
Praktiker-Aktionäre blicken in den Abgrund
Der rettende Kredit für Praktiker steht offenbar zur Disposition, die Aktie des angeschlagenen Baumarktkonzerns ist auf dem Weg zum Pennystock. Damit droht die geplante Kapitalerhöhung zu scheitern.
Ohne das Anchorage-Darlehen droht dem Unternehmen die Insolvenz, hatte Finanzvorstand Markus Schürholz auf der diesjährigen Hauptversammlung mehrfach betont. Die Finanzgesellschaft verlangt Reuters zur Folge weitere Zugeständnisse von Banken, Kreditversicherern und den Vermieter von Max Bahr.
Darüber hinaus scheint den Hedgefonds-Managern, die bislang noch nie in Sachen Praktiker öffentlich in Erscheinung getreten sind, der Geduldsfaden zu reißen.
Der Absturz der Aktie bringt die Kapitalerhöhung in Gefahr
An der Börse reagierten die Anleger am Mittwoch auf die Unsicherheit und die vielen offenen Fragen. Der Kurs von Praktiker fiel auf 1,02 Euro, womit die beabsichtigte Kapitalerhöhung in Hohe von 60 Millionen Euro in Gefahr gerät.
Die Kapitalerhöhung ist jedoch notwendiger Bestandteil des gesamten Finanzierungskonzepts, das der amtierende Vorstand gegen den erklärten Willen der Großaktionäre durchsetzte. "Wenn nur ein Baustein fehlt, bricht das gesamte Gebäude zusammen", hatte der Praktiker-Vorstandschef Kay Hafner den Aktionären auf der Hauptversammlung eingeschärft.
Laut einem Bericht der Lebensmittel-Zeitung soll das Unternehmen derweil wieder Gespräche mit der Vertreterin der Großaktionäre, Isabella de Kranssy, aufgenommen haben. Die Österreicherin will ein alternatives Finanzierungs- und Restrukturierungskonzept realisieren - allerdings auch mit einem neuen Vorstand.