
Rossmann strebt 7 Milliarden Euro Umsatz an
Der Wettbewerb im Drogeriemarkt wird immer härter, doch der Umsatz von Rossmann wächst weiter, wenn auch nicht mehr so stürmisch. Der Filialist setzt jetzt auf größere Flächen mit breiteren Sortimenten.
Björn BöerChefredakteurDer nun anvisierte Zuwachs wäre das erste einstellige Plus, nachdem die Verbesserungsraten zuvor 16 Jahre am Stück zweistellig ausfielen. "Man sollte die acht Prozent Zuwachs nicht schlecht reden. Tatsache ist jedoch, dass der Wettbewerb härter wird", sagte Roßmann.
Immer mehr auch ein Spielwarenanbieter
Bei neuen Läden gibt es bei Rossmann neue Pläne. Eigentlich plane man nur noch mit Läden ab 650 bis 700 Quadratmetern Verkaufsfläche aufwärts, sagte Roßmann, "andere machen wir gar nicht mehr auf". Der Trend zu großen Läden sei eindeutig: "Wir schließen auch dieses Jahr wieder 70 kleine Läden in Deutschland, aber machen auch 150 große auf." Rossmann habe eine eigene Immobiliengesellschaft und entwickele jährlich 15 bis 20 eigene Objekte. In den großen Städten sei es ganz schwer, Flächen dieser Größe zu bekommen.
In Hannover wurden wir vier Läden geschlossen und ein großer neu aufgemacht; das sei ein Rossmann-Markt, wie sich das Unternehmen heute vorstelle, so Roßmann. In den neuen großen Läden gebe es zusätzliche Sortimente wie Spielwaren, Schreibwaren und Haushaltsbedarf. "Wir sind zwar nicht der größte Spielzeuganbieter, aber wir gehören schon zu den zehn größten in Deutschland", betonte der Unternehmenschef.
Onlinegeschäft mit Defiziten
In Rossmanns größtem Auslandsmarkt Polen sollen bis zum Jahresende 1.000 Filialen rund 1,5 Milliarden Euro an Umsatz beisteuern. Strategisch sieht Firmengründer Roßmann noch genug interne Aufgaben: "Dass ich jetzt nachdenke, in andere Länder zu gehen oder neue Sortimente einzuführen, ist nicht mein Arbeitsschwerpunkt." Weder in Tschechien noch bei Rossmann-Online sei die Gruppe profitabel.
Verluste gebe es auch in der Türkei, "wo vieles noch nicht so umgesetzt ist, wie wir uns das vorstellen". Das Einkaufsverhalten der Türken sei anders als das der deutschen und die Gewinnschwelle noch nicht greifbar nah. "Drei Jahre werden wir wohl noch brauchen, um erfolgreich zu werden", räumte Roßmann ein.
Auf finanzieller Seite stehe der Konzern blendend da; die Guthaben bei den Banken seien höher als die aufgenommenen Kredite. "Uns ging es noch nie so gut", sagte der 67-Jährige. "Wir sind für mögliche Probleme der Zukunft gerüstet. Unsere Eigenkapitalquote beträgt 45 Prozent - das ist im Handel ein außergewöhnlich guter Wert."

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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