Schnell beerbt Jost bei Intersport

Schnell beerbt Jost bei Intersport

Intersport hat einen Vorstandsposten quasi hausintern neu besetzt. Der ehemalige Voswinkel-Mann Jochen Schnell ist jetzt bei der Verbundgruppe für Ware zuständig. Wirtschaftlich leidet die Kooperation unter dem fehlenden Winterwetter - das geht auch Sport 2000 so.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Damit ist die Vakanz in der Intersportführung nach der Trennung von Klaus Jost im November 2014 wieder ausgefüllt. Der langjährige Vorstand und das Unternehmen trennten sich im Unfrieden, weil Jost die neue Vorstandsstruktur nicht mehr mittragen wollte. Die bisherige Doppelspitze mit Klaus Roether und Jost wurde aufgelöst - und Roether alleiniger Vorstandschef. Jost sollte aber das Ressort Ware weiter verantworten. Seine Anwälte und die von Intersport liegen derzeit im Rechtsstreit. Nach Ansicht von Jost verstößt die Neuordnung des Vorstands gegen die Satzung der Verbundgruppe. Ein Gütetermin vor dem Landgericht Heilbronn am 18. Dezember war ergebnislos geblieben. Nun versucht man sich außergerichtlich zu einigen.

Weiter will Intersport noch den Vorstandsposten für IT, Finanzen und Logistik besetzen. Hier sei aber noch keine personelle Entscheidung getroffen, teilt das Unternehmen auf Anfrage von Der Handel mit.

Umsatzsteigerungen bei beiden Verbundgruppen

Die wirtschaftlichen Daten zeigen für das Kalenderjahr 2014 sowohl bei Intersport als auch bei Sport 2000 Umsatzsteigerungen. Marktführer Intersport, in sechs europäischen Ländern vertreten, erreichte ein Einzelhandelsvolumen von insgesamt 3,39 Milliarden Euro. Das Umsatzplus in Deutschland im Kalenderjahr beträgt laut Mitteilung 2 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro.

Sport 2000 spricht hier vom Außenumsatz, was dasselbe meint. Nämlich den Umsatz, den die angeschlossenen Händler erzielten. Bei der Mainhausener Verbundgruppe stiegen die Erlöse im Kalenderjahr um 3,9 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Als starkem Händler für Wintersportartikel macht Intersport das warme Winterwetter besonders zu schaffen. "Bedingt durch die milden Temperaturen haben die klassischen Wintersportsegmente zum Teil deutlich verloren. Immerhin ist zum Jahresende der Dezember im letzten Monatsdrittel noch ins Plus gedreht", sagte Roether. Insgesamt brachen die Umsätze mit Wintersportartikeln um 19 Prozent ein.

400.000 Weltmeistertrikots verkauft

Freilich hat der Verbungruppe die für Deutschland erfolgreiche Fußball-Weltmeisterschaft geholfen. So spricht Intersport von einem positiven Sondereffekt im Sortimentsbereich Teamsport. Durch Verkäufe von Trikots, Fan- und Vereinsartikeln erreichte der Monat Juni ein Umsatzplus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals wurden von Intersport über 400.000 Trikots der deutschen Nationalmannschaft verkauft.

Positiv haben sich neben Teamsport (plus 24 Prozent über das gesamte Jahr) außerdem die Bereiche Running (Plus 14 Prozent) und Fitness Workout (plus 10 Prozent) entwickelt. Das Segment Bike/Funwheel verzeichnete ein Plus von 14 Prozent. Detaillierte Zahlen nennt Intersport nicht.
Das Unternehmen will rund 50 Millionen in die eigene Logistik investieren, sowie in eine zusätzliche Messehalle inklusive ganzjähriger Showrooms. Das eigene Veranstaltungszentrum Redblue soll als Messezentrum weiter aufgewertet werden.

Sport 2000 erstmals mit über 800 Mitgliedern

Sport 2000 teilt noch weniger Zahlen mit, das Geschäft mit Wintesportartikeln habe sich "leicht negativ" entwickelt, hieß es lediglich. Von der Fußball-Weltmeisterschaft habe man ebenfalls profitiert. Jedes vierte in Deutschland verkaufte Jersey des deutschen Teams sei von Sport 2000-Händlern abgesetzt worden, teilt die Verbundgruppe mit. Detaillierte Stückzahlen wurden aber nicht mitgeteilt.

Dafür hat die Kooperation im Jahr 2014 erstmal die Grenze von 800 Mitgliedsunternehmen überschritten. Über neue 70 Händler schlossen sich Sport 2000 an. Damit gehören jetzt 805 Händler zum Verbund, bis zum Jahr 2016 wolle man 900 Mitglieder haben, sagte Geschäftsführer Andreas Rudolf.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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