Pressegroßhändler verdienen weniger

Pressegroßhändler verdienen weniger

Die Umsätze der Pressegroßhändler sind weiterhin auf Talfahrt. Abhilfe könnte eine bessere Präsentation der Produkte im Handel schaffen - und eine Kooperation mit Schlecker.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Grossisten verzeichnen seit Jahren Rückgänge von durchschnittlich vier Prozent. "Wir brauchen Investitionen in neue und qualitativ hochwertige Produkte, um das Sortiment im Handel frisch und attraktiv zu halten", fügte Nolte im Blick mit auf die Verlage hinzu.

Schlecker testet Presseverkauf

Neue Verkaufsstellen könnten bei Schlecker entstehen: Laut Lebensmittel Zeitung nehmen 1000 Filialen der Drogeriemarktkette in Norddeutschland zunächst bis März 2012 Zeitungstitel ins Regal. Märkte mit guten Verkaufszahlen sollen auch danach ein kleines Pressesortiment führen.

Verbandschef Nolte kündigte eine bessere Präsentation der Zeitungen und Zeitschriften bei den rund 122.000 Einzelhändlern an. Im ersten Halbjahr habe der Verband 9.000 Verkaufsstellen geholfen, ihre Regale ansprechender zu gestalten.

"Das hat sich mit einem Umsatzplus von drei Prozent bei den betroffenen Läden niedergeschlagen." Bedenklich sei allerdings das Kiosk-Sterben vor allem in Nordrhein-Westfalen.

Dadurch gehe den Grossisten eine wichtige Verkaufsstation verloren. Dies könne nur bedingt durch neue Verkaufsstellen in Bäckereien aufgefangen werden. "Dort sind meist nur wenige Zeitungen im Angebot", sagte Nolte.

Gerichtsverfahren werden Branchen-Zukunft prägen

Wie ein Damokles-Schwert hängen zudem zwei Gerichtsverfahren vor dem Bundesgerichtshof Karlsruhe und dem Landgericht Köln über dem Verband. Der Bauer-Verlag will aus dem Vertriebssystem aussteigen, das ähnlich wie ein Monopol organisiert ist.

Der Verband mit seinen 68 Grosso-Firmen verhandelt für alle Verlage einen gemeinsamen Preis für den Vertrieb aus. Dafür sichert er zu, die Produkte neutral - sprich ohne Aufschläge für entlegene Verkaufsstellen und ohne Vorgabe für die Präsentation im Regal - an alle Einzelhändler zu liefern.

Der Bauer-Verlag hat dieses System aufgekündigt, indem er zwei Grossisten in Norddeutschland kündigte. Darüber entscheidet der Bundesgerichtshof am 18. Oktober.

In einem zweiten Verfahren urteilt das Kölner Landgericht vermutlich Ende des Jahres darüber, ob das Grosso-System dem Kartellrecht widerspricht.

dpa, DH

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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