Quelle Österreich: "Wir lassen nichts unversucht"

Quelle Österreich: "Wir lassen nichts unversucht"

Weil die Verhandlungen mit Interessenten bislang zu keinem Erfolg geführt haben, bereitet Quelle Österreich einen Konkursantrag vor. Das könnte das Interesse potenzieller Investoren sogar erhöhen.

SRSybille RoemerRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
"Im Wissen darum, dass eine Insolvenz der Quelle Österreich nicht hausgemacht ist, müssen wir erkennen, dass der eigenständige Erfolgsweg in Österreich zu Ende geht. Demzufolge werden wir in den kommenden Tagen den Konkursantrag stellen", zitiert die Fachzeitschrift Textilwirtschaft, die wie Der Handel im Deutschen Fachverlag erscheint, den Quelle-Geschäftsführer Wolfgang Binder.

Bisherige Verhandlungen gescheitert

Zunächst hieß es, der Konkursantrag würde möglicherweise noch in dieser Woche gestellt. Grund für den Aufschub seien die laufenden Verhandlungen mit potenziellen Investoren: "Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit mehreren Interessenten und wollen nichts unversucht lassen, damit Quelle Österreich weitergeführt wird", bestätigt demnach der Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg.

Wolfgang Binder hatte zuvor eingeräumt, dass die Verhandlungen gescheitert seien: "Es ist uns nicht gelungen, einen Investor an Bord zu holen. Der Vorstand hat bis zur letzten Minute auch die allerletzten Möglichkeiten ausgeschöpft und bis zum Schluss intensiv daran gearbeitet, doch noch eine Überlebenschance für Quelle Österreich aufzutun", heißt es in einer Mitteilung.

Nach Konkurseröffnung werde zur Schadensminimierung die Weiterführung der Geschäfte angestrebt, um vom angelaufenen Weihnachtsgeschäft zu profitieren. Gleichzeitig werde die Suche nach Interessenten weitergehen. Die Chancen auf Erfolg könnten nach dem Konkursantrag sogar größer sein als in den Wochen davor, da sich potenzielle Investoren dann auf die Vermögenswerte und den Marktwert von Quelle konzentrieren könnten.

Eigene Lösung für Österreich

Seit drei Wochen kämpft der Versender aus Linz gegen eine Insolvenz an. Seitdem versucht die Quelle-Tochter nach der Insolvenzeröffnung und Schließung des Stammhauses in Deutschland mit einem Investor eine eigene Lösung für den Betrieb in Österreich zu finden und den Nachschub an Waren und die erforderliche Liquidität sicherzustellen, so der Kreditschutzverein KSV.

„Der KSV setzt sich für eine rasche Eröffnung des Konkursverfahrens ein, damit für alle Beteiligten und auch die Quelle-Kunden wieder Rechtssicherheit besteht und eine kompetente Masseverwaltung die weitere Verfahrensabwicklung aufnehmen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Quelle-Verbindlichkeiten in Österreich werden vom KSV auf 75 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Außerdem sind 1.100 Beschäftigte, bis zu 400 Firmenpensionäre, 175 Quelle-Shopbetreiber und deren Mitarbeiter sowie verschiedene lokale Dienstleistungsbetriebe sowie die Lieferanten von der Quelle-Insolvenz in Österreich betroffen.

Teilen
SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.