
Schlecker-Pleite "kein Symptom für Konsumkrise"
Stefan Genth hat keinen Grund, sich um die Handelsbranche zu sorgen. Allerdings will der HDE-Chef keinen gesezlichen Mindestlohn und fordert von der Politik, die Folgen der Schlecker-Pleite abzumildern.
David WöllensteinRedakteurMit Blick auf die Job-Aussichten für Schlecker-Beschäftigte sagte Genth: Entscheidend sei, wie flexibel sie seien und ob sie 20 Kilometer zu einem anderen Arbeitgeber fahren könnten.
"Eine ganze Reihe von Mitarbeitern hat schon einen neuen Job gefunden, ob in anderen Drogeriemärkten oder im Lebensmittelhandel", betonte der Verbandschef.
Der Ruf nach der Politik
Nach der Schlecker-Insolvenz sieht er auch die Politik in der Verantwortung, die Nahversorgung in Dörfern und Kleinstädten zu sichern. "Die Politik hat unabhängig von Parteien erkannt, dass sie die Städte stärken und die Zersiedelung verhindern muss."
Derzeit erlebe er einen Boom der mobilen Verkaufwagen auf dem Land als Folge der schrumpfenden Bevölkerung jenseits der Ballungszentren, weswegen sich stationäre Lebensmittelläden in manchen Regionen nicht mehr rechnen würden.
"Es ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft, Lösungen zu finden in der Kombination von Dienstleistungen wie Einkaufen mit Gesundheit. Das kann ein interessantes Modell sein", sagte Genth der "Südwest Presse".
Für den Handel seien überdies regional angemessene Gehälter wichtig. Deswegen sprach sich Genth abermals gegen einen gesezlichen Mindestlohn für die Branche aus. Er plädiert für einen regional vereinbarten tariflichen Basislohn.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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