
Onlinehändler beklagen "Abmahn-Unwesen"
Wer einen Onlineshop betreibt, der leidet nach wie vor unter wilder Abmahnerei. Vor allem das Widerrufsrecht bereitet den Händlern große Sorge. Dabei gibt es Hilfe vom Staat.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentUlrich Hafenbradl, Geschäftsführer von Trusted Shops, verweist auf eine Musterwiderrufsbelehrung des Bundesjustizministeriums, mit der sich Shop-Betreiber wirksam gegen Abmahnungen schützen könnten. "Es ist kein Fall bekannt, in dem dieses Muster je erfolgreich abgemahnt worden ist."
Große Massenabmahner vom Markt verschwunden
Insgesamt ist die Menge der Abmahnungen gegen Onlinshops leicht rückläufig, ist das Ergebnis der Erhebung. Die Zahl der durchschnittlichen Fälle pro Shop ist seit Januar 2007 von 2,1 auf 1,6 gesunken. Dieses Ergebnis führt Trusted Shop darauf zurück, dass große Massenabmahner vom Markt verschwunden sind. Diese waren bisher für 39 Prozent alle Abmahnfälle verantwortlich.
Der finanzielle Schaden für die Shops ist trotzdem weiterhin erheblich, betont Trusted Shops. In über der Hälfte der Abmahnfälle mussten die Geschäfte jeweils 1.500 Euro Strafe zahlen - in einigen Fällen sogar 25.000 Euro und mehr. 46 Prozent der Unternehmer sehen sich durch Abmahnungen in ihrer Existenz bedroht.
Es überrascht daher nicht, wenn laut 74 Prozent der befragten Händler eine gesetzliche Limitierung der Abmahnkosten befürworten. 68 Prozent glauben, dass vereinfachte Gesetze dazu beitragen würden, unbeabsichtige Verstöße zu vermeiden.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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