3D-Illustration zu Recht, Handel, Logistik und globalem E-Commerce im Morning Briefing
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BGH + Uber, Eigenmarken, Internetnutzung, Vier Mal Amazon, Target, Farfetch, iThink Logistics, Wechat, Europa, AI at Work

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

BGH schickt Uber weiter nach Hause
Die sogenannte Rückkehrpflicht für Mietwagen bleibt bestehen und gilt auch für Uber, berichtet Golem.de. Eine Kölner Taxigenossenschaft habe sich vor dem BGH gegen den Uber-Partner „Safe Driver Group“ durchgesetzt. Paragraf 49 des Personenbeförderungsgesetzes zwinge Fahrer, nach jeder Fahrt ohne Anschlussauftrag zum Betriebssitz zurückzukehren. Taxis seien davon ausgenommen. Safe-Driver-CEO Mohnke kritisiere überflüssige Leerkilometer und Emissionen und prüfe weitere Schritte.

Herstellermarken verlieren ihre Kundschaft
Der Marktanteil von Eigenmarken kletterte zwischen 2021 und 2025 von 41 auf 47 Prozent und damit auf einen Höchststand, berichtet Tagesspiegel.de. Herstellermarken hätten 2025 nur preisbedingt zugelegt, während die verkaufte Menge schrumpfte. 15 der 17 stärksten Dachmarken hätten Käufer verloren. Jüngere Verbraucher sähen Eigenmarken oft auf gleichem Niveau; fehle aber der wahrgenommene Qualitätsunterschied, entscheide nur noch der Preis.

Digitale Erschöpfung: Junge ziehen den Stecker
Die Internetnutzung geht erstmals spürbar zurück, zeigt die Postbank Digitalstudie 2026 laut Spiegel.de. Demnach verbringen die Deutschen noch 67,4 Stunden wöchentlich online, rund fünf Stunden weniger als 2025. Besonders Jüngere drosselten ihre Smartphone-Zeit; 31 Prozent der unter 40-Jährigen wollten sogar noch kürzertreten. Gegen den Trend stemme sich künstliche Intelligenz: Wer das Netz künftig stärker nutzen wolle, nenne zu 56 Prozent KI als wichtigsten Grund.


HANDEL INTERNATIONAL


Amazon I: Same-Day-Lebensmittel in London
Amazon liefert in Teilen Londons jetzt frische Lebensmittel per Same-Day-Delivery, meldet Channelx.world. Kunden könnten Obst, Fleisch, Milchprodukte und Tiefkühlware im selben Warenkorb wie Kopfhörer oder Windeln bestellen. Prime-Mitglieder zahlten ab 20 Pfund keine Zusatzgebühr, andere 5,99 Pfund. Nach dem Start in Zentral- und Ost-London solle der Dienst bald weitere Postleitzahlen erreichen.

Amazon II: 13 Jahre und kein Durchbruch in Indien
Amazon scheitert nach 13 Jahren mit seinem bewährten Expansionsmodell in Indien, berichtet Livemint.com. CEO Andy Jassy habe kostspielige Großprojekte gestoppt und die Entscheidungsgewalt nach Seattle geholt, was die Prozesse verlangsame. Auch habe Amazon den Boom des Quick-Commerce verschlafen; Rivalen wie Flipkart und Blinkit eilten voraus. Darüber hinaus verböten strenge Gesetze dem Konzern, eigene Warenbestände zu führen. Die geplanten über 35 Mrd. Dollar an Investitionen bis 2030 flössen nun zunehmend in KI-Rechenzentren statt in den Online-Handel.

Amazon III: Eine Milliarde für die Weiterbildung
Amazon steckt eine weitere Mrd. Dollar in sein Weiterbildungsprogramm „Career Choice“, meldet Heise.de. Das Geld stamme aus dem „Future Ready 2030 Fund“, der insgesamt 2,5 Mrd. Dollar umfasse und mindestens 50 Mio. Menschen für die Arbeitswelt von morgen rüsten solle. Teilnehmen dürften Festangestellte ab einem Jahr Betriebszugehörigkeit in 14 Ländern, darunter auch Deutschland. Amazon übernehme 100 Prozent der Studiengebühren vorab. Schwerpunkte seien Cybersicherheit, Softwareentwicklung, Logistik, erneuerbare Energien und Mechatronik.

Amazon IV: KI macht das Shoppen visueller
Amazon stattet seine Shopping-App in den USA mit neuen KI-Funktionen aus, berichtet Heise.de. Tippe man einen Suchbegriff ein, erschienen KI-generierte Darstellungen von Kleidung und Haushaltswaren, die real gar nicht existierten; ein Klick leite dann zu ähnlichen Katalogprodukten. Alternativ könne man mit begehrte, „echte“ Gegenstände einfach knipsen und sie von „Amazon Lens Live“ suchen lassen. Die Suche lasse sich dann per Text immer noch schärfen, indem man beispielsweise eine andere Farbe angebe oder die Marke wechsele. Man hoffe, dass visuelles Suchen das Shopping unterhaltsamer mache.

Target stellt sich zum Vier-Tage-Duell
Target legt seine „Circle Deal Days“ 2026 erstmals zeitgleich auf den Amazon Prime Day, wie Mashable.com berichtet. Vom 23. bis 26. Juni trete die Kette innerhalb derselben vier Tagen direkt gegen den Konkurrenten an, statt wie bisher mit einer nachgelagerten „Circle Week“ auszulaufen. Der Köder: Anders als Amazon Prime sei die Mitgliedschaft im Target-Circle-Programm kostenlos.

Farfetch sagt dem klassischen Brautkleid leise Adieu
Farfetch kuratiert eine exklusive Kollektion für Bräute und Hochzeitsgäste, meldet Fashionunited.com. Moderne Bräute kehrten dem klassischen Brautkleid den Rücken und schöpften ihre Inspiration aus Kino, Promi-Stil und kulturellen Bezugspunkten. Die Auswahl reiche von minimalistischer Eleganz bis zur romantischen Variante, mit Stücken von Aje, Simone Rocha, Maria Lucia Hohan und Nina Ricci. Der Dienst Farfetch First liefere die gekaufte Mode dann europaweit am Folgetag.

iThink Logistics bietet Sendungsverfolgung für indische Händler
iThink Logistics startet eine Echtzeit-Sendungsverfolgung für Auslandssendungen indischer Händler, meldet Thehindubusinessonline.com. Die Plattform verfolge jedes Paket lückenlos von der Abholung in Indien bis zur Zustellung in über 220 Ländern, darunter die USA, Großbritannien, die EU-Länder oder die Emirate. Sie richte sich an kleinere Hersteller und KMUs, bis hin zu Etsy-Verkäufern.

Wechat lässt fremde KI-Assistenten ans Steuer
Tencent öffnet seine Super-App Wechat für externe KI-Sprachassistenten, berichtet Scmp.com. Künftig sollen Smartphone-Assistenten Nachrichten verschicken sowie Sprach- und Videoanrufe starten können. Mit an Bord seien die Hersteller Huawei, Honor, Xiaomi, Oppo und Vivo. Der Schritt erschließe erstmals Tencents bisher abgeschottetes Ökosystem. Parallel baue der Konzern einen eigenen KI-Agenten zur Navigation der Mini-Programme innerhalb von Wechat.

Europas Einzelhandel schrumpft
Europas Einzelhandel verlor im April an Schwung, meldet Eurostat. Das Volumen sei gegenüber März in der Eurozone um 0,4 Prozent und in der EU um 0,5 Prozent gesunken, nachdem der März noch klar zugelegt habe. Im Jahresvergleich bleibe ein Plus von 1,0 Prozent. Den stärksten Monatsrückgang verzeichne Dänemark mit minus 4,5 Prozent, während Litauen trotz der Flaute 1,9 Prozent habe zulegen können.


KI spart Zeit, aber Chefs wissen nicht, wofür
KI verbreitet sich in Unternehmen schneller, als sie sich anpassen können, zitiert Golem.de die Studie „AI at Work 2026“. 74 Prozent der Angestellten nutzten KI regelmäßig, 42 Prozent sparten wöchentlich sogar einen Achtstundentag. Doch zwei Dritteln fehle die Leitung, was sie mit der gewonnenen Zeit anfangen sollen, und nur 33 Prozent bezeichneten die Kommunikation ihrer Vorgesetzten als „klar“. Bei 48 Prozent der Führungskräfte steige durch KI die mentale Belastung.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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