
Picnic ist jetzt sonntags da, Tausendkind fehlt das Geld zum Weitermachen
Kreditinstitute werden mit Anträgen überflutet. Es kommen Zweifel auf, ob der Kreditrahmen annähernd reicht – doch vor allem, ob das Geld rechtzeitig ankommt. Doch es gibt Unverdrossene, wie Picnic, die sich gegen die Krise stemmen und kurzerhand ihren Dienst erweitern.
Iki KühnRedakteurin Der Handel / etailmentBranche & Politik
Tausendkind in Insolvenz
Das Timing ist denkbar schlecht. Die neue Finanzierungsrunde für Tausendkind stand noch nicht – die Geldgeber haben nun ihre Zusage zurückgezogen. Auch die staatlichen Finanzpakete kommen für den Berliner Kindermode-Versender zu spät – er stellt einen Insolvenzantrag. Die Geschäfte laufen weiter, man strebe eine Sanierung oder Verkauf an. Siehe auch etailment-Interview mit Mitgründerin Anike von Gagern.
Picnic kommt sonntags mit "Special Care"
Picnic will jetzt vor allem für diejenigen da sein, die derzeit "für uns" da sind. Und das sind Ärzte und Pflegekräfte, die in der Corona-Krise an ihren Belastungsgrenzen arbeiten. Also liefert der Online-Supermarkt ab dieser Woche auch sonntags aus - und zwar mit einer "Special-Care-Liste", wie es heißt. Heißt: Medizinisches Personal wird bevorzugt beliefert. Der erweiterte Dienst wird kommenden Sonntag (5. April) gestartet. Wegen der Corona-Krise hatten Bund und Länder die Sonntagsöffnung für Supermärkte ermöglicht. Picnic kann hierdurch die Kapazitäten für die Zustellung auf einen weiteren Tag verteilen und somit mehr Haushalte in NRW beliefern, wo der Dienst in 30 Städten aktiv ist.
Gutscheine für die Liquidität
So viel Nächstenliebe für Einzelhändler gab es noch nie. Auch der ReBuy-Gründer Markus Börner hat eine Initiative gestartet, "Hilfe Lokal" heißt sie. Das Konzept: Über die Plattform mit demselben Namen können derzeit geschlossene Geschäfte Gutscheine verkaufen. Kunden wiederum sollen diese erwerben und nach der Wiederöffnung des entsprechenden Geschäfts dort einlösen. Den Läden fließt somit kurzfristig Liquidität zu, die ihnen helfen kann, die Lockdown-Zeit zu überbrücken. Allerdings muss der Verkauf dieser Gutscheine schon signifikant sein, um die aktuellen Umsatzausfälle zu kompensieren. Trotzdem: Rund 300 Geschäfte und "Tausende" Kunden sollen bereits dabei sein, heißt es.
Zeit für Pflege
Der Umsatz ganzer Branchen bricht ein, doch neben Nahrungsmitteln und Getränken gibt es weitere Gewinner. Schönheits- und Hautpflegemittel boomen. Offenbar haben Konsumenten in Quarantäne mehr Muße. Die Daten des Forter-Report zeigen einen Anstieg des Volumens zwischen 50 und 100%.
Instagram testet Video Call Button
Tools für Video Chats und Videokonferenzen haben Konjunktur. Auch Facebook freut sich über regen Zulauf für seine Dienste. Jetzt testet Instagram einen Video Call Button, um direkt mit Followern in Kontakt treten zu können, berichtet onlinemarketing – erste Rückmeldungen waren offenbar nicht nur begeistert.
Zustimmung für Absage
Sportevents sind für Marketing, Imagewerbung oder Merchandising unverzichtbar. Aktuell geht jedoch nichts. Wie sehen das Verbraucher? Yougov hat nachgefragt.

Redakteurin Der Handel / etailment
Iki Kühn ist Redakteurin von Der Handel und etailment.de. Sie studierte Ernährungs- und Wirtschaftswissenschaften, absolvierte ihr Volontariat bei der Lebensmittel Zeitung im Deutschen Fachverlag, für den sie über zehn Jahre arbeitete, und war unter anderem als Autorin für den Burda-Verlag sowie als stellvertretende Chefredakteurin für Titel der Medienunion tätig. Seit rund zehn Jahren widmet sie sich digitalen Medien wie Online-Publikationen und der Produktion von Kurzvideos.
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