
Online-Banking überholt die Bank-Filiale
Internet-Banking ist im Begriff, die Bank-Filiale als am häufigsten eingesetzten Vertriebskanal zu überholen. Keine der insgesamt 32 befragten Banken in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz verzichtet mehr auf das Internet.
Björn BöerChefredakteurGanz wird das Internet die Filiale jedoch nicht ersetzen: 64% der befragten Banken sehen die Filiale weiterhin als wichtigsten Vertriebskanal. Als Geschäftsmodell der Zukunft wird die Kombination aus Filiale und elektronischen Medien bestätigt.
Nach wie vor könne das Internet im Management der Kundenbeziehung den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Zudem sei für die meist komplexen Bankprodukte in den Bereichen Anlage und Finanzierung eine persönliche Beratung erforderlich. Nur 18% sehen die größte Bedeutung allein in elektronischen Kanälen. Daneben verfolgen fast sämtliche Banken die Strategie, Standardtransaktionen von der Filiale auf kostengünstigere Alternativen zu verlagern. Das jüngste Angebot, Mobile-Banking, wird immerhin bereits von knapp einem Drittel der Banken angeboten. Zudem planen weit mehr als die Hälfte, diesen Dienst in Kürze einzuführen. Wirklich durchsetzen wird sich das Mobile-Banking wohl erst mit der weiteren Verbreitung von Mobiltelefonen. Im GPRS-Stadard.
Nachdem in den vergangenen Jahren eine Vielzahl neuer Vertriebskanäle entstanden sind, stellt sich nun die Frage nach dem bestmöglichen Einsatz. Außerdem unterliegen die Banken einem wachsenden Konkurrenzdruck durch branchenfremde Anbieter von Finanzprodukten und durch neue, spezialisierte Banken. Ein systematischer, koordinierter Einsatz der Vertriebskanäle und ein effektives Management der Kundenbeziehungen ist daher für die meisten Banken ein aktuelles Thema mit höchster Priorität. (DS)
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Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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