Same Day Delivery: Kooperation gegen den Kosten-Wahnsinn

Same Day Delivery: Kooperation gegen den Kosten-Wahnsinn

Same Day Delivery muss keine Geldverbrennungsmaschine sein. Steigende Nachfrage, aber auch Kooperationen können die Kosten auf ein erträgliches Niveau senken. Interlogis rät deshalb in einer Fallstudie sogar zu einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Same Day Delivery mag zwar gegenwärtig vor allen etwas für AHDS-Shopper sein, doch je mehr Onlinehändler SDD zumindest als Marketinginstrument und Differenzierungsmerkmal einsetzen, desto eher steigt das Bedürfnis bei den Kunden.

In einer Fallstudie am Beispiel eines Online-Buchhandels in der Metropolregion Rhein-Ruhr hat Interlogis Consult nun eruiert, wann sich die Same Day Zustellung rechnen kann.

Angesichts der hohen Kosten sind Zustellgebühren von rund 15 Euro eher die Regel. Attraktiv ist das für den Kunden nicht, für den Handel aber zumeist kostendeckend. So einigermaßen.

Das Prinzip Hoffnung könnte die Kosten senken. Denn schon eine Verdoppelung der Besteller könnte die Kosten nahezu halbieren, meint Interlogis pauschal. Bei steigender Nachfrage könnten die Kosten soweit sinken, dass für den Kunden ein akzeptabler Preis darstellbar ist. Oder sie sind niedrig genug, dass der Händler bereit ist, sie selbst zu tragen und einen Wettbewerbsvorteil zu finanzieren.

Die Rechnung überrascht nicht wirklich. Im Transport steht und fällt alles mit dem Auslastungsgrad. Aber es muss schon einiges mehr an Nachfrage werden, damit es günstiger wird. Denn erst einmal wird es mit mehr Nachfrage lediglich kostspieliger.

Noch besser stehen Händler womöglich da, wenn sie zusammen arbeiten. „Dabei ist es relativ unerheblich, wie viele Anbieter sich in einem geografisch fest eingeschränkten Gebiet mit ihrem Onlineshop beteiligen. Wichtig ist nur, dass die Bestellungen gebündelt werden können und es somit zu einer Sendungsverdichtung auf den einzelnen Empfänger beziehungsweise auf das einzelne Empfängergebiet kommt“, sagt Studienautor Andreas Klos.

Hier sei sogar eine branchenübergreifende Kooperation sinnvoll, wenn Bücherbestellungen eines Kunden beispielsweise mit Sportartikeln eines anderen Kunden zusammengefasst werden.

Frage ist allerdings, inwieweit das über unterschiedliche Abrechnungsmodelle und Warenwirtschaftssysteme hinweg tatsächlich gegenwärtig praktikabel ist. Gerade der stationäre Handel, für den angesichts der Nähe zum Kunden Same Day Delivery ein Weg sein könnte, verlorene Marktanteile zurückgewinnen, dürfte sich da in Eigenregie schwer tun. Von den Verbundgruppen wollen wir da gar nicht erst reden.

Somit könnte ein solches Modell eher großen Filialisten und Handelsgruppen nutzen. Und den Logistik-Dienstleistern, wenn sie im Fulfillment entsprechende Serviceangebote bereitstellen. Ein lohnendes Geschäft. Womöglich. Würde Google sonst ja kaum mit dem Google Shopping Express testen.

Foto oben: Funny postman delivering package on blue scooter isolated on white background - Shutterstock

Teilen
OK
Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.