Softwarepatente gefährden IT-Unternehmen

Softwarepatente gefährden IT-Unternehmen

Nach einer Umfrage der Initiative "NoSoftwarePatents.com" fürchten 60 Prozent der deutschen IT-Unternehmen, dass Softwarepatente ihre Existenz gefährden. Der EU-Ministerrat hat vergangene Woche einen Richtlinienvorschlag erlassen, der Softwarepatente in Europa erlauben würde. Bevor das Europaparlament im nächsten Schritt über Ablehnung oder Änderungen entscheidet, hat die Initiative deshalb eine Umfrage unter betroffenen Firmen gestartet.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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6,3 Prozent der Firmen sehen sich nicht in der Lage Softwarepatente selbst zu recherchieren. Die meisten der Firmen sind sogar davon überzeugt, dass sie sich eine vollständige Überprüfung aller bestehenden Patente gar nicht leisten könnten. Bei Rechtsstreitigkeiten träte deshalb der Insolvenzfall oder die Geschäftsaufgabe entweder bereits bei einer Klagedrohung oder spätestens im Rahmen eines Prozesses ein. Dadurch fühlen sich die meisten Firmen erpressbar. Einzelne Einsender nannten sogar die Nummern der europäischen Patente, die sie als Bedrohung für ihren Betrieb ausmachen konnten. Elt Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen mindestens 50, einzelne sogar mehr als 1.000 Mitarbeiter.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass Softwarepatente Gift für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen IT-Wirtschaft sind", kommentiert der Experte für Geistiges Eigentum Günter Krings. Die Ergebnisse wurden bisher nur in einer Teilauswertung veröffentlicht. Die vollständige Auswertung kann seit heute unter http://www.nosoftwarepatents.com/docs/050317bmwaumf.pdf eingesehen werden. (KC)


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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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