Real droht ein PR-Eigentor mit Anlauf

Real droht ein PR-Eigentor mit Anlauf

Es begann mit Fußmatten, jetzt ist es ein kniffeliger Markenrecht-Grundsatzstreit zwischen Real und dem Deutschen Fußball-Bund. Die Handelskette könnte aber dabei grandios scheitern.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Staatswappen dürfen nicht als Marken geschützt werden, so sagt es das Markengesetz. Aber hat das Deutsche Patent- und Markenamt wirklich ein "absolutes Schutzhindernis" übersehen, als es das DFB-Logo als Marke eintrug und damit schützte? Handelt es sich beim DFB-Adler wirklich um den Bundesadler?

"Es geht um die Marke als Ganzes"

Dazu will man sich bei der Behörde in München vorerst nicht äußern, schließlich handelt es sich um ein schwebendes Verfahren. Dass der Löschungsantrag vorliegt, wie die "Huffington Post" berichtet, bestätigt das Amt aber. "Es geht um die Marke als Ganzes. Hat man damit Erfolg, ist dem Markeninhaber die Anspruchsgrundlage entzogen", sagt der Behördensprecher.

Sich am Logo der frisch gekürten Fußball-Weltmeister zu vergreifen, am Adler auf der Brust der WM-Helden, das könnte andererseits auch ein PR-Eigentor mit Anlauf sein. Aber für die Fans der Nationalelf könnte der Vorstoß bares Geld wert sein. Sollte das Trikot mit dem DFB-Markenzeichen nicht mehr geschützt sein, würde es kaum noch für 80 Euro pro Stück verkauft werden können.

DFB war Auslöser des Rechtsstreits

Der mächtige Fußballbund bemüht sich, den Ball flach zu halten: "Wir sehen einer rechtlichen Auseinandersetzung mit größter Gelassenheit entgegen, weil es sich bei dem DFB-Adler um ein historisches Verbandswappen handelt, das klaren Bestandsschutz genießt", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit.

Der Rechtsstreit war zunächst vom Deutschen Fußball-Bund angestrengt worden. Weil die Real-Märkte Fan-Artikel verkauft hätten, die Markenrechte verletzt haben sollen, hatte der DFB im Eilverfahren einen Verkaufsstopp beantragt, bestätigt eine Sprecherin des Münchener Landgerichts. Am 7. August will das Gericht darüber entscheiden. "Es geht um Fußmatten und Fußball-Fanbekleidung", sagte eine Sprecherin des Landgerichts München I der dpa.

Von Putzerfischen und Nachahmern

Das Vorgehen des DFB hält Dopheide, früher Kreativchef bei der Werbeagentur Grey, für grundsätzlich nachvollziehbar: "Die Markeninhaber sind natürlich sehr sensibel. Wenn der Markenkern austauschbar wird und sich durch 'Putzerfische' und Nachahmer abnutzt, verliert er massiv an Wert." Mit Einstweiligen Verfügungen versuche man, diejenigen auf Distanz zu halten, die im Kielwasser der großen Marken mitschwimmen wollen. Deshalb etwa gehe der Weltkonzern Apple gegen ein kleines Bonner Café Apfelkind vor, deshalb werde die Telekom nervös, wenn sich jemand an "ihrer" Farbe Magenta vergreift.

Mit dem Löschungsantrag beim Deutschen Markenamt in München haben sich von Real beauftragten Anwälte nun offenbar revanchiert. Sollte das Markenamt ihrem Antrag entsprechen, wäre dem DFB die Basis im Streit gegen die Supermarktkette entzogen, die zum zweitgrößten deutschen Handelskonzern Metro in Düsseldorf gehört.

Aber selbst wenn das Deutsche Markenamt in einigen Monaten seine eigene Entscheidung bestätigen und die Löschung der Marke ablehnen würde, wäre das für den DFB noch keine endgültige Entwarnung: Danach kann die Entscheidung mit einer Beschwerde beim Bundespatentgericht angefochten werden und würde noch einmal unabhängig überprüft.

Frank Christiansen, dpa

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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