
SportScheck tritt gegen Karstadt an
Im September eröffnet SportScheck einen Flagship-Store in Berlin. Der Filialist will Karstadt Sports die Vorherrschaft streitig machen und forciert die Expansion.
Björn BöerChefredakteurDie Lücke von Karstadt Sports schliessen
Das zur Otto Group gehörende Unternehmen greift derzeit nach der Vormachtstellung des zur insolventen Arcandor AG gehörenden Mitbewerbers Karstadt Sports und strebt bis zu 30 neue Filialen in den nächsten fünf Jahren an. Dabei sind auch Übernahmen nicht auszuschließen.
Für die 16. Filiale in Berlin ist Großes geplant: Der Standort soll nicht nur einer der zentralen Anlaufpunkte der Schloßstraße sein, sondern das "führende Sportkaufhaus in Deutschland" werden. SportScheck will diesen Anspruch auch mit der Architektur des Hauses unterstreichen: Ein event-orientierter Innenausbau und eine futuristische Fassade aus Glas und Beton sind für den Flagship-Store geplant.
Flagship-Store in passender Umgebung
Damit fügt sich SportScheck gut in die Umgebung ein: "Die Einkaufsmeile Schloßstraße ist derzeit eine der am heißesten gehandelten Einzelhandelslagen Berlins, an der sich ein Millionenprojekt an das nächste reiht", sagt Mario Hampel, Prokurist bei Lührmann.
Unter anderem will der Projektentwickler Multi Development dort nächstes Jahr am ehemaligen Karstadt- und Wertheim-Standort für fast 400 Millionen Euro ein "zweites KaDeWe" eröffnen. Gleichzeitig wird die gesamte Infrastruktur des Boulevards für mehrere Millionen Euro erneuert.
Auch C&A war an dem Standort interessiert
Der Putz des neues SportSchecks ist noch nicht ganz trocken: Auf den Grundmauern des alten Woolworth entstand in den letzten Monaten ein fünfstöckiges Geschäftshaus, das neben der SportScheck-Filiale voraussichtlich noch zwei Büroetagen beheimaten wird.
Eigentlich hatte sich schon die C&A-Tochter Avanti die begehrte Ladenfläche gesichert. Nachdem der Mutterkonzern jedoch das Aus für das Discount-Modekonzept verkündete, nahm SportScheck die Gelegenheit war.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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