricht an Black Friday seinen Tagesrekord
Walmarts Online-Marktplatz verzeichnete am Black Friday einen neuen Tagesrekord bei den Konversionen, berichtet Channelx.world. Die gefragtesten Artikel seien Apples Airpods Gen 4 gewesen, gefolgt von Fernsehern, Wrangler-Jeans und Pokémon-Karten. Der hauseigene Fulfillment-Service habe seinen Jahresumsatz an einem einzigen Tag übertroffen. Walmart habe 57 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr ausgeliefert, 44 Prozent davon in unter drei Stunden – Rekord sei die Zehn-Minuten-Zustellung eines Dampf-Bodenreinigers in Utah gewesen.
Indiens Quick Commerce liefert hauptsächlich Junk Food
Jedes zweite verpackte Lebensmittel auf Indiens führenden Quick-Commerce-Plattformen ist Junk Food, berichtet Theweek.in. Beim Marktführer lägen sogar 62 Prozent der gelisteten Produkte im hochverarbeiteten Bereich – reich an Fett, Zucker und Salz. Die indische Behörde für Lebensmittelsicherheit könne solche Produkte mangels Definition nicht regulieren – obwohl der Indian Council for Medical Research vor erhöhten Risiken für Herzkrankheiten und Diabetes warne. Neun von zehn Gen-Z-Eltern in Indien würden sich eine rote Kennzeichnung solcher Produkte wünschen, um sich und ihren Kindern gesündere Kaufentscheidungen zu erleichtern.
Mercado Libre wird zum Fluchtpunkt für Chinas Online-Händler
Die Zahl chinesischer Verkäufer auf Mercado Libre ist in den vergangenen zwei Jahren dreistellig gewachsen, berichtet Caixinglobal.com. Ab Mitte 2025 habe sich der Zustrom beschleunigt, da US-Handelskonflikte chinesische Exporteure zur Diversifizierung zwingen würden. Brasilien gelte als „blauer Ozean“: Mit 212 Mio. Einwohnern und einem für 2025 erwarteten Marktvolumen von 78 Mrd. Dollar sei es der größte E-Commerce-Markt Lateinamerikas. Die Herausforderungen blieben jedoch beträchtlich – ein Steuersystem mit bis zu zwölf verschiedenen Abgaben schrecke viele ab.
Marktplätze haften für sensible Daten in Anzeigen
Online-Marktplätze tragen künftig die volle Verantwortung für personenbezogene Daten in Anzeigen, entschied der Europäische Gerichtshof laut Heise.de. Die Betreiber müssten Inserate mit sensiblen Informationen – etwa zum Sexualleben oder politischen Ansichten – bereits vor Publikation identifizieren und prüfen. Dabei gelte es, zu kontrollieren, ob der Inserent tatsächlich die betroffene Person sei oder deren ausdrückliche Einwilligung vorliege. Fehle beides, sei die Veröffentlichung zu verweigern. Auch das Kopieren solcher Daten auf andere Websites müssten Plattformen durch technische Maßnahmen verhindern. Die Haftungsfreistellung aus der E-Commerce-Richtlinie greife nicht.
Youtube akzeptiert Australiens Kinderschutzregeln
Youtube schränkt den Zugang für unter 16-Jährige in Australien ein, berichtet Zeit.de. Die Google-Tochter füge sich damit einem Gesetz, das Social-Media-Konten für Minderjährige ab dem 10. Dezember verbiete – bei Verstößen drohten Strafen bis 32,5 Mio. Dollar. Betroffene würden automatisch abgemeldet, könnten aber weiterhin Videos ansehen, nur nicht mehr kommentieren, liken oder Kanäle abonnieren. Youtube sei zunächst ausgenommen worden, aber nach Beschwerden von Meta, Tiktok und Snapchat weitete die Regierung die Regelung aus – alle Plattformen täten zu wenig für den Kinderschutz.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Cross-Border-Handel: Lokale Zahlart entscheidet über Konversion
Zwei Drittel des globalen E-Commerce-Umsatzes werden mittlerweile digital abgewickelt, doch drei Viertel der Händler kämpfen laut Pymnts.com bei grenzüberschreitenden Transaktionen mit höheren Fehlerquoten als im Inland. Fast alle internationalen Käufer wollten mit ihrer bevorzugten lokalen Zahlart bezahlen, 94 Prozent erwarteten Preise in eigener Währung. Händler ohne entsprechende Optionen riskierten den Verlust von mehr als der Hälfte potenzieller Kunden. Die Bedeutung regionaler Lösungen nehme sogar weiter zu: Digital Wallets hätten ihren Anteil seit 2014 von 34 auf 66 Prozent verdoppelt, Echtzeit-Systeme wie Indiens UPI oder Brasiliens Pix gewännen rapide an Bedeutung.
KI-Accounts fluten Tiktok mit Fake-Inhalten
Tiktok kämpft mit einer Flut automatisierter KI-Accounts, die beispielsweise einwanderungsfeindliche Hetze oder sexualisierte Inhalte verbreiten, berichtet Theguardian.com. Eine Untersuchung von AI-Forensics habe 354 Accounts identifiziert, die binnen eines Monats 43.000 Posts mit 4,5 Mrd. Views generiert hätten – darunter gefälschte Nachrichtensendungen etablierter Medienmarken und sexualisierte Darstellungen teils minderjährig wirkender Mädchen. Die Hälfte der Inhalte trage keine KI-Kennzeichnung, weniger als zwei Prozent das offizielle Tiktok-Label. Die Plattform habe mittlerweile einzelne Posts entfernt, nenne die Vorwürfe jedoch „unbegründet“.
Europäer dürfen nicht in Googles virtuelle Umkleidekabine
Google hat seine virtuelle Anprobe-Funktion für Kleidung nun in Großbritannien und Indien gestartet, berichtet Retail-News.de. Nutzer könnten Mode mit nur einem hochgeladenen Foto an ihrem eigenen Körper visualisieren, heißt es. Die in den Staaten bereits verfügbare Technologie basiere auf einem KI-Modell, das analysiere, wie Stoffe fallen, sich dehnen oder falten würden. Laut Google würden digitale Anproben häufiger geteilt als herkömmliche Produktseiten, was Händlern zusätzliche Reichweite verschaffe. Ein Starttermin für Europa sei weiterhin unklar.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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