
Schlecker ist für Rossmann kein Konkurrent mehr
Dirk Roßmann sieht keine große Zukunft für Schlecker. Der Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann hat auch weiterhin wenig Interesse an Filialen des Mitbewerbers, aber an Mitarbeitern.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentFür die rund 12.000 Mitarbeiter, die infolge der angekündigten Schließungen von etwa 2.400 Filialen ihre Jobs verlieren, hat Roßmann freilich gute Nachrichten. "Wir eröffnen im Jahr rund 100 neue Märkte und stellen dabei etwa 1.000 neue Mitarbeiter ein. Da werden sicher auch Schlecker-Mitarbeiter dabei sein", kündigte Roßmann an.
Schlecker-Standorte sind unattraktiv
In Deutschland sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im Einzelhandel groß, "deshalb werden die Schlecker-Beschäftigten gute Chancen haben, einen neuen Job zu finden", versicherte der Unternehmer dem "Tagesspiegel". Zwar sei es in Ostdeutschland schwierig, hingegen im Süden gebe es bei Rossmann große Probleme, Personal zu finden.
Unverändert ist Roßmanns Meinung zur Übernahme von Schlecker-Standorten. Schon vor Wochen sprach er von maximal 80 Filialen des Konkurrenten, die dafür in Frage kämen. Daran hat sich nichts geändert. "Die meisten Läden von Schlecker sind für Rossmann nicht interessant. Sie sind durchweg zu klein. Es entspricht nicht unserem Konzept, auf 200 Quadratmetern einen Drogeriemarkt zu führen." Zudem seien die Schlecker-Standorte bereits besetzt von dm-Drogeriemarkt, Müller "oder auch von uns".
Auf die Frage, ob er dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bereits ein Angebot für für Filialen des Konkurrenten gemacht habe, wollte Roßmann nicht antworten.
Rossmann sieht noch Platz im Saarland
Roßmann sieht für sein Unternehmen noch Spielraum für Expansion. "In Hannover haben wir 40 Geschäfte, aber in Stuttgart nur fünf. Es gibt noch viele Regionen, wo wir wachsen müssen, zum Beispiel im Saarland." Im Gegensatz zu Schlecker will Roßmann nicht im ländlichen Raum expandieren. "Für uns kommen Drogeriemärkte erst mit Orten ab 10.000 Einwohnern infrage."
Für 2012 erwartet Dirk Roßmann einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro - was im Vergleich zu 2011 ein Plus von gut zehn Prozent wäre. Am meisten verdiene sein Unternehmen mit Kosmetik oder Lesebrillen, auch die Eigenmarken brächten gute Margen. Aber generell sei mit den meisten Drogerieartikeln "so gut wie nichts" zu verdienen. "Toilettenpapier, Windeln, Taschentücher, Shampoo - alles knapp kalkuliert."

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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