Prognose: E-Commerce-Anbieter betreuen Logistik zunehmend in Eigenregie

Prognose: E-Commerce-Anbieter betreuen Logistik zunehmend in Eigenregie

Wenn die Logistik-Branche in der nächsten Zeit nicht aufpasst, verpasst sie den Anschluss. Denn vor allem große E-Commerce-Anbieter erwägen zurzeit, bestimmte Teile der Auslieferungslogistik in Eigenregie zu übernehmen. Das prognostiziert die Managementberatung in einer aktuellen Analyse zur E-Commerce-Logistik. Die Consultants weisen darauf hin, dass Amazon in den USA und Großbritannien bereits eigene Packstationen eingeführt hat. Besonders in den großen Städten würden künftig weitere Online...

KJKlaus JankeRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Wenn die Logistik-Branche in der nächsten Zeit nicht aufpasst, nimmt man ihr die Butter vom Brot. Denn vor allem große E-Commerce-Anbieter erwägen zurzeit, bestimmte Teile der Auslieferungslogistik in Eigenregie zu übernehmen. Das prognostiziert die Managementberatung Oliver Wyman in einer aktuellen Analyse zur E-Commerce-Logistik. Die Consultants weisen darauf hin, dass Amazon in den USA und Großbritannien bereits eigene Packstationen eingeführt hat. Besonders in den großen Städten würden künftig weitere Onlineshops rund um die Auslieferungslogistik eigene Lösungen entwickeln.

"Gerade ihre Innovationsfähigkeit hat den E-Commerce-Unternehmen ihre heutige Marktmacht beschert", betont Michael Lierow, Partner bei Oliver Wyman. "Sollte sich durch innovative Logistikkonzepte eine nachhaltige Differenzierung ergeben, werden sie diese Chance sofort nutzen." Seine Einschätzung: "Schon in den nächsten zwölf Monaten werden die ersten E-Commerce-Unternehmen Logistikdienstleistungen aufbauen und anbieten."

Die Logistiker seien daher gefordert, sehr schnell und flexibel auf die Entwicklungen zu reagieren, um den steigenden Kundenansprüchen gerecht zu werden. Notwendig sind laut Oliver Wyman Abholstationen, die 24 Stunden geöffnet haben und zentral in den Innenstädten liegen. Auch müssen sich die Logistiker auf ein- bis zweistündige Zustellfenster und flexible Zweitzustellungen an einen von den Kunden gewünschten Ort einstellen - Themen, die schon bald Standard seien. Und natürlich die Königsdiziplin, ein skalierbarer Same-Day-Service.

Gleichzeitig müssen die Dienstleister weitere Herausforderungen in den Griff bekommen. Durch die Umstellung der Lagerlogistik von zentral auf regional, die die E-Commerce-Anbieter zurzeit vornehmen, könne es zu Auslastungsproblemen in den Depots und Netzwerken kommen. Zudem steigt der Druck, die Auslieferungskosten zu senken - schließlich sieht der Endverbraucher es eigentlich, verwöhnt durch Amazon & Co., nicht mehr ein, überhaupt noch für den Versand zu zahlen.

Gut für alle Beteiligten: Der Kuchen, den es zu verteilen gibt, wird immer größer. In diesem Jahr werden in Deutschland laut Oliver Wyman 800 bis 850 Millionen Pakete zugestellt. In zehn Jahren sollen es sage und schreibe 1,3 Milliarden sein.

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Geschrieben vonKlaus Janke

Redakteur

Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.

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