Müllers Douglas-Einstieg ruft Kartellamt auf den Plan

Müllers Douglas-Einstieg ruft Kartellamt auf den Plan

Der Drogerieunternehmer Erwin Müller hat seine Anteile an Douglas Holding aufgestockt und damit die Wettbewerbshüter hellhörig gemacht. Konzernchef Kreke betont derweil die Unabhängigkeit von Müller.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Schritt könnte nun das Kartellamt auf den Plan rufen: "Wir sehen uns das an", hieß es am Donnerstag von der Bonner Behörde. Bei einer Schwelle von 25 Prozent besteht Anmeldepflicht. Unter Umständen kann das Kartellamt aber auch schon früher die Konsequenzen für den Wettbewerb prüfen.

Douglas-Chef wünscht sich ein Einschreiten

Auf die Behörde setzt Douglas-Vorstandschef Henning Kreke. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er: "Mit dem Überschreiten von zehn Prozent ist jetzt eigentlich zu erwarten, dass das Kartellamt aufmerksam wird."

Spätestens wenn Müller seine Ankündigungen wahr machen und auf 15 Prozent aufstocken sollte, dürfte es wettbewerbsrechtlich kritisch werden, sagte Kreke. Mit seiner Ausrichtung unter anderem auf gehobene Kosmetik gelte Müller als wichtiger Wettbewerber der Douglas-Parfümerien.

Kaum Zweifel über seine Pläne hatte Müller jüngst in einem "Focus"-Interview gelassen: "Ich will zweitgrößter Aktionär werden und schließe nicht aus, dass wir in den nächsten Monaten bereits bei 15 Prozent sind. Das Ziel nach oben halte ich mir offen." Eine Stellungnahme war von dem Unternehmen in Ulm zunächst nicht zu bekommen.

"Keinen Einfluss auf das operative Geschäft"

Douglas-Chef Kreke gab sich gelassen: "Durch die Erhöhung der Beteiligung seitens Herrn Müller ändert sich überhaupt nichts", sagte er laut einer Mitteilung. "Douglas wird auch künftig genau das tun, was für die weitere Entwicklung der Douglas-Gruppe richtig ist."

Auch ein weiterer Großaktionär habe "keinen Einfluss auf unser operatives Geschäft". Denn nach dem Aktienrecht bestimme der Vorstand die Strategie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und nicht mit einzelnen Aktionären, betonte Kreke.

Die Oetker-Gruppe hält gut 25 Prozent, Henning Kreke und sein Vater Jörn Kreke besitzen mehr als 12 Prozent. Gemeinsam mit kleineren Paketen der verwandten Familie Eklöh kommen sie auf rund 30 Prozent, allerdings ohne Pool-Vertrag.

Das Verhältnis zu Oetker sei seit mehr als vierzig Jahren harmonisch, sagte der Douglas-Chef der "FAZ" und fügte hinzu: "Zwischen Oetker und Kreke passt kein Müller." Bei den Parfümerien ist Douglas nach eigenen Angaben Marktführer in Europa. In Deutschland kommt der Filialist auf einen Marktanteil von 30 bis 35 Prozent.

Zum MDax-Konzern Douglas-Holding mit Sitz in Hagen gehören neben der gleichnamigen Parfümeriekette auch der Süßwarenhändler Hussel, die Christ-Juweliergeschäfte, die Thalia-Buchhandlungen und die Modehäuser von AppelrathCüpper.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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