Kurier übergibt Paket per E-Lastenrad an Kundin in nachhaltiger Stadtlieferung
© Higgsfield / Soul

Wie Händler mit umweltfreundlicher Lieferung sogar Geld sparen

Statt als eine weitere Herausforderung sollten Einzelhändler das Thema Nachhaltigkeit als große Chance begreifen, denn: Konsumenten wollen künftig mehr bei Händlern einkaufen, die sie als nachhaltig wahrnehmen. Viele sind darüber hinaus bereit, im Namen des Umweltschutzes Lieferoptionen zu wählen, die für Versender günstiger sind - und sogar mehr für Produkte oder Lieferservice zu zahlen. Das belegt eine aktuelle Studie des Logistiktechnologie-Anbieters Descartes.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Umweltschutz ist also ein relevantes Thema für viele Verbraucher – doch unterstützen ihre Kaufentscheidungen dieses Gefühl? Auch dazu liefert die Studie wertvolle Erkenntnisse: Immerhin 39% der Befragten treffen Kaufentscheidungen regelmäßig oder immer anhand der Umweltauswirkungen eines Unternehmens oder Produkts. Nur 11% haben dies noch nie getan.Das Alter der Befragten spielt dabei eine wichtige Rolle: So treffen 42% in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre Kaufentscheidungen unter Umweltgesichtspunkten, während dies nur 34% der über 65-Jährigen tun.

Kunden sehen noch Verbesserungspotenzial

Für Konsumenten in den westlichen Industrienationen wird der Umweltschutz also zu einem immer wichtigeren Kriterium bei der Kaufentscheidung.

Gerade Handelsunternehmen sollten diese Chance nutzen, zum Beispiel, indem sie sich um nachhaltige Lieferketten bemühen: In der Studie gaben viele Verbraucher an, bspw. mehr Kleidung und Schuhe (39%) von Unternehmen zu kaufen, deren Lieferketten nachweislich nachhaltiger als die der Konkurrenz sind.Beim Thema Lieferung gibt es aus Kundensicht noch viel Verbesserungspotenzial: Die Umfrage ergab, dass nur 38% der Verbraucher glauben, dass Händler bei der Anwendung nachhaltiger Lieferpraktiken gute Arbeit leisten.

Gleichzeitig gaben über 50% an, dass sie "ziemlich" bzw. "sehr" an umweltfreundlichen Liefermethoden interessiert seien, und 54% wären bereit, für eine umweltfreundliche Lieferung längere Lieferzeiten in Kauf zu nehmen.

Mehr als die Hälfte würde längere Lieferzeiten akzeptieren

Je höher der Anteil der Onlinebestellungen, desto wichtiger wird das Thema Lieferung für die Nachhaltigkeitskonzepte des Einzelhandels. Mit wenigen Ausnahmen planten die Studienteilnehmer künftig mehr online einzukaufen und liefern zu lassen. 46% taten dies in den vergangenen zwölf Monaten, 47% planen dies für die Zukunft.Unternehmen, denen es gelingt, sich als umweltfreundlich zu positionieren, führen mit größerer Wahrscheinlichkeit profitablere Hauslieferungen durch. Eine beträchtliche Anzahl von Befragten (54%) gab an, längere Lieferzeiten von einem umweltfreundlichen Unternehmen in Kauf zu nehmen. Auch hier liegen große Chancen für den Handel: Längere Vorlaufzeiten bieten Händlern mehr Möglichkeiten zur Verbesserung der Liefereffizienz.

Zudem gaben 20% der Studienteilnehmer an, dass sie für eine Lieferung durch ein umweltfreundliches Unternehmen mehr bezahlen würden. Auch hier spielt das Alter eine wichtige Rolle: Gen Z und Millennials sind mit 27% eher bereit, einen Aufpreis zu akzeptieren als über 55-Jährige (14%).

MEHR ZUM THEMA:

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.