
So geht der Podcast auf Sendung
Laut einer repräsentativen Studie haben 51 Prozent der Deutschen schon einmal einen Podcast gehört. Einige davon auch den etailment-Podcast. Tendenz steigend. Vor dem morgigen Start der neuen Folgen sagt Co-Moderator Rene Hempe in einem Gastbeitrag, wie wir den Podcast erstellen, worauf Sie beim Start eines eigenen Podcast achten sollten und verrät unseren wichtigsten Kniff.
David WöllensteinRedakteurWarum hören Menschen Podcasts? Einer Studie von Nielsen zufolge ist der Hauptgrund „etwas neues zu lernen“ (Nielsen 2017: Podcast Sponsorship Effectiveness). Das macht den Podcast natürlich auch zu einem idealen Business-Medium – und das nicht nur für den eigenen Content. Podcasts sind in der Regel stark durch Special-Interesst-Nischen geprägt. Sie eigenen sich daher auch als Werbeumfeld mit sehr spitzer Zielgruppendifferenzierung.
Wie bei allen Dingen im Leben, steht auch beim Podcast zunächst die Konzeptionsarbeit auf der To-Do-Liste. Machen Sie sich Gedanken welche Themen Sie ansprechen, welche Punkte Sie abhandeln und welche Informationen Sie transportieren wollen. Hier haben Sie etliche Möglichkeiten - Suchen Sie sich Metathemen, denen Sie einen eigenen „Spin“ geben können. Beleuchten Sie Probleme und stellen Sie Lösungsansätze vor. Sprechen Sie mit Experten, stellen Sie Case Studies vor.
Facetten intensiv betrachten
Bei der Wahl ihres Themenfeldes sollten Sie bedenken – Sie wollen vermutlich nicht nur eine Folge aufzeichnen. Ihr Themenfeld sollte genügend Ansatzpunkte für mehrere Folgen liefern. Dabei können Sie entweder ein Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten oder immer wieder neue Facetten eines Themas hervorheben und intensiv betrachten.
Die kommenden Folgen des etailment-Podcast widmen sich ab Dienstag beispielsweise aus unterschiedlichesten Blickwinkeln dem Thema Zukunft, Visionen, Science Fiction, Trends und wie man die Zukunft für sein Business nutzt.
Podcasts sind ein Longtail-Medium
Der Podcast ist traditionell ein Nischenmedium. Durch die oftmals spitze thematische Ausrichtung erreichen die wenigsten Podcasts direkt bei ihrer Veröffentlichung enorme Hörerzahlen (wenn man mal von einigen „Stars“ absieht). Podcasts leben davon, dass sie über einen längeren Zeitraum immer wieder Hörer finden. Wenn sie gut gemacht sind, können auch drei Jahre alte Podcasts durchaus noch einmal einen Peak an Zugriffen generieren.
Podcasts sind ein persönliches Medium
Sie müssen ihren Podcast unbedingt „persönlich“ halten. Die meisten Podcasts stellen daher Gesprächssituationen dar, bei denen der Hörer das Gefühl hat, mit am Tisch zu sitzen.
Aufnahme läuft!
Zur Aufnahme des Podcasts benötigen sie keinesfalls eine professionelle Sprecherkabine. Wählen Sie einen Ort an dem Sie für die Dauer der Aufnahme niemand stört, an dem Umgebungsgeräusche minimiert sind und der idealerweise nicht hallt.
Das benötigte Aufnahmeequipment ist überschaubar. Machen Sie nicht unseren Anfängerfehler und versuchen, ein halbes Tonstudio nachzubauen. Das muss nicht sein. Für den Einstieg können sie z.B. den MP3-Recorder „H2“ von „Zoom“ wählen. Podcaster, die Freude am Format gefunden haben, wählen oftmals den Recorder „H6“ von Zoom. Dieser zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Aufnahmequalität auf und ist kaum größer als ein Smartphone.
Wenn Sie außer dem Recorder kein weiteres Mikrofon nutzen, achten Sie bitte auf die Richtcharakteristik des Mikrofons. „OR - Der Etailment Podcast“ wird mit dem Zoom "H6" und ergänzenden Mikrofonen "Shure SM58" aufgezeichnet. Nach verschiedenen Versuchen sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass diese Equipment-Kombination für uns die optimalen Ergebnisse erzielt. Klanglich gute Ergebnisse liefert auch die Hör-Sprech Kombination Superlux HMC 660 X, ein preisgünstiges Headset.
Es ist zwar ratsam sich gemeinsam mit seinem Gesprächspartner an einen Tisch zu setzen, um den Podcast aufzuzeichnen, manchmal aber erlaubt das der Terminkalender nicht. Für „Telefoninterviews“ empfiehlt es sich, das jeder Gesprächsteilnehmer seine Stimme bei sich vor Ort mit der Memo-Aufnahme-Funktion seines Smartphones aufnimmt (Sie nutzen dann bitte ihren Recorder). Die so entstandenen Aufnahmen haben eine bessere Qualität als Mitschnitte des Telefonats auf der Freisprechanlage oder blubberige Skype-Aufnahmen. Die einzelnen Tonspuren können dann, im Rahmen der Nachbearbeitung, zusammengefügt werden.
Nachher wird aufgeräumt
Die Nachbereitung des Podcasts können Sie beispielweise mit der kostenlosen Open Source Software „Audacity“ durchführen. Hier können sie sowohl mehrere Aufnahmen zusammen führen, Musik und andere ergänzende Geräusche hinzufügen und die Aufnahme nachbearbeiten um, je nach Qualität ihrer Aufnahme, noch eine gewisse Qualitätssteigerung zu erzeugen.
Probieren Sie folgende Ansätze aus:
- Rauschreduktion
- Anheben des Frequenzbereichs der „Menschliche Stimme“ (zwischen 20 und 20.000 Hertz)
- Kompression
- Lautstärke/Normalisieren
Wie kommt der Podcast ins Ohr?
Nach der Aufnahme und der Nachbearbeitung des Podcasts lädt der Podcaster seine Datei auf einen Server (den sogenannten Podspace). Den Podspace können Sie entweder durch das Installieren entsprechender Software auf einem eigenen Server erstellen, oder Sie nutzen einen Service-Anbieter wie etwa Libsyn. Für die ersten Gehversuche leistet auch Soundcloud gute Dienste. In der Basis-Variante ist Soundcloud kostenlos. Allerdings können Sie damit nur eine begrenzte Zahl an Podcasts hochladen. Welchen der vielen Dienste man nutzt, hängt unter anderem von der Menge der Podcasts und den gewünschten Statistiken ab.
Nun wird ein entsprechender RSS-Feed erstellt, der auf die Datei, die üblicherweise im .mp3 Format gespeichert wird, verweist. Apple Podcasts, Soundcloud, Spotify und Co. bekommen über diesen RSS-Feed dann den Hinweis auf den Podcast und listen diesen dann in den entsprechenden Suchergebnissen. Die Datei selber verbleibt stets auf dem Podspace und wird von dort aus lediglich referenziert.
Aufmerksamkeit schafft Reichweite
Sie haben nun also ein paar Folgen ihres Podcasts produziert. Ihre Gäste haben sich wohlgefühlt, die Gespräche waren anregend, die Aufnahmen sind gut geworden. Alles ist ordentlich auf ihren Podspace geladen und über einen RSS-Feed auf allen relevanten Plattformen gelandet. Sie checken ihre Zugriffszahlen und sehen: 42.Das reicht Ihnen nicht aus?
Was kann man also tun, um dem Podcast etwas Reichweite zu ermöglichen?
Spielen Sie auf der Social Media Klaviatur. Twittern Sie über Ihren Podcast, teilen Sie ihn bei Facebook, LinkedIn und Xing. Informieren Sie über Ihren Podcast im Footer Ihrer Emails. Bitten Sie Freunde und Bekannte ums Teilen, um Bewertungen und ganz wichtig – haben Sie Geduld! Das Internet ist voll von Podcasts, kaum einer bekommt traumhafte Hörerzahlen ab Folge 1. Bauen Sie Momentum auf! Ganz wichtig aber: Gehen Sie auf Nummer sicher. Das beste Gespräch ist verloren, wenn aus technischen Gründen das Aufnahmegerät streikt – und Sie merken dies womöglich gar erst hinterher. Deshalb nutzen wir bei etailment immer ein zweites Aufnahmegerät. In unserem Fall ist es das ein Zoom "H1" - ein günstiges Einsteigergerät, das auch noch ordentliche Ergebnisse liefert. Das war nämlich unser wichtigstes Learning: “Two is one and one is none." Aber das ist eine andere Geschichte.Hier gibt es alle bisherigen Podcast-Folgen. OR - den Podcast von etailment - gibt es auch bei iTunes, bei Spotify und Soundcloud - kostenlos. Unser Tipp: Den Podcast abonnieren und keine Folge verpassen.
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Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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