
Spezialisten gewinnen Marktanteile im Modehandel
Die neue Rangliste der Zeitschrift TextilWirtschaft zeigt die Größten im deutschen Modehandel - und birgt so manche Überraschungen.
Thomas RehmRedakteurDanach ist die Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor der größte Textilhändler Deutschlands, gefolgt von Otto, Metro und C&A.
Modeketten mit Umsatzplus
Das höchste Umsatzplus erzielten Gerry Weber in Halle (64,8 Prozent), Mode Reischmann in Ravensburg (28,6 Prozent), Globetrotter in Hamburg (26,2 Prozent), Bonita in Hamminkeln (17,9 Prozent), Tengelmann (17,6 Prozent) mit den Vertriebslinien Kik in Bönen und Plus in Mülheim/R. und Douglas in Hagen (14,9 Prozent) mit den Vertriebslinien Appelrath-Cüpper und Pohland.
S. Oliver in Rottendorf (14,6 Prozent) Esprit in Ratingen (13,8 Prozent), Hugo Boss in Metzingen (plus 12,5 Prozent) sowie Zara in Hamburg (plus 11,5 Prozent) konnten ebenfalls ihre Umsätze steigern.
Spezialisten auf der Gewinnerseite
Die Rangliste zeigt, dass der erfolgreiche Verkauf von Kleidung und Textilien mehr und mehr eine Sache von Spezialisten wird. Während sich beispielsweise der Universalversand seit Jahren schwer tut, konnte Teleshopping zulegen.
Marktführer QVC, Düsseldorf, steigerte seine Textilumsätze um 6 Prozent, HSE 24, Ismaning (nach Übernahme bei Arcandor konsolidiert), um 20 Prozent. Ein weiteres Beispiel ist der Solinger Spezialversender Walbusch, der 6,2 Prozent zulegen konnte.
Auch traditionelle Händler legen zu
Auch viele klassische, oft inhabergeführte Einzelhandelsunternehmen behaupten sich erfolgreich auf dem Markt. Sie sind in ihren Regionen bekannt und verwurzelt und können sich oft besser auf den Geschmack und die Mentalität ihrer Zielgruppen einstellen als Filialisten.
Als Beispiele stehen hier Lengermann+Trieschmann in Osnabrück (plus 5,8 Prozent), Reischmann in Ravensburg (plus 28,6 Prozent) sowie Loden-Frey (plus 7,4 Prozent) und Konen (plus 6,7 Prozent) in München.
Discounter weiter auf dem Vormarsch
Auch die Textil-Discounter Zeeman, NKD, Takko und Kik haben ihr Marktvolumen offensichtlich noch nicht ausgeschöpft und konnten 2007 erneut zulegen. Die Zuwachsraten dieser Unternehmen auf Basis der geschätzten Umsätze liegen zwischen rund 16 Prozent bei Kik und 6,8 Prozent bei Takko. NKD konnte seine Erlöse um gut 7 Prozent, Zeeman um knapp 10 Prozent steigern.
Zusammen mit Plus, Aldi und Lidl haben die Discounter im vergangenen Jahr für über 4,7 Milliarden Euro Textilien verkauft, rund 500 Millionen Euro mehr als die Nummer eins der Größtenliste, Arcandor. Dabei ist es Lidl erstmals gelungen, mit Aldi gleichzuziehen. Den Textilumsatz beider Unternehmen schätzt die TW auf 1.055 Millionen Euro.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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