On-Demand Lösungen sind immer noch der Trend

On-Demand Lösungen sind immer noch der Trend

CYbiz sprach mit Thomas Neubauer, Geschäftsführer IBX Deutschland GmbH, über die Gewinner und Verlierer auf dem E-Procurement-Markt und wie die Unternehmen ihre Beschaffungsprozesse effizienter gestalten können.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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CYbiz: Was machen die deutschen Unternehmen bei der Beschaffung falsch? Und wie können Sie weniger Geld verschleudern?

Neubauer: Das ist kein spezielles Problem von deutschen Unternehmen, sondern von allen internationalen Unternehmen, bei denen das Thema Einkauf nicht im Mittelpunkt steht. Manche Beschaffungsmanager achten nicht auf ihre Ausgaben und scheitern daran, einen integrierten Procurement Ansatz zu verfolgen. Jedoch gibt es einige erfahrene Unternehmen in Deutschland wie Tchibo, BMW oder Lufthansa, die ihre Beschaffungsprozesse in hohem Maße effizienter gestalten konnten.

Wir von IBX sind der Meinung, dass die Unternehmen ein komplettes Umstrukturierungsprogramm starten sollten, bei dem die Procurement Strategie komplett mit der Gesamtunternehmensstrategie abgestimmt ist. Ein wichtiger Schritt ist eine einheitliche unternehmensweite Procurement Lösung, die eine gemeinsame Produktklassifizierung liefert, ohne dass mehrere unterschiedliche SAP Installationen laufen müssen.

Unsere Erfahrung mit unseren Kunden bei IBX hat gezeigt, dass die besten Resultate mit einem zweidimensionalen Ansatz beim Spend Management erzielt werden: e-Sourcing um hochwertige Rahmenverträge abzuschließen und e-Procurement um alle Ausgaben zu erfassen und für hohe Compliance bei den Verträgen zu sorgen.

CYbiz: Welche Lösungsanbieter gehörten in den vergangenen Jahren zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern? Warum?

Neubauer: Der Markt der Einkaufslösungen hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert. Dabei haben sich Anbieter von reinen Marktplatzdienstleistungen als nur bedingt erfolgreich erwiesen, da sie für die gesamte Industrie nur eine Lösung parat haben. Deshalb zählen gerade diejenigen Anbieter zu den Gewinnern, die eine Beschaffungsstrategie anbieten können, welche auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kunden abgestimmt ist. Das umfasst eine komplette Source-Procure-Pay Lösung. Entscheidende Faktoren sind geistiges Kapital wie Know-how, Beratung, Training und technische Ressourcen wie Backend Integration. Die Gewinner sind auch in der Lage, ein Projekt als Change Management Prozess ablaufen zu lassen und nicht nur als technische Installation.

Neubauer: On-Demand Lösungen sind immer noch der Trend, nachdem die Nachfrage in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen hat. Dadurch, dass Software als Dienstleistung angeboten, anstatt beim Kunden installiert wird, profitieren die Kunden von geringeren Gesamtkosten, schnellerer Umsetzung und höherer Benutzerakzeptanz genauso wie von einem reibungsloseren Upgrade-Prozess. Insgesamt hat die Wertschätzung des Einkaufs zugenommen. Manche Unternehmen begreifen Beschaffungs- und Supply Chain Management denn auch als wesentlichen Bestandteil des Geschäftsmodells. Beim e-Procurement liegt der Fokus nunmehr auf Compliance und Vertragstreue der Lieferanten. Der neue Trend beim technischen Einkauf ist eine zentralisierte Einkaufsorganisation mit festen Verantwortlichkeiten für bestimmte Produktgruppen. In Kombination mit einer On-Demand Lösung kann eine zentral geführte Beschaffungsorganisation schneller Einsparungen erzielen und effizienter sein.

Der Einkauf muss künftig im globalen Kontext gesehen werden. Wenn bei Geschäftsentscheidungen ökologisch bedingte Kosten in die Warenkosten mit einbezogen werden, hat eine kostengünstige europäische Lieferantenbasis einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem Markt.

Das Interview führte Kemal Calik.


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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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