Wer sich eher Richtung Mobilrechner entscheidet, steht vor dem gleichen Dilemma. Reicht ein normales Tablet, dessen Akku lange hält, das aber bei der Rechnerleistung schwächelt. Oder darf es einer dieser neuen Zwitter sein wie das Aspire R von Acer, auf dessen Bildschirm man zu zweit Flippern kann.
Eventuell kann ein kleines, rechteckiges Kästchen diese ganze Diskussion noch etwas nach hinten verlagern. Es kann nämlich jeden beliebigen PC (Windows und Mac) so aufrüsten, dass er sogar berührungsfrei zu steuern ist. Ganz so wie die SmartTV von Samsung oder die neue XBox.
In jedem dieser Fälle könnte Gestensteuerung spannend sein. Und Leap Motion verspricht eben diese für gerade Mal 80 Euro.
Nachdem eine Reihe von Experten von Spiegel über Focus bis Computerbild das kleine Kästchen als „ganz nett aber braucht niemand“ eingeordnet haben, ließen nun die Usability-Forscher von UID aus dem schwäbischen Ludwigsburg „echte“ Probanden auf das kleine Gerät los.
Und siehe da: Wenn die Nutzer verstanden hatten, wie eine App auf die jeweilige Geste reagiert, dann waren sie begeistert und spielten intensiv mit den Anwendungen. Waren die Ansätze in der App aber zu komplex oder überforderte die Bewegung die Erkennungsleistung des Endgeräts, dann breitete sich schnell Frust aus. „Es war für die Teilnehmer auf Dauer sehr anstrengend und ermüdend, wenn sie Gesten mehrfach wiederholen mussten. Das trübte das Bedienerlebnis", erklärt Studienleiter Tobias Limbach.
Die Ergebnisse der Studie lesen sich wie ein Leitfaden für App-Design oder die Entwicklung mobiler Webseiten. Bei einfachen Grundfunktionen kann Leap Motion punkten. Sobald Apps aber beginnen, eigene Wege in Sachen Interface-Design einzuschlagen, stößt die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft der Probanden schnell an ihre Grenzen. Wichtig aus Sicht der Tester wäre ein übergreifender Satz an Standardgesten, der für alle Anwendungen gilt. Ähnliche Kritik hatten auch die ersten Anwender von Google Glass von sich gegeben.
Redakteur
Frank Puscher arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist in der Online-Branche. Er schreibt regelmäßig für Publikationen wie InternetWorld Business, Ct, InternetMagazin, WebSelling oder die Absatzwirtschaft. Seine Lieblingsthemen sind Usability, E-Commerce und Online-Marketing. Seit 12 Jahren arbeitet Puscher außerdem als Moderator auf Online-Veranstaltungen. Außerdem berät er Unternehmen und öffentliche Institutionen im Umgang mit Online-Marketing und Social Media. Puscher ist diplomierter Volkswirt, herzblütiger Schwabe und Spezialist für Gutschein-Themen. Er gibt mit seinem Verlag Spielfigur ein Golf-Gutscheinbuch für die Metropolregion Hamburg heraus. Frank Puscher im Web: www.puscher.de, www.spielfigur.de
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