Pro und Contra: Provisionssysteme im Handel

Pro und Contra: Provisionssysteme im Handel

Die Auszahlung von Erfolgsprämien wird im Einzelhandel unterschiedlich bewertet: Mortivieren sie Verkäufer oder setzen sie sie unter Druck? Wir lassen ein Befürworter und ein Gegner der Provisionen zu Wort kommen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Ich plädiere dafür, dass der Mitarbeiter 10 Prozent seines persönlich erzielten Umsatzes bekommen sollte. Aber: Provisionen darf es nur für Ware ab dem mittleren Preissegment aufwärts geben, weil dort ­höhere Margen erzielt werden. Angebotsartikel und Einstiegspreislagen sind provisionsfrei. Zudem sollte die Provision höher ausfallen, je schneller die Ware nach Wareneingang verkauft wird. Diese beiden Parameter lässt die Lagerumschlaggseschwindigkeit im oberen Preissegment deutlich steigen.

Ich empfehle, das ­Gehalt zu 50 Prozent fix zu zahlen, die anderen 50 Prozent müssen sich die Mitarbeiter über Provisionen verdienen - wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sein dürfen. Warum soll ein Verkäufer nicht 10.000 Euro im Monat verdienen können? In meiner Beratungstätigkeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur Vollzeitkräfte nach Einführung eines Provisionssystems ihre Umsätze deutlich steigern konnten. Bei Halbtagskräften und Aushilfen hingegen hat so ein System keinerlei Auswirkungen gehabt.

Ergo: Mehr Vollzeitkräfte sorgen für bessere Geschäfte, weil sie eine größere Bindung ans Unternehmen haben und intensivere Kundenkontakte aufbauen können. Aber: Eine Verkaufskraft gehört in die Kundenbetreuung - sie darf nicht dazu benutzt werden, Pakete auszupacken oder Regale einzuräumen."

Hier geht es zum Contra-Beitrag vom Verkaufstrainer Sigmund Freundorfer.

Lesen Sie hier: Funktionierende Provisionssysteme - zwei Beispiele aus dem Handel.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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