
Neue "Allianz für die Innenstadt"
Seit fünf Jahren war die Stimmung im Einzelhandel nicht mehr so gut wie zur Zeit. Doch die strukturellen Probleme wachsen rapide. Eine Allianz mit dem Städtebund soll helfen.
1,5 Prozent Umsatzplus im Jahr 2016 erwartet
Für das Gesamtjahr erwartet der Handelsverband ein Umsatzplus von 2 Prozent, preisbereinigt 1,5 Prozent, auf 481,8 Milliarden Euro. "Die Hälfte des Wachstums geht dabei vom Onlinehandel aus", sagte Genth. "Deshalb sollte jeder Händler seine Hausaufgaben erledigen und sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen", appellierte er. "Das heißt nicht, dass jeder Händler ein Onlineshop eröffnen muss, aber er muss im Internet sichtbar sein."
Das Umsatzwachstum hat laut HDE auch zu einem Beschäftigtenaufbau geführt, insgesamt seien 27.000 Stellen im Einzelhandel dazugekommen. "Drei Viertel der Unternehmen gehen von konstanter Beschäftigung aus", berichtete Genth.
Massive strukturelle Probleme
Doch die gute Stimmung täuscht nicht darüber hinweg, dass die Händler mit massiven strukturellen Problemen zu kämpfen haben: Mehr als 58 Prozent der befragten Händler gehen davon aus, dass die Kundenfrequenzen in den Haupteinkaufslagen weiter sinken werden, immerhin 16 Prozent glauben an einen deutlichen Rückgang in den Haupteinkaufslagen quer durch alle Stadtgrößen.
Dabei sind Standorte in den Innenstädten stärker betroffen als solitäre Lagen wie Einkaufszentren, so die Beobachtung des Verbands. "Wir glauben nicht, dass die Ursache dafür allein im Onlinehandel liegt", sagt Genth. "Hier sind auch Städte und Kommunen gefragt." Man müsse unter anderem die Erreichbarkeit der Innenstädte attraktiver gestalten, die Infrastruktur modernisieren, den Ausbau des Breitbandnetzes und freien WLANs vorantreiben.
Deshalb starte der HDE gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund eine "Allianz für die Innenstadt". Die Veranstaltungsreihe quer durch alle Bundesländer, die am 13. April in Niedersachsen beginnt, finde für die in den Kommunen und Regionen Verantwortlichen, wie Wirtschaftsförderer, Baudezernenten, Bürgermeister statt. Ziel sei es, nicht nur abstrakt über Infrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen zu sprechen, sondern konkret mit den Entscheidungsträgern vor Ort zu diskutieren.
Marion Schalk, Düsseldorf
Redakteurin
Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de
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