
Neckermann-Insolvenz zieht Happy-Size.de mit
Die Neckermann-Tochter Happy Size hat ebenfalls Insolvenz angemeldet. Der Versender für große Größen meldet allerdings, dass er aussichtsreiche Gespräche mit einem strategischen Investor führt.
Der Investor sei an einer Fortführung und Weiterentwicklung des Geschäftsbetriebes interessiert, so dass Kunden wie gewohnt ihre Bestellungen aufgeben können und Ware weiterhin ausgeliefert wird.
Spezialversender für große Größen
Happy Size versendet seit 1998 Mode für Frauen – und inzwischen auch Männern – mit großen Konfektionsgrößen. Der Spezialversender mit einem Umsatz von 77 Millionen Euro im Jahr 2010 galt eigentlich als recht erfolgreich. Noch Ende Juli teilte die Geschäftsführung mit, dass das Unternehmen nicht durch die Insolvenz der Neckermann.de betroffen sei:
"Selbstverständlich werden wir alles daran setzen Ihre Bestellungen, wie auch zuvor, direkt zu bearbeiten und zum Versand zu bringen. Allerdings kann es, geschuldet der Situation, zu intern bedingten Lieferverzögerungen kommen", hieß es damals. "Für Ihren Vertrauensvorschuss, trotz der Schwierigkeiten unseres Mutterkonzerns, danken wir Ihnen schon jetzt! Sie können sich sicher sein, dass wir unseren Fokus noch stärker auf die Zufriedenheit unserer Kunden ausrichten werden."
Stühlerücken als Managementprinzip
Neckermann.de schloss im Rahmen der eigenen Insolvenz den Verkauf des Textilspezialisten nicht aus. Im Rahmen der vollständigen Übernahme des Versenders durch den Investor Sun Capital im Zuge der Arcandor-Insolvenz im Jahr 2010 kam es zu einem abermaligen Umbau des Managements bei Neckermann, damals verließ auch der langjährige Happy Size-Geschäftsführer Karsten Heinz das Unternehmen.
Bereits 2008 trat die gesamte Führungsmannschaft von Neckermann.de zurück, weil der damalige Mehrheitseigentümer Sun Capital ein Management-Buy-out, also die Weiterführung des Unternehmens in Eigenregie, ablehnte.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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