
Real verlässt die Tarifbindung
Real will konkurrenzfähig bleiben, und dafür sei ein Flächentarifvertrag nicht mehr das Richtige, glaubt die SB-Warenhauskette. Die Gewerkschaft kündigte bereits Widerstand an.
David WöllensteinRedakteurVerdi wettert gegen Metro
Die Gewerkschaft Verdi warf dem Unternehmen vor, dem "Lohndumping" in der Branche weiter Vorschub zu leisten. "Nach dem Verkauf der Kaufhof Warenhäuser plant die Metro offenbar den nächsten Schritt, den Konzern radikal umzustellen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger einer Mitteilung zufolge.
Nutzenberger kündigte an, dass Verdi die Durchsetzung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten "nicht akzeptieren" werde. Die Gewerkschaft fordere das Unternehmen auf, den Schritt umgehend rückgängig zu machen.
Metro-Chef Koch droht Verdi
Metro-Chef Olaf Koch warnte die Gewerkschaft in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" davor, den Tarifausstieg zum Anlass für Streikaktionen zu nehmen. "Das würde die Gespräche erheblich belasten", so Koch. Der Metro-Chef bezifferte den Personalkostennachteil des Unternehmens im Vergleich zu seinen Konkurrenten auf "bis zu 30 Prozent". Zu konkreten Einsparzielen wollte sich ein Unternehmenssprecher auf Anfrage jedoch nicht äußern,
Für die aktuellen Mitarbeiter werde das Unternehmen einen Bestandsschutz anbieten, so dass die Entgelte der heutigen Beschäftigten unverändert blieben, hieß es. Stellenstreichungen sind nach Angaben von Koch nicht geplant. Real betreibt rund 300 Warenhäuser und beschäftigt rund 38.000 Mitarbeiter.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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