Schuhhändler waren 2011 wetterfühlig

Schuhhändler waren 2011 wetterfühlig

2011 war es zu warm für Winterschuhe: Erst liefen Schuhe ähnlich gut wie Damenmode. Doch als es endlich kalt wurde, hatten Händler Stiefel&Co. schon reduziert.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Dabei hätte lange Zeit im Schuhmarkt 2011 eitel Sonnenschein geherrscht: Parallel
zu den Absätzen in der Damenmode ging es demnach auch im Schuh-Markt zunächst aufwärts. Marktteilnehmer, Fachpresse und Branchenverbände hätten zuversichtlich auf ein erneutes Wachstumsjahr geblickt, weil 2011 nach einem Marktvolumen von 8.561 Milliarden Euro im Jahr 2010 Schuhe im Gesamtwert von 8.676 Milliarden Euro gekauft wurden. "Dennoch blieben viele Händler lange Zeit auf ihrer Winterware sitzen2, erläutert Schuh-Experte Peter Frank von der BBE Handelsberatung in München.

Wintermodelle auf Tiefstpreisniveau

Und als es endlich Zeit für Wärmendes gewesen sei, habe bereits Frühjahrsware die Schaufenster erobert und die Verkaufspreise der Wintermodelle Tiefstpreis-Niveau erreicht. "Das Geschäft mit den Bedarfskunden war schlicht weggebrochen beziehungsweise ins Frühjahr 2012 gerutscht", so Frank. Vor diesem Hintergrund – und nachdem die Händler schon Ende des Sommers 2011 Ware kräftig herunterzeichnen mussten – hatte der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels für die anstehende Orderrunde geraten, die "frühe Vergabe von Limiten zurückzufahren", um im Saisonverlauf besser reagieren zu können.

Allerdings ist das Jahr 2011 der marketmedia24-Analyse zufolge für den Fachhandel im engeren Sinne statistisch gesehen "gerade noch mal gut gegangen". Dessen Marktanteil sank nur um 0,3 Prozentpunkte auf 63,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Gleichzeitig sei es dem Fachhandel im weiteren Sinne sogar gelungen, seine Marktposition zu festigen.

Segment Freizeitschuhe gab abermals nach

So sei 2011 doch noch ein gutes Jahr gewesen – und zwar quer durch alle 15
Produktkategorien im Schuh-Panel der Kölner Marktforscher: Die Damen sorgten demnach für 2,7 Prozent mehr Umsatz als noch im Vorjahr. Auch den Herren waren ihre Schuhe mehr wert: Sie kauften für 28 Millionen Euro mehr ein als noch 2010. Nach dem Einbruch im Jahr 2009 und der Trendumkehr 2010 haben sich demnach Kinderschuhe, Sportschuhe und Pantoffeln/Hausschuhe im vergangenen Jahr ebenfalls weiter erholt. Als einziger Teilmarkt gaben 2011 demnach Freizeitschuhe nach: Dieses Segment, das 8,6 Prozent Marktanteil einspielte, sei mit einem Marktvolumen von 771 Millionen Euro sogar noch unter das Niveau des Krisenjahres 2009 gesunken.

wim

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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