
Online boomt, der Modefachhandel verliert
Die Warengruppe Bekleidung ist mittlerweile die größte im Onlinehandel. Zu spüren bekommt das vor allem der Handel in den Städten, für den "fast schon das Sterbeglöckchen geläutet werden muss".
David WöllensteinRedakteur"Online boomt, während dem mittelständischen Einzelhandel ja schon fast das Sterbeglöckchen geläutet wird. Tatsächlich ist der Onlinehandel derzeit sicherlich der größte Gewinner im Wettbewerb", sagte Jost.
Online mit einem Plus von 20 Prozent
Von einem Gesamtumsatz in Deutschland mit Textilien und Bekleidung von knapp 60 Milliarden Euro entfiel nach Berechnungen des Verbands im vergangenen Jahr nur noch etwa die Hälfte auf den Bekleidungsfachhandel. Steigende Umsätze mit einem Plus von rund 20 Prozent konnten dagegen die Online-Shops verzeichnen, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro erzielten.
Während Modeketten beim Umsatz im vergangenen Jahr vor allem durch Neueröffnungen ihre Umsätze leicht steigern konnten, lag das Minus bei mittelständischen Boutiquen und Modehäusern bei zwei bis drei Prozent.
Immer weniger Lustkäufe in den Städten
Probleme bereite den mittelständischen Modehändlern auch eine zurückgehende Zahl von Einkaufswilligen in den Städten. "Da die Menschen ihr Leben zunehmend vom heimischen Computer aus organisieren, verringern sich die Chancen für Impuls- und Lustkäufe", sagte Jost.
Zudem müsse die Branche mit deutlich gestiegenen Energiekosten kämpfen. Vor dem Hintergrund des anhaltend starken Wettbewerbs in der Branche können die Verbraucher im laufenden Jahr nach Einschätzung des Verbands auf weitgehend stabile Preise hoffen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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