
Wie Händler mit umweltfreundlicher Lieferung sogar Geld sparen
Statt als eine weitere Herausforderung sollten Einzelhändler das Thema Nachhaltigkeit als große Chance begreifen, denn: Konsumenten wollen künftig mehr bei Händlern einkaufen, die sie als nachhaltig wahrnehmen. Viele sind darüber hinaus bereit, im Namen des Umweltschutzes Lieferoptionen zu wählen, die für Versender günstiger sind - und sogar mehr für Produkte oder Lieferservice zu zahlen. Das belegt eine aktuelle Studie des Logistiktechnologie-Anbieters Descartes.
Thomas RehmRedakteurKunden sehen noch Verbesserungspotenzial
Für Konsumenten in den westlichen Industrienationen wird der Umweltschutz also zu einem immer wichtigeren Kriterium bei der Kaufentscheidung.
Gerade Handelsunternehmen sollten diese Chance nutzen, zum Beispiel, indem sie sich um nachhaltige Lieferketten bemühen: In der Studie gaben viele Verbraucher an, bspw. mehr Kleidung und Schuhe (39%) von Unternehmen zu kaufen, deren Lieferketten nachweislich nachhaltiger als die der Konkurrenz sind.Beim Thema Lieferung gibt es aus Kundensicht noch viel Verbesserungspotenzial: Die Umfrage ergab, dass nur 38% der Verbraucher glauben, dass Händler bei der Anwendung nachhaltiger Lieferpraktiken gute Arbeit leisten.
Gleichzeitig gaben über 50% an, dass sie "ziemlich" bzw. "sehr" an umweltfreundlichen Liefermethoden interessiert seien, und 54% wären bereit, für eine umweltfreundliche Lieferung längere Lieferzeiten in Kauf zu nehmen.
Mehr als die Hälfte würde längere Lieferzeiten akzeptieren
Je höher der Anteil der Onlinebestellungen, desto wichtiger wird das Thema Lieferung für die Nachhaltigkeitskonzepte des Einzelhandels. Mit wenigen Ausnahmen planten die Studienteilnehmer künftig mehr online einzukaufen und liefern zu lassen. 46% taten dies in den vergangenen zwölf Monaten, 47% planen dies für die Zukunft.Unternehmen, denen es gelingt, sich als umweltfreundlich zu positionieren, führen mit größerer Wahrscheinlichkeit profitablere Hauslieferungen durch. Eine beträchtliche Anzahl von Befragten (54%) gab an, längere Lieferzeiten von einem umweltfreundlichen Unternehmen in Kauf zu nehmen. Auch hier liegen große Chancen für den Handel: Längere Vorlaufzeiten bieten Händlern mehr Möglichkeiten zur Verbesserung der Liefereffizienz.
Zudem gaben 20% der Studienteilnehmer an, dass sie für eine Lieferung durch ein umweltfreundliches Unternehmen mehr bezahlen würden. Auch hier spielt das Alter eine wichtige Rolle: Gen Z und Millennials sind mit 27% eher bereit, einen Aufpreis zu akzeptieren als über 55-Jährige (14%).

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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