
Rabattschlachten der Autobauer nehmen dramatisch zu
Nie waren Neuwagen so billig wie heute. Und die Preisnachlässe werden noch heftiger, sagt Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer.
Björn BöerChefredakteurDer Merkel-Rabatt
"Ich gehe davon aus, dass rund 60 bis 70 Prozent der deutschen Autos vom Merkel-Rabatt begünstigt werden", rechnete Dudenhöffer vor. Eine Beschränkung auf Kleinwagen, was einer Subvention der französischen Autoindustrie gleichkäme, sei aus Berlin in der aktuellen Finanzkrise nicht zu erwarten.
Die Rabatte bei deutschen Modellen lägen durchschnittlich 2 bis 3 Prozent unter ausländischen Angeboten und damit derzeit bei 13 bis 14 Prozent, sagte Dudenhöffer. Dafür gebe es Abschläge aber auch noch bei besonders nachgefragten Modellen. Die Rabattpalette für alle auf dem deutschen Markt angebotenen Autos reiche von etwa 5 bis 30 Prozent.
Sondermodelle und Sonderfinanzierung
Erreicht werden hohe Rabatte den Untersuchungen zufolge vor allem über günstige Angebote bei Sondermodellen, über Sonderfinanzierungen bis hin zu Tageszulassungen. Letztere würden in der Regel von den Herstellern bezuschusst. Neuwagen werden für eine Tag zugelassen und verlieren dadurch an Wert.
Damit könnten sie dann günstiger angeboten werden, um beispielsweise hochgesteckte Absatzziele noch zu erreichen, sagte Dudenhöffer. Die Hersteller übernähmen bei Tageszulassungen meist mehr als die Hälfte der Einbußen des Händlers.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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