
Spielwarenbranche entdeckt die Ökologie
Auch in der Spielwarenindustrie ist das große Modethema angekommen: Nachhaltigkeit. Dieser Trend soll schon auf der bevorstehenden Spielwarenmesse im Mittelpunkt stehen. Aber die Branche hat auch andere Sorgen, sagen Experten.
Björn BöerChefredakteurAllerdings seien sich die Konsumenten noch sehr uneins, was unter das Etikett "nachhaltig" falle, schilderte die Inhaberin des GfK-Lehrstuhls für Marketing Intelligence. Für viele zählten das verwendete Material und die umweltbewusste Herstellung, für andere faire Arbeitsbedingungen oder der pädagogische Wert des Spielzeugs.
Trotz dieser Unschärfe zog Koschate die Bilanz: "Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Kunden bereit sind, mehr für nachhaltige Spielwaren zu zahlen." Ein knappes Drittel würde nach eigenen Angaben sogar bis zu 20 Prozent mehr auf den Tresen legen. Für die Zukunft sei es wichtig, dass ein einheitliches Siegel eingeführt werde.
"Es hilft nicht, irgendetwas rosa zu machen"
Marktforscher Werner Lenzner von der npdgroup mahnte zudem: "Dem Spielwarenmarkt fehlt es an guten, interessanten Angeboten für Mädchen ab sieben Jahren. Da hilft es nichts, irgendetwas rosa zu machen, und dann sind die Mädchen begeistert", sagt der Deutschland-Geschäftsführer des auf Spielwaren spezialisierten Markforschungsunternehmens. Ihm zufolge ist der Umsatz mit klassischem Spielzeug (ohne Videospiele) in Deutschland im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf etwa 2,55 Milliarden Euro gestiegen. Die Hälfte des Zuwachses entfiel dabei auf den Online-Handel.
Otto E. Umbach, Geschäftsführer der Spielwarenhandelverbundgruppe Idee+Spiel, sagt vorher, dass die neue 3D-Spielekonsole von Nintendo für die Branche der Verkaufsschlager in diesem Jahr sein wird.
Zur größten Spielwarenmesse der Welt werden vom 3. bis zum 8. Februar (Eröffnungsabend ist am 2. Februar) rund 76.000 Fachbesucher aus aller Welt in Nürnberg erwartet. 2.683 Aussteller aus 63 Ländern präsentieren dann rund 1 Million Spielwaren, darunter etwa 70.000 Neuheiten.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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